Der deutsche Automarkt brach auch im Juli 2010 um rund ein Drittel im Vergleich zum Vorjahresmonat ein. Und die 237.428 Neuzulassungen bedeuteten sogar ein Minus von fast zehn Prozent gegenüber 2008, dem Jahr vor der Abwrackprämie. Zwischen all den regelmäßigen Trauermeldungen findet Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), aber auch Erfreuliches. "Der Clean-Diesel meldet sich zurück", frohlockt der VDA-Chef. Deutschland dieselt wieder. Im Juli wurden 43,4 Prozent der neuen Pkw von einem Selbstzünder angetrieben, vor einem Jahr waren es lediglich 29,3 Prozent. Ein Grund für den hohen Dieselanteil ist das Ende des Booms bei den kleinen Benzinern, die von der Abwrackprämie 2009 in besonderem Maße profitiert hatten.

Hier gibt es weitere Hitlisten sowie die Jahreshitliste 2009

Lancia Delta 1.8 Di Turbojet 16v
Bild: werk
In absoluten Zahlen ist der Diesel sogar so stark wie noch nie. Im Juli 2010 wurden rund acht Millionen Tonnen Dieselkraftstoff in den Pkw und Lastern verbrannt – Rekord. Hersteller wie Opel (minus 43,5 Prozent im Juli) tröstet das kaum. Sie leiden weiterhin unter der Kaufzurückhaltung der Deutschen. Grund zur Freude hatten dagegen Porsche (plus 14,3 Prozent), Mercedes (+8,1) und BMW (+3,7). Marken wie Lancia (nur 101 Verkäufe im Juli, minus 69 Prozent) droht derzeit bei uns die völlige Bedeutungslosigkeit. Und auch das Exportgeschäft, im Juni noch Grund zu großer Freude, wächst inzwischen langsamer; im Juli nur noch um sechs Prozent. Gegenüber 2008 sind die Auto-Ausfuhren sogar um fünf Prozent im Minus. Das Autojahr 2010 bleibt schwierig.