Gebrauchtwagentipps: Diesel mit Fun-Faktor
Diese drei Diesel machen Spaß – und kosten gebraucht unter 20.000 Euro

Ob vier, fünf oder sechs Zylinder: Diese drei Gebrauchten Autos mit Dieselmotor bieten mächtig Fahrfreude bei bezahlbaren Preisen.
Bild: Sven Krieger/AUTO BILD
Elektroautos schön und gut – aber es gibt noch immer zahlreiche Gründe, sich für ein gebrauchtes Auto mit Dieselmotor zu entscheiden. Denn das ist erstens bereits produziert – ein deutlicher Gewinn für die Umwelt – und zweitens auf der Langstrecke sparsam. Außerdem brauchen sich Dieselfahrer keine Gedanken über die Reichweite machen. Ein normal großer ermöglicht hier in der Regel 800 Kilometer und mehr. Aber kann das auch Spaß machen? Klar! Wir stellen drei Modelle bis 20.000 Euro vor.
Der 120d vereint die besten BMW-Tugenden miteinander
In der Kompaktklasse hält der BMW 1er die Fahrspaßkrone hoch. Die Rede ist konkret von der bereits abgelösten Generation F20/F21 mit Hinterradantrieb (oder wahlweise Allrad). Mit ausgeglichener Gewichtsverteilung und ohne Antriebseinflüsse in der Lenkung gibt sich der gut 4,30 Meter lange Bayer wunderbar agil, bleibt – zum Premium-Anspruch passend – auf der Autobahn aber trotzdem leise und stressfrei.

Fahrerorientiertes, modernes Cockpit. Das große Navi Professional kostet damals viel Geld, ist aber bis heute problemlos zu gebrauchen.
Bild: Sven Krieger/AUTO BILD
Das Facelift-Modell startet zwar bereits als 116d mit 116 PS (Motorcode B37), allerdings nur mit drei Zylindern und eher bescheidener Laufkultur. Auf der Langstrecke fehlen mit 1,5 Litern Hubraum etwas die Reserven für richtigen Fahrspaß. Wir empfehlen eher den Zweiliter-Diesel 118d (150 PS) oder besser noch den 120d (190 PS), der noch etwas mehr Drehmoment bietet (400 zu 320 Newtonmeter). Beide waren entweder mit 6-Gang-Schaltung oder 8-Gang-Automatik erhältlich. Eher selten anzutreffen ist der 125d (224 PS), der ausschließlich mit 8-Gang-Automatikgetriebe kam.
Toll: Die BMW-Diesel lassen sich auch mal ausdrehen, wirken nicht lethargisch oder gar unwillig. Im Alltag sind sechs Liter Verbrauch realistisch. Wer es drauf anlegt, kommt auch mit ungefähr fünf Litern aus. Etwas Kompromisse fordert das Antriebskonzept mit längs eingebautem Motor und Hinterradantrieb vor allem in der zweiten Reihe: Der Knieraum ist knapp, Kindersitze zu montieren eher unbequem. Singles oder Paare kommen mit dem Platzangebot des Einsers (360 bis 1200 Liter Kofferraum) aber bestens zurecht.
Die Preise für ein Facelift-Modell (ab 2015) mit 100.000 Kilometern starten bei ca. 13.000 Euro für einen 118d, ungefähr 15.000 Euro werden für einen 120d fällig.
Der Audi A4 3.0 TDI ist ein Geheimtipp für Genießer
Der seit 2015 gebaute Audi A4 (intern als B9 bezeichnet) ist ohnehin ein feines Auto: gut verarbeitet, geradlinig gezeichnet, als Kombi durchaus familientauglich. Und auf Wunsch mit einem besonderen Schmankerl ausgerüstet: dem Dreiliter-V6-TDI, entweder mit 218 PS und 400 Newtonmetern oder 272 PS und ganzen 600 Newtonmetern. Für ein paar Monate im Monat 2019 erstarken beide Motoren noch einmal wenig. Den Verbrauch schätzen wir auf realistische sechs bis sieben Liter Diesel, auch wenn Audi nur knapp fünf Liter angibt. Mittlerweile ist ein Sechszylinder-Diesel nur noch im S4 TDI (341 PS) zu haben.

Das schnörkellose Design des A4 ist gut gealtert, er wird bereits seit 2015 gebaut.
Bild: Harald Almonat/AUTO BILD
Kleine Einschränkung: Die 218-PS-Version muss mit dem 7-Gang-DSG und Frontantrieb auskommen (Quattro gab's optional), während die stärkere Ausbaustufe serienmäßig mit Allrad-Antrieb und sanfter schaltender 8-Gang-Automatik ausgestattet ist. Aber dafür ist der Audi so eben auch schon ab knapp 20.000 Euro zu haben – mit Laufleistung von 100.000 bis 150.000 Kilometern.
Der Volvo V70 D5 ist echtes Schwedenstahl
Ein Auto wie eine Burg: Diesem Anspruch wird die von 2007 bis 2016 gebaute Generation des Volvo V70 voll und ganz gerecht. Eine solide Verarbeitung, hohe Insassensicherheit und ein großzügiges Platzangebot sprechen für sich.

4,83 Meter sind lang, die Rücksicht ist aber nicht schlecht. Eine Einparkhilfe zumindest hinten sollte an Bord sein.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Auf ganzen 4,82 Meter Länge bietet er eine Menge Platz für vier Personen. Und, im Gegensatz zu seinem Nachfolger V90, auch Fünfzylinder-Dieselmotoren. Dessen letzte Ausbaustufe (D4 AWD, ab 06/2013) leistete 181 PS, es gab vorher aber auch Versionen mit über 200 PS. Achtung: Auch ein D4-Diesel ohne Allrad war im Angebot. Dabei handelte es sich allerdings um einen Vierzylinder (am besten eignet sich online die Suche über den Hubraum ">2300 cm3").
Der 2,4-Liter passt mit seiner satten Kraftentfaltung bestens zum V70, für den Sportlichkeit im Grunde ein Fremdwort ist. Die Fahrleistungen (9,4 Sekunden auf Tempo 100, 210 km/h Spitze) gehen völlig in Ordnung, natürlich ist der Schwede in dieser Konfiguration aber auch kein Leichtgewicht. 1880 Kilo stehen auf der Waage – leer, wohlgemerkt. Volvo gibt 5,9 Liter Verbrauch an, uns scheinen rund sieben bis acht Liter realistisch.

Wenig Fragen: Das Cockpit gibt sich aufgeräumt, die Sitze geben sich weich und ohne besonders viel Seitenhalt.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Ein absolutes Highlight ist der Sound, sonor mit schrillen Frequenzen, das gibt es heute schlicht und einfach nicht mehr, zumindest nicht unter den Dieselmotoren.
Die Preise für gebrauchte V70 sind nicht günstig, Gebrauchte haben einen soliden Ruf und sind beliebt. Wer ein Exemplar ab Baujahr 2013 sucht, das nicht mehr als 150.000 Kilometer aufweisen soll, muss mindestens 18.000 Euro investieren.
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