GM-Rückrufe in den USA: Vergleich
Zündschloss-Debakel kostet GM 900 Millionen

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Das Zündschloss-Debakel bei General Motors wird richtig teuer. GM einigt sich mit dem Justizministerium auf einen Vergleich – und zahlt dafür 900 Millionen Dollar.
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(dpa/rtr/cj/brü/lhp) Um strafrechtliche Konsequenzen durch den Skandal um defekte Zündschlösser zu vermeiden, zahlt General Motors (GM) 900 Millionen Dollar. Auf diese Summe, umgerechnet 795 Mio. Euro, einigte sich die Opel-Mutter mit den US-Behörden, damit das Strafverfahren beigelegt wird. Mit den Zündschloss-Problemen werden 124 Todesfälle in Verbindung gebracht. In dem am Donnerstag (17. September 2015) bekannt gemachten Vergleich räumte der größte US-Autobauer ein, die Defekte nicht öffentlich gemacht und so Aufsichtsbehörden und Kunden über die Sicherheit betroffener Fahrzeuge in die Irre geführt zu haben. Dies geht aus Unterlagen hervor, die bei einem New Yorker Gericht eingereicht wurden. GM stimmte nach eigener Auskunft zudem einer teilweisen Einigung in zivilrechtlichen Verfahren zu. Das Unternehmen kämpft wegen fehlerhafter Zündschlösser mit Millionen von Rückrufen und hohen Entschädigungsforderungen.
575 Millionen Dollar Sonderbelastung
GM kündigte zudem eine Sonderbelastung in Höhe von 575 Millionen Dollar im dritten Quartal für die Beilegung von Zivilklagen an. Damit würden Schadenersatzansprüche in etwa 1385 Verletzungs- und Todesfällen im Zusammenhang mit den Zündschloss-Defekten abgedeckt. Zuvor war GM in den USA auf Zahlung von zehn Milliarden Dollar (ca. 7,4 Mrd. Euro) Schadenersatz verklagt worden, weil wegen der vielen Rückrufe der Wiederverkaufswert von GM-Gebrauchtwagen gesunken sein soll. Der Vorwurf der Kläger: GM habe in großem Stil Defekte verschleiert. Noch ist nicht bekannt, in welchem Umfang durch den Vergleich die Zivilklagen vom Tisch sind.
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Auch ein Opel-Modell wurde von der Rückrufwelle erfasst: 4223 Opel GT müssen in die Werkstatt.
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Unbequeme Fragen an Konzernchefin Barra
Wegen des Skandals musste sich die seit Jahresbeginn amtierende GM-Chefin Mary Barra im Sommer 2014 kritische Fragen vor dem Kongress in Washington gefallen lassen. Zwar habe ein GM-Bericht die Verfehlungen einzelner Mitarbeiter aufgeführt, jedoch habe dieser nicht geklärt, wer letztlich an der Spitze verantwortlich gewesen sei, sagte eine Abgeordnete. Sie merkte an, dass Barra vor ihrer Berufung zur Konzernchefin die Entwicklungsabteilung geleitet habe und damit auch zuständig für die Fahrzeugsicherheit gewesen sei.
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Vor dem US-Kongress muss GM-Chefin Mary Barra Rede und Antwort stehen.
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Bei den defekten Zündschlössern kann der Schlüssel während der Fahrt in die "Aus"-Position springen.
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