Hyundai Staria Hybrid: Test
Optik vom Mars, Technik auf Kurs? So tickt der Staria Hybrid

– Raumschiff für die Straße: Im AUTO BILD-Test muss der Hyundai Staria Hybrid zeigen, was unter seiner spacigen Hülle steckt.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Beep, Beep, Beep … Das in Hamburg vielen gut bekannte akustische Signal der elektrischen Ridesharing-Busse von Moia ertönt, wenn sich beim Fahrgastwechsel die Türen automatisch öffnen.
Genau den gleichen Piepton lässt auch unser Hyundai Staria erklingen, der ebenfalls mit elektrischen Schiebetüren gesegnet ist. Auf dem Hotelparkplatz kommt es prompt zur Verwechslung: Eine kleine Traube fremder Passanten reiht sich vor dem Staria zum Einsteigen auf. Sorry, sieht ähnlich spacig aus, ist aber das falsche Raumschiff!
Futuristisches Design auf über fünf Metern Länge
Auch nach fast vier Jahren ist der Staria selten und zieht mit seiner futuristischen Visier-Front ständig die Blicke auf sich – und wohl auch wegen seiner Größe. Mit 1,99 Meter Höhe sind zwar nicht alle, aber viele Parkhäuser tabu, um die man mit der teils unter 1,90 Meter hohen Konkurrenz keinen Bogen machen muss.

Ordentliches Trumm: Der Hyundai Staria streckt sich auf 5,25 Meter, ist 1,99 Meter hoch. Sein Design sorgt nach wie vor für Aufmerksamkeit.
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Dazu ist der Koloss – anders als viele Kleinbusse – nur in einer Länge erhältlich; die fällt mit stolzen 5,25 Metern wirklich stattlich aus. Immerhin erleichtert der überraschend kleine Wendekreis (laut Hersteller unter zwölf Metern) das Rangieren, wenn man den Riesen durch enge urbane Schluchten zirkelt.
Innenraum gleicht einer Business-Lounge
Beschwerden über die Größe verstummen endgültig, sobald man den Innenraum entert. Und auch letzte Transporter-Gedanken verblassen angesichts der wertigen Einrichtung. In der von uns getesteten Signature-Version schrumpft die Sitzanzahl von neun auf sieben, was die mittlere Reihe zur Businessclass krönt. Zwei elektrische Einzel-Liegesessel inklusive ausfahrbarer Unterschenkelauflage machen den Korea-Van einzigartig in dieser Preisklasse.

Passagier, was willst du mehr? Vor allem auf den beiden Einzelsitzen in Reihe zwei lassen sich auch Fernreisen ganz entspannt absolvieren.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Die Rückenlehnen der Kapitänsstühle fahren auf Knopfdruck elektrisch vor, wenn man die hintere Dreierbank entern möchte – allerdings im Zeitlupentempo; wer es eilig hat, schiebt besser kurz per Hand den gesamten Einzelsitz nach vorn. Das klappt mit einem Griff ebenso mit der einteiligen hinteren Bank, auch durch die Heckklappe.

Der Kleinstwagen-Kofferaum von 117 Litern lässt sich auf immerhin 431 Liter vergrößern. Mehr ist dann aber auch nicht möglich.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Der Kofferraum wächst so im Nu auf 431 Liter oder schrumpft wieder auf Kleinstwagen-Niveau (117 l), wenn die Passagiere maximale Platzverhältnisse genießen wollen. Herausnehmen lassen sich die Sitze allerdings weiterhin nicht. Weil alles fest verschraubt ist, bleibt viel Variabilität im Staria auf der Strecke – VIP-Shuttle ja, Möbelwagen eher nicht.
Bekannter Motor sorgt für ausreichend Schub
Den 160 PS starken T-GDI-Vierzylinder kennen wir bereits aus Tucson & Co. Doch 1598 Kubikzentimeter für ein solches Trumm, das voll beladen an die drei Tonnen auf die Waage bringt, klingen erst mal nach Notstromaggregat. Stimmt aber nur zum Teil, weil der Antriebsmix noch einen bis zu 73 PS starken E-Motor beinhaltet.

