Gebrauchtwagen-Tipps: Familien-SUV
Im Check: Fünf dicke Kumpel für die Familie

So wird das Familienglück perfekt: Mit Nachwuchs an Bord kommen die großen SUV auf Mamas und Papas Wunschliste. Wir stellen fünf gebrauchte Familien-SUV mit viel Platz für Kind und Kegel vor.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Vans sind zwar unschlagbar, wenn es um Raumausnutzung und Variabilität geht, doch inzwischen längst aus der Mode gekommen. Stattdessen fühlen sich auch Familienoberhäupter von großen SUV angezogen. Platz und Alltagstauglichkeit lassen sich hier mit Image und Stil kombinieren.
Auf die zusätzlichen Zentimeter Innenraumbreite der etwas schmucklosen Vans verzichten daher vor allem jene gern, die nicht drei Kindersitze nebeneinander in die Isofix-Anker klicken müssen. Gut zu wissen allerdings, dass die hier vorgestellten SUV optional mit dritter Sitzbank angeboten wurden. Wer so ein Modell sucht, setzt in der Gebrauchtwagensuche das Häkchen bei "Sitzplätze: 7" und findet dann entsprechende Angebote.
Auch Abenteuerlustige kommen nicht zu kurz, schließlich sind die robusten Typen bei Bedarf auch mit Allradantrieb zu finden. Beim Offroad-Experten Discovery ist der Vierradantrieb natürlich Standard. Wichtigere Gründe, die für unsere Auswahl an Familien-SUV sprechen: Alle sind grundsätzlich komfortabel abgestimmt, legen Wert auf Variabilität und lassen sich mit den Dieseln durchaus sparsam bewegen. Hier kommen unsere fünf Kandidaten!
Land Rover Discovery 5
- Bauzeitraum: seit 2017
- Leistung: 180 bis 306 PS
- Kofferraum: 258 - 1137 - 2406 Liter
- Gebraucht-Preise: ab ca. 17.500 Euro
Discovery Nummer fünf ist seit 2017 auf dem Markt und führt die Tradition des Hauses Land Rover mit bewährten Mitteln fort: Luftfederfahrwerk, Allradantrieb, Achtstufenautomatik, eine besonders erhabene, weil hohe Sitzposition und allerlei Offroad-Gimmicks sind Standard beim großen Briten, der mit Vierzylinder-Einstiegsmotorisierungen sowohl beim Benziner als auch beim Diesel überrascht.

Land Rover Discovery: Die Vierzylinder sind nicht mehr im Programm, gebraucht aber ab 25.000 Euro zu finden.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Schließlich bringt der Discovery nicht unter 2,3 Tonnen auf die Waage. Trotzdem hinterlässt der 240 PS starke Vierzylinder-Diesel einen souveränen Eindruck, lässt sich mit unter acht Litern bewegen – und ganz entspannt geht es hier sowieso zu. Die Innenraumbreite ermöglicht auch drei Kindersitze nebeneinander, Modelle mit dritter Sitzbank (rund 1600 Euro Aufpreis) sind nicht schwer zu finden.
Schwachstellen: Über den durch einen Reihensechser ersetzten V6-Diesel gibt es vermehrt Berichte über Motorschäden. Auch die Elektronik rund um das Infotainment läuft nicht immer zuverlässig. Stets beim Kauf überprüfen: die Funktion des Luftfederfahrwerks und die Dichtigkeit des Antriebs.
Hyundai Santa Fe (DM)
- Bauzeitraum: 2012 bis 2018
- Leistung: 150 bis 200 PS
- Kofferraum: k.A. - 534 - 1680 Liter
- Gebraucht-Preise: ab ca. 12.500 Euro
Der Santa Fe spielt gefühlt in seiner eigenen Liga: Den stämmigen Auftritt des 4,77 Meter langen SUV kombiniert Hyundai gekonnt mit einer sehr umfangreichen Ausstattung. Beim Fahren wirkt er souverän und aus dem Vollen geschnitzt, auch wenn die Anhängelast von zwei Tonnen mäßig ausfällt (Auflastung auf 3,5 Tonnen möglich). Gekonnt wirkt die Verbindung des 2.2 CRDi Diesels mit 200 PS und der Sechsstufenautomatik.

Zweifel am Koreaner? Der Santa Fe beseitigt sie mit kräftigem Antrieb und guter Ausstattung.
Bild: Christoph Boerries
Es gibt effizientere Antriebe in dieser Klasse, doch die Kombination aus Allrad, bulligem Diesel und fein verschleifender Wandlerautomatik hat einen gewissen Charme. Gleiches gilt für clevere Lösungen wie eine 230 Volt-Steckdose im Fond, die verschieb- und neigbare Rückbank oder auch USB-Anschlüsse in den Rücksitzen. 2018 gab es ein großes Facelift, das Hyundai als Generationswechsel deklarierte: Das viel modernere Infotainment und neue Assistenten sprechen dafür, viele sichtbare Teile der alten Plattform dagegen.
Schwachstellen: Angegriffene Gleitschienen der Steuerkette, eine nur durchschnittliche Rostvorsorge und der ölende Turbolader bescherten dem Sante Fe (2.2 CRDi) im AUTO BILD-Dauertest die Note 2. Besitzer der Allradversion klagen vermehrt über ein defektes Verteilergetriebe.
Nissan X-Trail
- Bauzeitraum: 2014 bis 2022
- Leistung: 130 bis 177 PS
- Kofferraum: 135 - 445 - 1877 Liter
- Gebraucht-Preise: ab ca. 13.000 Euro
Erst nachdem man den Innenraum geentert hat, beeindruckt der Nissan X-Trail. Von außen hat sich der ab 2014 gebaute Japaner optisch seinem kleinen Bruder Qashqai angenähert, wirkt daher auch etwas kleiner, als er ist. Doch mit getrennt verschiebbarer und in der Neigung verstellbarer Rückbank, riesigem Kofferraum (knapp 2000 Liter Maximalvolumen) und optionaler dritter Rückbank ist er eine klare Empfehlung für Familien.

