Am 5. September 2002 stahlen Diebe Hans-Peter Meisters Traum – besser gesagt: seinen Traumwagen. Einen Mercedes 300 D Turbo, rauchsilbermetallic, Sitzmuster Karo Brasil. Vier Jahre zuvor gebraucht für 38.950 Mark gekauft, ein ständiger Begleiter in Urlaub und Alltag. Der Maschinenbauingenieur hielt dem W 124 auch in schlechten Zeiten die Treue, als er seine Arbeit verlor. In dieser Zeit, etwa bei Kilometer 255.000, schlugen die Kriminellen zu. "Das war gar nicht lustig", sagt der Rentner heute. Meister stieg erst mal um, auf einen 1969er Wartburg Tourist 353.
Mercedes W124 geklaut
Der geklaute 124er geriet bei Hans-Peter Meister in den Hintergrund der Erinnerung – doch ganz vergessen hat der Mercedes-Liebhaber ihn nie.
Bild: Harald Almonat
Heute hat Meister ein T-Modell der aktuellen Baureihe W212. Der geklaute 124er rollte in all den Jahren in den Hintergrund seiner Erinnerung. Dann rief die Kriminalpolizei an. Der verloren geglaubte 300er ging Fahndern in Passau ins Netz. Am Steuer: ein Bulgare. Die Polizei recherchierte, dass der Wagen am 7. November 2002 mit gefälschter Fahrgestellnummer in Mazedonien zugelassen wurde. Zurück bekommt Meister seinen Benz aber nicht. Er gehört jetzt seiner Versicherung.