GP von Kanada 2008
Kubica macht Träume wahr

Robert Kubica war der strahlende Gewinner in Montreal, und schon scheint Ferrari Interesse am Polen anzumelden. Während sein Teamkollege Nick Heidfeld trotz seines zweiten Platzes genervt war, wurde Lewis Hamilton verspottet.
- Robert Dunker
Dieser Tage dreht sich eben doch nicht alles in der europäischen Sportpresse um Fußball. Die englische "Sunday Times" begann ihren Sportteil mit einem Galopprennen, am Montag rief die polnische "Gazeta Wyborcza" in der Formel 1 einen neuen Helden aus. "Kubica ist groß", und sprach vom "größten Erfolg des polnischen Sports in diesem Jahr". Als ob es unseren Nachbarn so leichter fiele, das 0:2 gegen Deutschland zum EM-Auftakt verschmerzen zu können. Dabei wurde dem gebürtigen Krakauer Robert Kubica (23) die Ehre zuteil, den ersten Sieg für den Rennstall des Münchner BMW-Konzerns, Lieblingsspross der deutschen Autonation, einzufahren; drei Jahre nach Übernahme des Sauber-Teams wurde der Traum der BMW-Truppe wahr. Aber eben nicht durch den Deutschen Nick Heidfeld, der für diesen Sieg prädestiniert schien. Er wurde beim Großen Preis von Kanada hinter Kubica als Zweiter abgewinkt. "Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden. Es hat alles gepasst. Aber dass wir einen Doppelsieg einfahren würden, daran haben wir im Traum nicht gedacht", jubelte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen.

Der Wert von Rober Kubica ist um ein Vielfaches gestiegen

Der sonst eher stoische "Iceman" stürmte nach dem Einschlag Hamiltons in das Heck des Ferrari wutentbrannt auf den Briten zu und deutete auf die rote Ampel. Selbst in seiner Heimat wurde er nach dem "dämlichen" Fehler ("Daily Mail") verspottet: "Dummer Junge Lew", höhnte "The Sun". Selbst die angesehene "Times" titelte: "Hamilton auf Kollisionskurs zur Katastrophe." Und der "Daily Telegraph" brachte die Situation auf den Punkt: Dummer Boxenstopp-Fehler kostet Hamilton einen hohen Preis." Nico Rosberg, der sich beim kuriosen Unfall an Hamiltons Silberpfeil seinen Frontflügel zerstörte und am Ende Zehnter wurde, haderte mit seinem Rennpech. "Ich habe die rote Ampel gesehen, aber zu spät. Da war so viel drin", fluchte der deutsche Williams-Pilot. Wie Hamilton wurde er von der Rennleitung in der Startaufstellung für das nächste Rennen in Magny-Cours (22. Juni 2008) zehn Plätze nach hinten strafversetzt.
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