Gebrauchtwagentest: VW Up
So schlägt sich der VW Up gebraucht

Bild: Christoph Börries/AUTO BILD
So ewig jugendliches Lächeln trug der VW UP unglaubliche zwölf Modelljahre. Das kleinste Modell der Marke kam bis zum Auslauf ohne tiefgreifende Designänderungen aus. Neu wollte es mit vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten ein möglichst breites Publikum ansprechen. Dass seine größeren Markenbrüder immer höher positioniert wurden und durch kontinuierliche Aufwertungen finanziell immer weiter entrückten, spielte ihm zusätzlich in die Karten.
VW Up: Kleinstwagen im besten Sinn
Das ist er: Ein nur 3,60 Meter langer Evergreen. Die geradlinig gezeichnete Karosserie des Up bildet die Grundlage für einen Kleinstwagen im besten Sinn. Nur 5,8 Quadratmeter Fläche benötigt er zum Parken, ein enormer Vorteil in überfüllten Großstädten. Riesig ist die Karosserie- und Variantenvielfalt. Neben einem Dreitürer gab es den von uns gefahrenen Fünftürer. Die schnörkellos gestaltete Karosserie mit ihren großen Fensterflächen bietet für die Passagiere erstaunlich erwachsene Platzverhältnisse. Auf den Vordersitzen ist es selbst mit 1,90 Meter Körpergröße recht angenehm.

Den dreitürigen Up gibt's seit Dezember 2011, im Mai 2012 gesellte sich der Fünftürer dazu.
Bild: Christoph Börries/AUTO BILD
Im Fond sind Mittelstrecken für Erwachsene akzeptabel. Kontinuierliche Modellpflegen hielten den Up attraktiv. Ab 2014 wurde die Verarbeitung spürbar besser. 2016 spendierte VW dem Up ein Facelift mit neuen Schürzen und Farben. 2018 wurden Otto-Partikelfilter eingeführt. Ein Vorreiter für bezahlbare E-Autos war der 2013 ins Programm genommene E-Up mit 82 PS. Er wurde anfangs mit 18,7-kWh-Akku ausgerüstet. 2019 gab es ein Upgrade auf 32,3 kWh. Mankos der E-Version sind das anfangs verbaute, müde 3,7-kW-Bordladegerät und der aufpreispflichtige CCS-Ladeanschluss. Außerdem sollte unbedingt die verbliebene Akkufitness vor Kauf geprüft werden. Exotisch ist die Erdgas-Variante mit 68 PS. Der Cross Up war optisch ein mildes Crossover-Modell, der Load Up ein Kleinst-Transporter.
Das hat er: Für einen Kleinstwagen bietet der Up manch erstaunliches Detail. Eine vollverglaste Heckklappe zeugt von Designliebe. Ebenfalls charmant ist das Cockpit mit Details wie dem ovalen Kombiinstrument und einer breiten Designspange auf dem Armaturenbrett als Käfer-Zitate. Die Infotainment-Qualitäten sind rudimentär, aber dennoch clever gelöst.
Technische Daten
1.0 | 1.0 TSI OPF | GTI | |
|---|---|---|---|
Motor | Dreizylinder/vorn quer | Dreizylinder/vorn quer | Dreizylinder/vorn quer |
Ventile/ Nockenwelle | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 Hubraum |
Hubraum | 999 cm³ | 999 cm³ | 999 cm³ |
Leistung | 44 kW (60 PS) bei 5000/min | 66 kW (90 PS) bei 5000/min | 85 kW (115 PS) bei 5000/min |
Drehmoment | 95 Nm bei 3000/min | 160 Nm bei 1500/min | 200 Nm bei 2000/min |
Höchstgeschw. | 162 km/h | 185 km/h | 196 km/h |
0-100 km/h | 14,4 s | 11,2 s | 8,8 s |
Tank/Kraftstoff | 35 l/Super | 35 l/Super | 35 l/Super |
Getriebe/Antrieb | Fünfgang manuell/Vorderrad | Fünfgang manuell/Vorderrad | Sechsgang manuell/Vorderrad |
L/B/H | 3600/1645/1504 mm | 3600/1645/1504 mm | 3600/1645/1492 mm |
Kofferraumvolumen | 251-959 l | 251-959 l | 251-959 l |
Leergewicht/Zuladung | 945/395 kg | 1002/358 kg | 1070/290 kg |
Statt eines teuren Monitors verkuppelt der Up gegen Aufpreis das eigene Smartphone mit dem Bordsystem und bietet eine App mit Bordcomputerfunktionen sowie einer mittelprächtigen Navigationslösung. Nicht sonderlich üppig geschnitten, aber dafür recht praktisch ist der Kofferraum mit verstellbarem doppeltem Ladeboden.
Für einen Kleinstwagen souverän und ausgewogen
So fährt er: Für einen Kleinstwagen angenehm souverän und ausgewogen. Die Fahrwerksabstimmung ist gelungen, frühzeitige Lenker- oder Lagerprobleme sind nicht bekannt. Selbst gelegentliche Langstreckenetappen sind okay. Mit dem 60-PS-Benziner fühlt sich der Up nur in der Stadt ausreichend motorisiert an. Dafür ist er mit kurz über fünf Litern zu bewegen. Spritziger geht der 90 PS starke TSI-Turbobenziner zur Sache. Richtig Laune macht der teure GTI: 8,8 Sekunden auf 100 km/h, Tacho 200 Spitze und ein nachgeschärftes Fahrwerk sind seine Trümpfe.

Funktionalität prägt den Up durch und durch. Extravagant ist nur seine Glas-Heckklappe.
Bild: Christoph Börries/AUTO BILD
Das macht Ärger: VW spendierte zwei Jahre Neuwagengarantie (Sondermodelle bis zu fünf Jahre/50000 Kilometer), drei Jahre Lackgarantie sowie zwölf Jahre Garantie gegen Durchrostung. Die Qualität ist für die Fahrzeugklasse spätestens ab 2014 überdurchschnittlich.
Gefällt uns
- Ausgewogenes Fahrzeugkonzept
- Breite Antriebspalette
- Günstige Unterhaltskosten
Gefällt uns nicht
- Magere Serienausstattung
- Müder Basisbenziner
- Ältere e-Up-Modelle mit mäßiger Reichweite
Nervig sind die wenig standfesten Bremsen und das oftmals ruckelig schaltende ASG-Automatikgetriebe. Erdgas- und Elektrovariante können bei Defekten teuer werden. Etliche Besitzer sparten an der Pflege, Poolfahrzeuge wurden auf Kurzstrecke gern rangenommen. Beim Kraftfahrt-Bundesamt sind insgesamt elf Rückrufe hinterlegt.
Unterhaltskosten
Testverbrauch | 5,2 l S/100 km |
|---|---|
CO₂ gem. NEFZ-Zyklus | 122 g/km |
Inspektion | 250-450 Euro |
Haftpflicht (16)* | 486 Euro |
Teilkasko (15)* | 527 Euro |
Vollkasko (12)* | 660 Euro |
Kfz-Steuer (Euro 6) | 74 Euro |
Ersatzteilpreise*
Lichtmaschine (AT) | 925 Euro |
|---|---|
Anlasser (AT) | 594 Euro |
Wasserpumpe | 630 Euro |
Zahnriemen | 686 Euro |
Hauptschalldämpfer | 407 Euro |
Kotflügel vorn links, lackiert | 1068 Euro |
Bremsscheiben und -klötze v. | 607 Euro |
Radioeinheit | 1017 Euro |
4 Sommerreifen (Dimension 165/70 R 14 81T) | 480 Euro |
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