Mitunter etwas herber Hybrid: 225 PS und 367 Nm Systemleistung reichen locker, um den schweren Staria jederzeit zu beschleunigen.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Und so lösen sich die Zweifel schnell auf. Anfahren und Gleiten klappen meist rein elektrisch und in andächtiger Stille – hier wirkt der Staria beeindruckend gelassen. Sobald sich aber der Vierzylinder hinzuschaltet, ändert sich die Tonart ins Herbe – vor allem bei niedrigen Geschwindigkeiten ein deutlicher Bruch zur vorherigen Ruhe. Dem rauen Triebwerk fehlt es an Dämmung. Allerdings: Leistung fehlt nie. Ob leer oder bis unters Dach beladen, zeigt sich der Hybrid stets motiviert, Fahrt aufzunehmen – auch jenseits von 130 km/h.
Fahrzeugdaten
Modell | Hyundai Staria Hybrid |
|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | Vierzylinder, Hybrid |
Hubraum | 1598 cm³ |
Systemleistung | 165 kW (225 PS) |
max. Drehmoment | 367 Nm |
Antrieb | Vorderradantrieb |
Getriebe | Sechsstufenautomatik |
0-100 km/h | 10,2 s |
Vmax | 167 km/h |
Testverbrauch | 7,8 l S/100 km |
Test-CO2 | 185 g/km |
Tankvolumen | 65 l |
Länge/Breite/Höhe | 5253/1997/1990 mm |
Radstand | 3273 mm |
Sitzhöhe | 910 mm |
Kofferraumvolumen | 117-1303 l |
Leergewicht | 2347 kg |
Zuladung | 603 kg |
Garantie | 5 Jahre |
Preis | ab 49.500 Euro |
Beim Blick aufs Datenblatt untermauern nicht nur die 225 PS Systemleistung diesen Eindruck, sondern vor allem auch das satte Drehmoment von 367 Nm, das bereits ab 1000 Touren anliegt. Einen souveränen Job macht auch die Sechsstufenautomatik, die zwar nicht perfekt verschliffen arbeitet und teilweise die Drehzahl etwas hochhält.

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Letzteres allerdings nur, um dem 1,5-kWh-Akku von Zeit zu Zeit frischen Saft zu liefern. Gelungen ist der Antrieb auch aufgrund seiner tatsächlichen Effizienz. Auf der Testrunde kamen wir mit bescheidenen 7,8 Litern auf 100 Kilometern aus, was zudem dicht am WLTP-Wert liegt.
Beim Preis ist der Staria nicht zu schlagen
Preislich ist der Staria eine kleine Sensation. Ähnlichen Luxus bietet etwa die Mercedes V-Klasse erst in der 87.000 Euro teuren Exclusive-Linie. Und dann müssen wir weitere 5300 Euro für den Luxussitz investieren – für einen Sitz wohlgemerkt. Beim Staria Hybrid reicht es, das Signature-Paket zu ordern und 58.950 Euro zu überweisen – inklusive beider Einzel-Liegesessel und der eingangs erwähnten E-Schiebetüren

Fast ein Schnäppchen: Für den getesteten, üppig ausgestatteten Staria Hybrid verlangt Hyundai vergleichsweise günstige 58.950 Euro.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Für den Preis ebenfalls an Bord: 360-Grad-Kamera, Bose-Sound, Nappaleder sowie Besonderheiten wie der Fondkamera und der Bordsprechanlage, die die Kommunikation zwischen Fahrer und letzter Sitzreihe erheblich erleichtert. Fünf Jahre Garantie gibt es natürlich auch. Da dürfte sich so mancher Kunde gern beim Staria anstellen – und zwar ganz ohne Verwechslung.
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