Ergebnisse des H7-Lampen-Tests

H7-Lampen im Test

Teure Lampe, gutes Licht?

Was taugen H7-Lampen in verschiedenen Preissegmenten? Im Auftrag von AUTO BILD hat die DEKRA in ihrem Labor im niederländischen Arnheim 20 Paare des meistverkauften Lampentyps H7 getestet.
Autolampen gehören zu den meistverkauften Ersatzteilen. Und zu den lebenswichtigsten, schließlich muss man eine Gefahr zuerst sehen, bevor man auf die Bremse treten kann. Deshalb führt AUTO BILD seit 22 Jahren Lampentests durch. Stets mit kompetentem Partner in akkreditierten Laboren, die vom Kraftfahrtbundesamt für die Typprüfung von Leuchtmitteln und Scheinwerfern zugelassen sind. Dieses Jahr: das lichttechnische Labor der DEKRA in Arnheim. Wichtigster Aspekt dabei ist die Sicherheit. Wie weit kann man mit einer Lampe sehen, wie stark blendet sie den Gegenverkehr?

H7-Lampen: Teuer muss nicht gut sein

Gutes Licht: Scharfe, exakt waagerechte verlaufende Hell-Dunkel-Grenze (HDG) und klar definierter 15-Grad-Anstieg.

Dafür wird die Helligkeit in verschiedenen Messpunkten ermittelt. Die tragen Namen wie 75R, was nichts anderes bedeutet, als dass sich dieser Punkt 75 Meter vor dem Auto am rechten Fahrbahnrand befindet. 50L dementsprechend links und 50V vor dem Auto. Ziemlich wichtig ist auch der Prüfpunkt B50L. Das B steht für Blendung, dieser Messpunkt simuliert die Augen eines entgegenkommenden Autofahrers. Und wirbelt das Ergebnis ziemlich durcheinander. Denn der von Valeo ausgeliehene Prüfscheinwerfer von einem VW T6 holt mit seinem großen Freiflächen-Reflektor das Maximum aus jeder Lampe heraus, verstärkt aber zugleich deren Fehler. Eine ausgereizte Hochleistungslampe wie die Osram Night Breaker überschreitet den zulässigen Grenzwert von 350 cd (cd: Candela, Helligkeit einer Kerze) um 64 Prozent – null Punkte.
Apropos Hochleistung: Viele Hersteller versprechen plus 30, 90, ja bis zu 150 Prozent. Was ist damit gemeint? Auf den Preis treffen solche Aussagen in jedem Fall zu. Manche Modelle sind 150 Prozent teurer als andere ... Wie viel auch immer die Hersteller nehmen, bei der Helligkeit stoßen sie an gesetzliche Grenzen. Bei der H7-Lampe beträgt die zulässige Menge Licht 1500 Lumen (lm), plus/minus zehn Prozent. Dieser Wert wird nur von der JMP Naos und dem nicht zugelassenen LED-Umbausatz überschritten. Wobei die LED-Bastelbrenner das Licht in unbekannte Richtung verschwinden ließen – es war weder auf der Straße zu finden noch blendeten sie. Fahren kann man damit jedenfalls nicht, so viel als Warnung an die unbelehrbare Tuning-Fraktion, selbst das Standlicht ist heller. Außerdem sind sie viel zu groß, sodass der Deckel hinten nicht mehr auf den Scheinwerfer passt und Dreck eindringt.

No-Name-Produkte mit guten Ergebnissen

Schlechtes Licht: Die ganze Lichtverteilung ist ein einziges Wischiwaschi, auf der linken Seite ist keine klare HDG erkennbar.

Ohnehin beginnt unterhalb von 30 Punkten das Tal der Finsternis. Dass die Gread es auf 29 schaffte, ist der Bepunktung geschuldet – eine Lampe ohne Licht blendet auch nicht. Und das Kraftfahrtbundesamt wird sich wie schon im Vorjahr bei den H4-Lampen dafür interessieren, woher die E1-Zulassung stammt. Überraschend hingegen die sehr gute Leistung der Aldi-Lampe. Überhaupt landen vier No-Name-Produkte unter den ersten fünf. Die Erklärung: Auch in Asien, wo diese zumeist gefertigt werden, lernt man dazu und beherrscht inzwischen die H7-Fertigung. So gut, dass auch bekannte Marken ihre Produkte dort herstellen lassen.
# H7-Lampen im Test
1.

Car Xtras Autolampen Box

Preis*: 5,99 Euro
Testerurteil: sehr gut

2.

GE Megalight Ultra +90

Preis: 16,42 Euro
Testurteil: gut

3.

JMP Naos Autolampe Longlife

Preis: 5,38 Euro
Testurteil: gut

3.

JMP Naos Autolampe +90%

Preis: 17,52 Euro
Testurteil: gut

5.

Luminizer 4040 HALO H7

Preis: 2,80 Euro
Testurteil: gut

6.

Philips Vision +30%

Preis: 17,79 Euro
Testurteil: gut

7.

Osram Original

Preis: 17,79 Euro
Testurteil: befriedigend

8.

Osram Night Breaker Laser +130%

Preis: 27,89 Euro
Testurteil: befriedigend

9.

Beluxx H7

Preis: 7,80 Euro
Testurteil: befriedigend

10.

Philips Xtreme Vision +130%

Preis: 39,88 Euro
Testurteil: befriedigend

*Einkaufspreise der Produkte

So haben AUTO BILD und DEKRA getestet

Die Durchführung des Tests lag in den Händen des akkreditierten Lichtlabors der DEKRA Certification B.V. in Arnheim, Niederlande, unter der Leitung von Dipl.-Ing. Gertjan Muda und erfolgte gemäß der UN-Regelung 112 für Scheinwerfer. Dieser stammte von einem VW T6 und wurde von Valeo zur Verfügung gestellt. Die Lampen haben wir im Juni 2019 zum angegebenen Preis im örtlichen Autozubehör, Baumärkten und im Internet gekauft. Vor Beginn der eigentlichen Tests wurde jede Lampe in einem exakt definierten Zyklus aus Ein- und Ausschaltvorgängen eine Stunde lang eingebrannt. Die Prüfspannung während aller Messungen betrug 13,2 Volt. Die Auswahl des Valeo-Scheinwerfers war kein Zufall: Mit seinem großen Reflektor bietet der T6 nicht nur generell eine gute Ausleuchtung, sondern bildet auch die Fehler zweifelhafter Lampen deutlich auf der Projektionsfläche ab, erleichtert so die exakte Beurteilung.
Fazit von Hendrik Dieckmann: Verkehrte Welt: Nur GE rettet die Ehre der großen Marken. Philips und Osram folgen erst auf den Rängen sechs und sieben. Die gute Nachricht: Es gibt mittlerweile sehr ordentliches Licht für weniger als zehn Euro pro Paar.

Stichworte:

Scheinwerfer

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