Gesetzgebung
Richter müssen es richten

Weil Politiker patzen: Schlampig gemachte Gesetzte scheitern am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Karlsruhe kämpft für mehr Freiheit des Einzelnen, Politiker für mehr Sicherheit.
- Claudius Maintz
Wenn Verfassungsrichter stinksauer sind, hört sich das so an: "Die beanstandeten Regelungen genügen nicht dem Gebot der Normenbestimmtheit und -klarheit, da sie weder den Anlass noch den Ermittlungszweck benennen, dem die Erhebung und der Abgleich der Daten dienen soll." Mit dieser Begründung hat das Bundesverfassungsgerich (BVerfG) die Gesetze aus Hessen und Schleswig-Holstein zur automatischen Erfassung von Kennzeichen gekippt. Niemand könne den Regelwerken Sinn und Zweck entnehmen. "Sie erfüllen nicht mal den Mindeststandard des Bestimmtheitsgebots", sagt ein Karlsruher Insider. Das Gleiche gelte für das kurz vorher ebenfalls für nichtig erklärte Regelwerk aus Nordrhein-Westfalen zur Online-Durchsuchung. Die Vorschriften seien für einen demokratischen Rechtsstaat viel zu schwammig formuliert worden.

Bild: H. Almonat

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