ADAC GT Masters: Die technischen Daten der Supersportler

GT Masters: Interview Timo Scheider

"Darf mit ausgefahrenen Ellbogen fahren"

Am Wochenende startet die neue ADAC GT Masters Saison. Mit dabei: der zweimalige DTM-Champion Timo Scheider. Wir haben mit ihm gesprochen.
AUTO BILD MOTORSPORT: Herr Scheider, Sie sind von 2000 bis 2016 bis auf ein Jahr DTM gefahren und nun in das ADAC GT Masters gewechselt. Dort fahren Sie einen BMW M6 GT3 für Team Schnitzer. Was hat Sie zum Einstieg in die Liga der Supersportwagen bewogen?
Timo Scheider (39): Die GT-­Klasse entwickelt sich sehr gut. Es stehen diese Saison 37 spektakuläre Rennwagen am Start. Die Szene hat sehr an Respekt und Ansehen gewonnen. Das GT Masters in Kombination mit meinem Engagement in der ­Rallycross-WM ist ein gutes Paket für mich.
Warum ist das Fahren dieser Sportwagen so besonders?
Mit den Rennern können wir super überholen, weil wir Gegnern in Kurven dicht hinterherfahren können. Das liegt daran, dass die Boliden aerodynamisch nicht so ausgefeilt sind wie DTM-Autos zum Beispiel. Das ist das, was sich ein Rennfahrer wünscht und Spaß macht. 
Und auch den Fans gefällt?

Scheider startet mit einem BMW M6 GT3

Ja klar! Diese Momente, wo es in Zweikämpfen eng zugeht und auch mal gedrückt und geschoben wird, sind super. Es gehört zum Motorsport, dass man mit ausgefahrenen Ellenbogen fahren darf. Keiner findet es spannend, wenn wir aufgereiht wie an einer Perlenschnur hintereinander herfahren. 
Ein DTM-Auto ist mit 1120 Kilo ohne Fahrer ungefähr 200 Kilo leichter und hat rund 35 PS weniger als Ihr neuer BMW M6 GT3 mit 585 PS …
Ein DTM-Renner ist agiler. Er hat auch mehr Abtrieb in den Kurven als mein BMW. Durch die höhere Masse sind die GT-Boliden in der Reaktion und Bewegung träger. Dafür haben sie mehr Power beim Beschleunigen. 

ADAC GT Masters: Die technischen Daten der Supersportler

Sie teilen sich Ihren BMW mit einem anderen Piloten. Ein völlig neues Gefühl.
Genau, jeder fährt ein halbes Rennen. Das Auto zu teilen ist wieder etwas Neues für mich. Wir müssen unseren BMW M6 GT3 so auf die Strecken abstimmen, dass wir beide mit ihm zurechtkommen. Deshalb müssen wir auch unsere Fahrstile anpassen und Kompromisse eingehen. Auch schwierig: Wir haben nur einen Reifensatz im Rennen, mit dem wir über die Runden kommen müssen. 
2017 gab es im GT Masters neun verschiedene Sieger in 14 Rennen. Ihr Saisonziel 2018?
Ganz klar: Rennsiege einfahren und um den Titel mitkämpfen.

2008 und 2009 wurde Scheider DTM-Champion

Sie waren 2008 und 2009 DTM-Meister. Welche Bedeutung hätte ein GT-Masters-­Titel für Sie?
Es schadet meiner Vita nicht (lacht). Aber von der reinen Wertigkeit hat das GT Masters noch nicht den hohen Stellenwert der DTM. Ich habe als Rennfahrer allerdings immer das Ziel, Erfolge zu feiern. Und da sich die GT-Szene gerade positiv entwickelt, wäre es nicht schlecht, wenn der Name Scheider Ausrufezeichen setzen kann.
Eine Frage noch zur DTM. 2019 steigt Mercedes aus, wie empfinden Sie das?
Mit zwölf Autos wird es die DTM nicht mehr geben. Davon bin ich überzeugt. Das werden sich die Hersteller nicht antun, weil die Wertigkeit im Verhältnis zu den Kosten und der Vermarktung zu gering ist. Die DTM braucht weitere Automarken im Feld. Ich würde mich für die DTM freuen, wenn eine der japanischen Marken einsteigen würde. Aber da­ran glaube ich nicht. Wenn doch, fahre ich eines Tages vielleicht auch noch einmal mit.

Autor: Alexander Warneke

Fotos: Hersteller

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