(dpa/sb) Der Präsident des Verkehrsgerichtstages, Kay Nehm, sieht keine Alternative zum sogenannten Idiotentest für Autofahrer, die durch Alkoholmissbrauch aufgefallen sind. Nur sollte es vor der medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) immer eine Nachschulung geben, sagte der ehemalige Generalbundesanwalt am Rande des 48. Verkehrsgerichtstages in Goslar. Bei der Nachschulung hätten Verkehrssünder die Chance, eine Verhaltensänderung einzuüben. Erst anschließend sollte es die MPU geben. In dieser Reihenfolge würde das Instrument auf größere Zustimmung in der Bevölkerung stoßen. Jährlich müssen nach Angaben des ADAC mehr als 100.000 Bundesbürger zur MPU, vor allem nach Alkoholmissbrauch. Etwa die Hälfte davon besteht den Test nicht und bekommt den Führerschein nicht zurück.
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) forderte dagegen eine Reform der MPU. Die Zeit sei reif für mehr Offenheit und Transparenz, sagte Ramsauer der BILD. Die Gutachten müssten klar nachvollziehbar sein. "Wir müssen den Betroffenen das Gefühl geben, dass im Interesse der Verkehrssicherheit geurteilt wird und nicht im stillen Kämmerlein einsame Entscheidungen getroffen werden", sagte der Bundesverkehrsminister.