Hymer ML-T 570: Sonder-Edition CrossOver

Hymer ML-T 570 CrossOver: Wohnmobil-Test

Das Hymer-Sondermodell CrossOver im Test

Mit dem ML-T spricht Hymer seit Jahren komfortbewusste Abenteurer an. AUTO BILD REISEMOBIL testet das üppig ausgestattete Sondermodell CrossOver mit Allradantrieb und hoher Autarkie.
Unabhängigkeit ist das, was der Großteil von uns mit dem Besitz eines Wohnmobils verbindet. Anders als bei den meisten Wohnwagen gibt es hier große Wassertanks, und auch Gasvorrat und Bordbatterie stellen die Versorgung mit dem Nötigsten zumindest für ein paar Tage sicher. Grenzen setzen nur die Kapazitäten dieser Features. Wäre es da nicht erstrebenswert, ein paar der Stellschrauben noch ein bisschen weiter zu drehen? Bei Hymer müssen sie sich wohl so was gedacht haben, als sie die CrossOver-Sondermodelle konzipiert haben. Eines davon basiert auf dem Kastenwagen Grand Canyon S, das andere auf dem schmalen Teilintegrierten ML-T 570. Beide rollen serienmäßig auf dem allradgetriebenen Sprinter mit 190-PS-Sechszylinder und Siebenstufen-Wandlerautomatik. Das erhöht schon mal die längsdynamische Unabhängigkeit, hinzukommen aber noch die sechs Kilowatt starke Dieseltherme von Truma sowie das Smart-Battery-System mit Solaranlage und Wechselrichter.

Der ML-T bringt Autarkie und Abenteuer mit

Stollenreifen, Höherlegung um knapp acht Zentimeter, LED-Zusatzscheinwerfern – der Hymer ML-T 570 CrossOver sieht nach Abenteuer aus.

©Sven Krieger / AUTO BILD

Das ist er: Ein gerade noch als kompakt durchgehendes Komfortmobil für zwei, die Wert auf ein Plus an Autarkie legen – und den besonderen Auftritt. Mit Stollenreifen, Höherlegung um knapp acht Zentimeter, LED-Zusatzscheinwerfern und dem am Heck montierten Ersatzrad sieht er sehr nach Abenteuer aus. Hinzu kommen neongelbe Zierstreifen auf dem silbernen Aufbaulack – geradezu progressiv für ein Reisemobil. Das Interieurdesign hat er hingegen mit seinem Serienbruder gemein. Hier dominiert klassische Holzoptik in dunklen Farbtönen; von NeoPep keine Spur. Schade, aber gemütlich ist es. Ambiente-LEDs tauchen alles in weiches Licht, die Polster sind sehr bequem.

Technische Daten
Motorisierung 419 CDI
Leistung 140 kW (190 PS) bei 3800/min
Hubraum 2987 cm3
Drehmoment 440 Nm bei 1400/min
Höchstgeschwindigkeit 100 km/h (> 3,5 t)
Getriebe/Antrieb Siebenstufen-Automatik/Allrad
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 93 l/Diesel + 22 l AdBlue
Länge/Breite/Höhe 6890/2225/3055 mm
Radstand/Bereifung 3665 mm/245/75 R 16
Leergew. fahrbereit/Zuladung (Testmobil) 3420/680 kg
Anhängelast (gebremst/ungebremst) 2000/750 kg
Material Wand/Dach/Boden Alu/Alu/GFK
Isolierung Wand/Dach/Boden PU/PU/XPS
Stärke Wand/Dach/Boden 34/34/46 mm
Liegefläche Heck L x B 1890/1790 x 800 mm
Liegefläche Mitte L x B 1750 x 790 mm
Kühlschrank/inkl. Eisfach Kompressor, 152/17 l
Herd Gas, 3 Flammen
Bordbatterie 2 x Li, 12 V/135 Ah + AGM, 12 V/95 Ah
Frisch-/Abwassertank 120/100 l
Gasvorrat/Heizung 2 x 5 kg/Truma Combi 6 D E
Grundpreis/Testwagenpreis 125.990/133.720 Euro

Innen ist der CrossOver bodenständiger als außen

Innen bietet der Hymer ML-T 570 CrossOver vier Sitz- und drei Schlafplätze.

©Sven Krieger / AUTO BILD

Das hat er: Gleich links vom Eingang eine praktische Garderobe, an die sich die zwei drehbaren Pilotensitze, ein vielfach verstellbarer Tisch und die L-Sitzbank anschließen. Darauf folgt das pflegeleichte Bad mit Schwenkwand, gegenüber die kompakte Küche mit Kocher-Spüle-Kombi und Slimtower-Kompressorkühlschrank. Im Heck gibt's zwei Einzelbetten und reichlich Stauraum in Schränken sowie der Heckgarage. Zwei Airbags, elektrische Tankentleerung und anderes sind serienmäßig, Goodies wie das MBUX-Multimediasystem, Abstandsregeltempomat, Klimaautomatik, Panoramadachfenster, Markise, Passform-Spannbettlaken, Dachreling und vieles mehr gehören zum Editionspaket. So fährt er: Mit der serienmäßigen Topmotorisierung sowie den Assistenzsystemen komfortabel und sicher wie ein Pkw. Die Übersicht ist auch dank der hervorragenden Rückfahrkamera sehr gut, die Bedienung selbsterklärend. Trotz der Stollenreifen geht es im Innenraum sehr leise zu. Die erhöhte Bodenfreiheit entspannt, ambitionierten Offroadfahrern setzt jedoch der Hecküberhang zeitig Grenzen. Zu übermütig sollte man also nicht drauflosfahren – uns hat im Sand nur die Längssperre den Vortrieb gerettet.
Fazit: Das Konzept des ML-T überzeugt schon im Serienzustand. Mit dem CrossOver-Paket geht's noch ein Stückchen weiter – allerdings zu einem Preis, der zum selbstbewussten Auftritt passt. Urteil: vier von fünf Punkten.
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Fotos: Sven Krieger / AUTO BILD

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