GP von Monaco 2008
Hamilton siegte im Chaos von Monte Carlo

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Lewis Hamilton hat zum ersten Mal den GP von Monaco gewonnen und damit die Ferrari-Erfolgsserie der vergangenen vier Rennen beendet. Er profitierte von der im Regen patzenden Konkurrenz.
Wie ein kleines Kind prügelte Lewis Hamilton nach der Zieldurchfahrt mit den Fäusten auf das Lenkrad seines Wagens. Er wollte zunächst gar nicht mehr aufhören, gerade so, als sei er bockig über den Verlauf seines Arbeitstages gewesen, doch die juvenile Freude war nichts anderes als Ausdruck der Erleichterung nach seinem Sieg beim Formel-1-Rennen am Sonntag (25. Mai 2008) in Monte Carlo. Denn in der von Unfällen und Drehern geprägten Hetzjagd auf der engen Piste wäre leicht auch ein anderer, weitaus schlimmerer Ausgang möglich gewesen. "Das ist der Höhepunkt meiner Rennfahrerkarriere", jubelte der Brite später. "Bis an mein Lebensende werde ich dieses Rennen nicht mehr vergessen." Die Euphorie erschien begründet. Denn mit dem Erfolg übernahm der McLaren-Mercedes-Pilot auch wieder die Führung im Gesamtklassement von Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen, der beim Chaosrennen nur Neunter geworden war. Platz zwei ging an den Polen Robert Kubica im BMW-Sauber vor Ferrari-Pilot Felipe Massa. Bester Deutscher war überraschend Sebastian Vettel, der im Toro Rosso Fünfter wurde und damit die ersten vier WM-Punkte in diesem Jahr einfuhr. "Ein sensationeller Lewis", sagte derweil Mercedes-Sportchef Norbert Haug sichtbar glücklich: "Für uns ist unser sechster Sieg hier der bisher Großartigste." vom Start weg hatte das Rennen allerdings mehr einer Lotterie denn einem sportlich fairen Wettkampf geglichen. Immer stärker werdender Regen verwandelte die Piste im Fürstentum bisweilen in eine Rutschbahn, die einige Piloten auch angesichts der zunehmend schwierigen Sichtverhältnisse nicht mehr meistern konnten. Als erster Fahrer zollte David Coulthard den Bedingungen Tribut und setzte seinen Red-Bull in die Leitplanken. Als er endlich stand, fuhr ihm auch noch der Franzose Sébastien Bourdais (Toro Rosso) ins Heck. Es waren die ersten beiden von insgesamt sechs Ausfällen an diesem denkwürdigen Nachmittag.
Auch der Sieger blieb nicht ungeschoren

Pechvogel des Tages: Adrian Sutil

Was wird aus Quick Nick?
Ein völlig verkorkstes Wochenende erlebte auch Nick Heidfeld. Am Samstag schon war der Mönchengladbacher ziemlich ratlos gewesen, nachdem er das Qualifying als 13. hatte beenden müssen. Gestern dann setzten sich die persönlichen Chaostage für den 31-Jährigen fort. Am Ende wurde er nur 14. Vom Weltmeistertitel hatte er einst geträumt, nun muss er um seinen Verbleib in der Formel 1 fürchten. "Wenn er den Platz bei BMW-Sauber verliert, sind seine Chancen, Weltmeister zu werden, gleich Null. Wer will ihn dann noch nehmen?", sagte der BMW-Kenner und heutige VW-Repräsentant Hans-Joachim Stuck. Von einer Krise mochte der Gescholtene dagegen noch nicht sprechen. "Die schwierigsten Zeiten waren die, als ich im Winter nicht wusste, was nächstes Jahr passiert", sagte Heidfeld, dessen Spitzname "Quick Nick" derzeit mehr als unpassend wirkt. Immerhin räumte er ehrlich ein: "Es ist offensichtlich, dass ich im Moment nicht zurecht komme. Auf der anderen Seite wissen das Team und ich, dass ich das Fahren nicht verlernt habe." Welche Fähigkeiten Heidfeld tatsächlich besitzt, kann er in zwei Wochen beweisen. Dann steht in Montreal der nächste WM-Lauf an.
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