Fahrbericht Honda CR-V Hybrid

Honda CR-V Hybrid: Test

Spezielles Doppelherz im CR-V

Den Honda CR-V gibt es seit 1995. Nun kommt die fünfte Generation – auch als Hybrid. AUTO BILD ist das SUV mit dem etwas anderen Doppelherz gefahren.
Honda bringt den neuen CR-V auch als Hybrid. Am ehesten vergleichbar ist der Antrieb mit einem Range Extender, wie ihn zum Beispiel BMW beim i3 einsetzt. Während der Elektromotor mit 184 PS und 315 Nm für den Vortrieb sorgt, dient der Verbrenner, ein 145 PS starker Zweiliter-Vierzylinder, in den allermeisten Fahrsituationen als reiner Stromlieferant. Im Alltagsbetrieb geht aber noch mehr, denn das i-MMD (Intelligent Multi-Mode Drive) genannte System bietet insgesamt drei Modi, die wir bei einer Ausfahrt getestet haben.

Der rein elektrische Modus reicht nur zum Anfahren

Schnell am Ende: Rein elektrisches Fahren beherrscht der CR-V Hybrid auch – genau zwei Kilometer weit.

Im auch per Tastendruck wählbaren EV-Modus läuft der Honda rein elektrisch – beim Anfahren und bei niedrigen Geschwindigkeiten etwa in der Stadt. Der Saft aus dem Lithium-Ionen-Akku reicht allerdings nur für magere zwei Kilometer. Im Hybrid-Modus schaltet sich der Benziner als Stromgenerator zu und versorgt den antreibenden E-Motor mit Energie. Eventuelle Stromüberschüsse wandern in die Akkus und werden dort gespeichert. Nur in seltenen Fällen arbeitet der Honda CR-V im reinen Verbrenner-Modus und koppelt den Benziner direkt und ohne herkömmliches Getriebe an die Räder – meist bei Geschwindigkeiten zwischen 80 und 100 km/h. Das Hin- und Herschalten zwischen den Betriebsmodi geschieht nahezu unmerklich. Lediglich auf dem sieben Zoll großen LCD-Fahrerdisplay kann man verfolgen, was da gerade geschieht. Kein Ruckeln, keine Zugkraftunterbrechung – der Hybrid-Honda fährt sich wie ein ganz normales Automatik-Auto mit Verbrennungsmotor.

Auf Wunsch geht es im Honda auch zügig voran

Sprintstark: Wenn es sein muss, stürmt das 1,7 Tonnen schwere SUV in 8,8 Sekunden auf Tempo 100.

Gewöhnungsbedürftig: Der Benziner agiert akustisch weitgehend entkoppelt von den Gaspedalbefehlen. Da hilft selbst die Active Sound Control nur bedingt, mit der Honda das Beschleunigungsgeräusch anzupassen versucht. Ein Sportmodus soll für ein schnelleres Ansprechverhalten des Gaspedals sorgen – auf der Straße ist davon allerdings nicht viel zu merken. Was allerdings nicht wirklich ein Problem ist: Wie bei elektrischen Antrieben üblich, zieht das 1,7 Tonnen schwere Fahrzeug auch so schon ordentlich an und ist mit Frontantrieb in flotten 8,8 Sekunden (Allrad: 9,2 Sekunden) aus dem Stand auf 100 km/h. Bei 180 km/h wird abgeregelt. Über Schaltwippen am Lenkrad lässt sich die Verzögerung einstellen, wenn der Fahrer vom Gas geht. Der offizielle Durchschnittsverbrauch, gemessen nach WLTP: 5,3 Liter auf 100 Kilometer, was einem CO2-Ausstoß von 120 kg entspricht. Ein vergleichbarer Benziner liegt in der Regel bei rund sieben Liter Verbrauch.
Ansonsten entspricht der hybride CR-V weitgehend seinem konventionell angetriebenen Bruder, der seit Oktober 2018 in Europa auf dem Markt ist. In der neuen Generation verfügt er bei gleicher Außenlänge (4,60 Meter) über einen 3,1 Zentimeter längeren Radstand, der vor allem den Passagieren auf der Rückbank zugute kommt. Dort ist nun auch bei zurückgeschobenen Vordersitzen ausreichend Platz für Erwachsene.

Ab 32.290 Euro ist die Basisversion mit Frontantrieb zu haben

Einstiegspreis: Für knapp über 32.000 Euro steht der CR-V in der Liste, dann hat er nur Frontantrieb.

Der Kofferraum, dessen Klappe sich optional auch berührungslos öffnen lässt, fällt wegen der Akku-Packs unter dem Boden etwas kleiner aus als beim Benziner: Er fasst 497 Liter (statt 561 Liter), bei umgeklappten Sitzen sind es 1694 Liter. Auch auf der Straße benimmt sich der CR-V Hybrid nicht anders als sein rein über Verbrennungsmotor angetriebener Bruder. Die Lenkung ist präzise und ausreichend direkt, die Federung komfortabel. Selbst lange Strecken sind so kein Problem. Das Fahrverhalten erweist sich als gutmütig und problemlos. Die Karosserie ist steifer als beim Vorgänger, und auch das Crash-Verhalten wurde optimiert. Bleiben die Preise. Wenn der Honda CR-V ab dem 16. Februar 2019 bei den Händlern steht, ist er in vier Versionen erhältlich: Die Basis mit Frontantrieb kostet ab 32.290 Euro, die teuerste Modellvariante Executive ist ab 43.590 Euro zu haben. Mit an Bord sind je nach Ausstattungspaket die üblichen Assistenzsysteme und Annehmlichkeiten wie Einparkhilfe, Smartphone-Einbindung über Apple CarPlay und Android Auto, Head-Up-Display, adaptive Geschwindigkeitsregelung, Verkehrszeichenerkennung, elektrische Heckklappe und vieles mehr.

Autor: Jürgen Wolff

Stichworte:

SUV

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