IEA-Chef Birol will SUVs stärker besteuern
Paris sendet Signal gegen SUV-Wachstum

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Der Chef der Internationalen Energie-Agentur Birol fordert staatliche Maßnahmen gegen SUV-Boom
Bild: dpa
(dpa/AUTO BILD/KI) Der Chef der Internationalen Energie-Agentur (IEA), Fatih Birol, hat sich für staatliche Maßnahmen gegen die zunehmende Verbreitung von Stadtgeländewagen (SUVs) ausgesprochen. In einem Interview mit der französischen Zeitung "Les Échos" betonte Birol die Notwendigkeit, die mit SUVs verbundenen Herausforderungen anzugehen, insbesondere den erhöhten Energieverbrauch, den beanspruchten öffentlichen Raum und die potenzielle Gefahr für Fußgänger.
Laut Birol sollten Regierungen regulierend eingreifen, um die Nachfrage nach SUVs zu dämpfen. Konkrete Maßnahmen könnten in einer Anhebung der Besteuerung oder in höheren Parkgebühren für diese Fahrzeugkategorie bestehen. Birol wies auf zwei dominante Trends im Verkehrssektor hin: einerseits die steigende Bedeutung von Elektrofahrzeugen, andererseits den zunehmenden Anteil von SUVs auf dem Automarkt.
Die IEA, die als Beratungsorgan für Industriestaaten in Energiefragen fungiert, hat festgestellt, dass SUVs im Jahr 2023 fast die Hälfte aller weltweiten Neuwagenverkäufe ausmachten, in Europa sogar über 50 Prozent erreichten. Aufgrund ihres höheren Gewichts und der weniger aerodynamischen Bauweise emittieren SUVs durchschnittlich 20 Prozent mehr CO2 als Limousinen.
In Paris wird die Einführung eines Sondertarifs für das Parken von großen SUVs diskutiert. Dieser Tarif sähe vor, dass für das Parken im Stadtzentrum 18 Euro und in den Außenbezirken 12 Euro pro Stunde verlangt werden. Diese Maßnahme soll die durch SUVs verursachten Unannehmlichkeiten reduzieren. Die Stadt Paris verfolgt damit auch das Ziel, ein Signal an die Automobilindustrie zu senden, deren Fokus auf große Fahrzeuge den ökologischen Wandel behindern könnte.
Am kommenden Sonntag findet in Paris eine Bürgerbefragung statt, bei der über den Plan abgestimmt wird, für große Stadtgeländewagen dreimal so hohe Parkgebühren zu verlangen wie für gewöhnliche Autos.
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