Die Qualität des X-Trail steigerte Nissan 2017 mit dem Facelift durch schickere Materialien, eine sensorgesteuerte Heckklappe und ein besseres Infotainment.
Bild: Nissan
Wer allerdings oft die gesamte Familie an Bord hat, der sollte mindestens den 150 PS starken 1.7dCi Diesel wählen. Der modernste der drei Diesel wurde nur zwei Jahre angeboten und startet ab 18.000 Euro. Noch kraftvoller packt der 2.0 dCi zu (177 PS, 16.000 Euro), der bis zu zwei Tonnen schwere Anhänger schleppen kann. Die beiden Benziner mit 1,3 und 1,6 Liter Hubraum wirken im Vergleich etwas schwachbrüstig. Im Herbst 2017 gab es eine Modellpflege, die den X-Trail vor allem beim Infotainment und den Assistenzsystemen aufwertete.
Schwachstellen: Rost macht sich früh breit. An Fahrwerksteilen nicht unbedingt kritisch, bei der Abgasanlage kann dies jedoch bereits nach weniger als acht Jahren einen Austausch erfordern. Der Turbolader des 1.6 dCi gilt als anfällig, teilweise kommt es unterhalb von 100.000 Kilometer Laufleistung zu Schäden. Dabei muss der X-Trail jährlich zur Wartung. Prüfen, ob der Vorbesitzer das eingehalten hat.
Peugeot 5008
- Bauzeitraum: seit 2017
- Leistung: 90 bis 150 PS
- Kofferraum: k.A. - 780 - 2150 Liter
- Gebraucht-Preise: ab ca. 14.000 Euro
Unter den Großen zählt der Peugeot 5008 eher zu den Kleinen, mit weniger als 4,70 Meter Länge tritt er zurückhaltend auf. Dank einer Sitzhöhe von 68 cm liegt man den noch auf Augenhöhe mit X-Trail und Kodiaq, allein der Discovery (83 cm) überragt alle. Trotz bescheidener Abmessungen überzeugt der Peugeot mit Komfort: Sowohl die gemütlichen Sitze als auch das eher weich abgestimmte Fahrwerk passen zum entspannten Charakter des 5008, der bereits mit dem 150 PS starken 2,0 Liter-HDi ausreichend motorisiert wirkt.

Peugeot 5008: Bescheidene Außenabmessungen, verschwenderisch im Innenraum.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Weil es keinen Allradantrieb gibt, bleibt das Gewicht mit rund 1,7 Tonnen im Rahmen. Verbräuche von sechs Litern passen zu jeder Familienkasse, und mit einer Zuladung von guten 500 Kilogramm kollabiert der 5008 auch als vollbepackter Urlaubstransporter nicht. Gut zu wissen, denn der große Kofferraum (780 und 1940 Liter) bietet überraschend viel Platz. Nur bei der Anhängelast (maximal 1,8 Tonnen) unterliegt der 5008 den meisten Konkurrenten.
Schwachstellen: Die Dreizylinder wirken überfordert, dazu laufen die Zahnriemen des 1.2 Puretech im Ölbad. Durch die Zugabe von falschem Öl zersetzt sich der Riemen. Dann drohen Motorschäden durch verstopfte Ölpumpen.
Skoda Kodiaq
- Bauzeitraum: 2017 bis 2024
- Leistung: 125 bis 240 PS
- Kofferraum: 270 - 765 - 2065 Liter
- Gebraucht-Preise: ab ca. 18.500 Euro
Ein so geräumiges SUV auf MQB-Plattform gab es vor dem Kodiaq im VW-Konzern nicht, entsprechend begehrt war das SUV bereits vor seinem Marktstart 2017. An der Beliebtheit hat sich kaum etwas geändert, denn der extrem geräumige Tscheche muss sich selbst vor dem viel größeren Land Rover Discovery kaum verstecken. Vor allem im Fond bietet der Kodiaq überragende Platzverhältnisse.

Clever, geräumig und gut gemacht: Der Kodiaq ist beliebt, begehrt und dadurch leider auch teuer.
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
Das Konzern-Arsenal hält eine breite Antriebspalette, DCC-Verstellfahrwerk (optional), Haldex Allradantrieb (ab 180 PS Serie) und Doppelkupplungsgetriebe mit sechs beziehungsweise sieben Gängen bereit. Bis 150 PS war Handschaltung Serie. Grundsätzlich ist alles gekonnt abgestimmt. Aufgrund des Nachfolgers dürften die Preise nun etwas sinken.
Schwachstellen: Im AUTO BILD-Dauertest ließ die Schaltqualität des DSG nach, die Krümmerdichtung des 2.0 TDI begann sich zu lösen. Dennoch reichte es für die Note 2+. Der TÜV moniert oft die Bremsscheiben und den frühen Verschleiß der Achsaufhängung.
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