Hymer ML-T 580: Fahrbericht
So schlägt sich das neue Interieur beim Wintercamping

Egal wohin, egal wie lange: Der Hymer ML-T 580 hat ein neues Design und jede Menge Abenteuer im Gepäck. So schlägt sich der Allradler mit neuem Interieur beim Wintercamping.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Es sind die inneren Werte, die im Leben wirklich zählen. Und das gilt ganz besonders für Reisemobile. Ein kerniges Äußeres, das Abenteuer verspricht, scheint aber vielen Campern ebenfalls wichtig zu sein. Denn die Nachfrage nach 4x4-Fahrzeugen steigt. Die SUVisierung, wie es im Volksmund heißt, macht auch vor der Reisemobilbranche nicht halt. Dabei ist der Allradantrieb, anders als bei Pkw, die vor allem im Großstadtdschungel bewegt werden, im Reisemobil wirklich sinnvoll.

Bodenfreiheit und AT-Bereifung: ein echter Offroader.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Wir waren während unserer Fotoproduktion mit dem Hymer ML-T 580 jedenfalls heilfroh, dass der schwere Sprinter den Wühlmodus an Bord hatte. Auf der durchweichten und noch vom Schnee bedeckten Wiese des Stellplatzes am Reihersee bei Lüneburg hätten wir uns bei bestem Tauwetter ansonsten so richtig schön im Matsch eingegraben. Und hat man sich erst einmal den Schlamm von den Füßen geputzt, erwartet der ML-T 580 Reisende mit einem der schönsten und gemütlichsten Wohnräume, die es derzeit auf dem Reisemobilmarkt gibt.
Hymer ML-T 580: Neues Design erhält Einzug
Ein Wiederholungstäter. Oder kommt Ihnen der edle Wohnraum mit Bambuselementen, Filzverkleidung, grauen Schrankfronten und cognac-braunen Halteschlaufen etwa nicht bekannt vor? Das Design stellte Hymer erstmals 2020 im innovativen Konzeptfahrzeug Vision Venture vor. In leicht veränderter Form hält der schöne Look jetzt auch in anderen Modellreihen, wie dem ML-T, Einzug. Dass in die Serienfertigung des originellen Interieurs viel Entwicklungsarbeit geflossen ist, merkt man auch an der Qualität. Kein Quietschen oder Knarzen aus dem Aufbau stört während der Fahrt.

Die Sitzgruppe ist wunderbar gemütlich, der schieb- und drehbare Tisch ausreichend groß. Und es gibt keine Stolperstufe im Wohnraum.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Türen, die herausfahrbare Stufe am Heckbett, Tisch und Schränke lassen sich leichtgängig bedienen, ohne wackelig zu wirken. Die Haptik sorgt für Vertrauen in die Qualität des Auf- und Ausbaus. Zumindest solange sich die Offroadeinsätze des Mobils auf schlammige Wiesen, Wege oder grobe Schotterpisten begrenzen. Härteres Gelände wäre zwar für den 4x4-Sprinter machbar, der Aufbau mit dem großen Hecküberhang würde das aber vermutlich nicht lange mitmachen.
Allrad-Camper Hymer: Serienausstattung für komfortable Reisen
Eine Serienausstattung, mit der man komfortabel auf Reisen gehen kann (Truma Combi 6D, Smart-Battery-System, beheizte Außenspiegel, beheizte Tanks). Wer sich, wie die Autorin, in den luxuriösen Testwagen inklusive dimmbarem Ambientelicht, kompletter Zentralverriegelung, Sitzheizung, Dachreling und Allradantrieb verliebt hat, muss aber um einiges tiefer in die Tasche greifen. Die Konfiguration unseres ML-T 580 füllt fünf Seiten, da er fast alles an Bord hat, was Hymer anbietet.

Wer kuscheln möchte, kann die Einzelbetten zu einer großen Liegewiese verbinden.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
So kommt auch der Unterschied von gut 60000 (!) Euro zwischen Basis- und Testwagenpreis zustande. Allein Allradantrieb, Ausstattungspaket Premium TI, u. a. mit MBUX, Regensensor, elektrischer Parkbremse, Distronic, sowie das Autarkie-Paket XL samt zwei zusätzlichen Batterien und Wechselrichter schlagen mit 23560 Euro zu Buche. Für die 190-PS-Variante kommen noch einmal 4990 Euro hinzu. Da lohnt sich ein Vergleich mit dem Sondermodell ML-T Crossover, das viele Elemente der Adventure-Ausstattung bereits ab Werk an Bord hat.
Mercedes Sprinter: technisch ausgereifteste Reisemobilbasis am Markt
Der Mercedes Sprinter ist die komfortabelste und – vor allem in Bezug auf die Assistenzsysteme – technisch ausgereifteste Reisemobilbasis auf dem Markt. Das gilt auch für den soliden und äußerst zuverlässigen semipermanenten und elektronisch gesteuerten Allradantrieb, den es ausschließlich mit der Neunstufen-Wandlerautomatik gibt.

Native Bamboo nennt sich die moderne und edle Designlinie im Hymer ML-T.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Allerdings sorgt die serienmäßige Höherlegung der 4x4-Version für einen recht hohen Schwerpunkt und bei Lastwechsel auf der Straße für ein leichtes (aber völlig ungefährliches) Wanken. Doch daran gewöhnt man sich schnell. Und braucht sich nie wieder Gedanken über schlammige Wildcampingplätze in Schweden oder unwegsame Schotterpisten in Albanien zu machen.
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