Wohnmobil-Test Hymer B-Klasse Modern Comfort T 600

Hymer B-Klasse Modern Comfort T 600: Wohnmobil-Test

Der hat handfeste PraxisqualitÀten

Rund 6000 Euro mehr als der Tramp S mit Sprinter-Serienchassis kostet die B-Klasse mit SLC-Chassis. Lohnt sich das?
GemĂŒtlich soll es sein, das neue Wohnmobil? Und praktisch auch? Ach so. Tja, da wird's schon schwieriger. Es gibt zwar mittlerweile unzĂ€hlige Wohnwelten bei allen Anbietern, aber mit GemĂŒtlichkeit in Kombination mit Praxisnutzen tun sich einige doch schwer. Das fĂ€ngt schon beim Fehlen von Kleiderhaken im Eingangsbereich an, deren pure PrĂ€senz auf sorgfĂ€ltig ausgewĂ€hlten Wanddekoren manchem Interieurdesigner offenbar körperliche Schmerzen bereitet. Angenehmes Gegenbeispiel: unser gegenwĂ€rtiger Testwagen. Hymer hat in diesem B-Klasse Modern Comfort T 600 genannten Teilintegrierten einen durch und durch ĂŒberzeugenden Spagat zwischen GemĂŒtlichkeit und Praxistauglichkeit geschaffen. Aber fangen wir von vorn an.

Nichts wirkt ĂŒberkandidelt, eher vernĂŒnftig und praktisch

Der riesige Stauraum im Heck beherbergt frostsicher das Ablassventil fĂŒrs Grauwasser.

Das ist er: Ein Reisemobil, bei dem Lust auf große Touren aufkommt. Schon das Ă€ußerliche Gesamtbild wirkt einladend: Aufbau und Mercedes-Sprinter-Fahrerhaus harmonieren formal hervorragend. Dabei fĂ€llt besonders eine Mischung aus ebenso gediegener wie robuster Ausstrahlung auf. Dazu tragen die unlackierten StoßfĂ€nger am schwarzgrauen (390 Euro) Fahrerhaus bei, die einfachen Radzierblenden und der nur dezent dekorbeklebte, strahlend weiße Aufbau. Nichts wirkt hier ĂŒberkandidelt. Eher vernĂŒnftig und praktisch. Über große, teils federgestĂŒtzte Klappen rundum lassen sich Stau- und TechnikrĂ€ume erreichen, der grĂ¶ĂŸte davon im Heck. 350 Kilo darf dieser serienmĂ€ĂŸig tragen, fĂŒr 450 Euro noch mal 100 mehr. Hier gefallen zudem die Riffelblechverkleidung, stabile Zurrösen und das Regalsystem. Das passt also schon mal. Nur robustere Schließer wĂ€ren schön – uns nerven die wackeligen KompressionsverschlĂŒsse mit ihrer Zweihandbedienung.
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Die L-Sitzgruppe bietet Platz fĂŒr bis zu sechs Leute

Im Eingangsbereich gibt es eine vollwertige Garderobe. Rundum sorgt ein stimmungsvolles Lichtkonzept fĂŒr eine angenehme AtmosphĂ€re.

Das hat er: Über die serienmĂ€ĂŸige Trittstufe geht's rein. Mit 60 Zentimetern fĂ€llt die AufbautĂŒr recht schmal aus, dafĂŒr empfĂ€ngt links gleich eine Garderobe mit je drei Haken und FĂ€chern. Sie ist mit gestepptem, filzartigem Stoff bezogen, der gut mit den Möbeldekoren in Mattweiß und Eiche hell harmoniert. DarĂŒber: die Bedienpanels fĂŒr Heizung und Bordtechnik. Rechts fĂŒhrt ein angenehm breiter Durchgang in die L-Sitzgruppe. Sie ist gerĂ€umig und dick gepolstert, bis zu sechs Leute sitzen hier bequem. Die anschließende WinkelkĂŒche bietet ordentlich Stauraum und eine große SpĂŒle. GegenĂŒber steht das Kompaktbad mit Banktoilette. Hier reicht die Bewegungsfreiheit gerade aus – eine Schwenkwandlösung wĂ€re fĂŒr Vielnutzer sinnvoller. Die Einzelbetten im Heck fallen mit maximal 1,97 Metern ordentlich aus und können fĂŒr 195 Euro mit einer sehr stabilen Einlage vereint werden. Gegen 490 Euro stĂŒtzen Tellerfedern statt Abstandsgewirke punktgenau ab. Statt der DachschrĂ€nke werden im Heck fĂŒrs RaumgefĂŒhl auf Wunsch kostenfrei offene Ablagen verbaut.

Das MBUX-Infotainment-System sollte an Bord sein

So fĂ€hrt er: Handlich, komfortabel, sicher – so soll es sein. Und dazu ist nicht unbedingt der dickste Motor nötig. Die Basis leistet bereits 143 PS. Gönnen sollten Sie sich schon eher die famose Neunstufen-Wandlerautomatik (2690 Euro) und das MBUX-Infotainment-System (3490 Euro). Es erleichtert durch die Spracheingabe und den Zehn-Zoll-Bildschirm (sieben Zoll: 1990 Euro) die Bedienung erheblich, zumal eine RĂŒckfahrkamera mit Vogelperspektive integriert ist. Auch die Sicht fĂ€llt durch große Spiegel- und ScheibenflĂ€chen gut aus. Was nervt? Einzig das Geklapper der Verdunklungsplissees – wie immer. Dabei reicht der serienmĂ€ĂŸige Vorhang völlig aus.

Wohnmobil-Test Hymer B-Klasse Modern Comfort T 600

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Fazit von Alex Failing: Ein feiner Teilintegrierter mit handfesten PraxisqualitĂ€ten – das gefĂ€llt uns! Besonders das SLC (Super-Leichtbau-Chassis) zahlt mit seinem Doppelnutzen darauf ein. Die Serienausstattung geht in Ordnung. Um den Sprinter-Vorteil umfĂ€nglich genießen zu können, sollten einige Tausender zusĂ€tzlich fĂŒr Assistenten und Komfort-Extras eingeplant werden. Urteil: 4,5 von fĂŒnf Punkten.

Technische Daten
Motorisierung 418 CDI*, Reihenvierzylinder-Diesel
Leistung 130 kW (177 PS) bei 3800/min
Hubraum 2143 cm3
Drehmoment 400 Nm bei 1800-2400/mi
Höchstgeschwindigkeit 142 km/h
Getriebe/Antrieb Neungangautomatik/Vorderrad
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 65 l/Diesel
LÀnge/Breite/Höhe 7190/2290/2960 mm
Radstand/Bereifung 4000 mm/225/75 R 16 C
Leergew. fahrbereit/Zuladung (Testmobil*) 3002/498 kg
AnhÀngelast (gebremst/ungebremst) 2000/750 kg
Material Wand/Dach/Boden Alu/Alu/GFK
StÀrke Wand/Dach/Boden 34/34/41 mm
Isolierung Wand/Dach/Boden PU/PU/XPS
LiegeflÀche Hubbett L x B 1880 x 1050-1300 mm
LiegeflÀche Heck L x B 1970 bzw. 1890 x 860 mm
KĂŒhlschrank/Eisfach 142/12 l
Herd 3 Flammen
Bordbatterie AGM, 95 Ah
Frisch-/Abwassertank 180/150 l
Gasvorrat/Heizung 2 x 11 kg/Truma Combi 6
Preis/Testwagenpreis ab 71.990 Euro/91.740 Euro
* abgelastet auf 3,5 t (optional kostenfrei)
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