Immer mehr Raser: Stadt setzt auf Verwirrung
Verwirrende Straßenlinien: Chaos im Kampf gegen Raser

Im französischen Bauné geht man einen ungewöhnlichen Weg, um Raser zu bekämpfen. Doch die verwirrenden Straßenlinien sorgen auch für Kritik.
Bild: Instagram/TheNorskaPaul
Die Straße sieht aus wie nach einem Farbanschlag. Wie ein Kinderstreich. Doch das Dorf in Westfrankreich namens Bauné probiert in Wirklichkeit einen ungewöhnlichen Ansatz aus, um Raser zu bremsen: Verwirrende, ineinandergreifende weiße Linien, die über die Straße gemalt werden und sie so aussehen lassen, als ob derjenige, der sie aufgemalt hat, betrunken gewesen wäre.
Doch das Ganze ist volle Absicht. Denn das 1700 Einwohner zählende Bauné, das rund eine Stunde von Le Mans entfernt liegt, wird von mehreren Hauptstraßen durchschnitten. An einer Kreuzung klagen die Bewohner über deutliche Geschwindigkeitsüberschreitungen – die Rede ist teilweise von bis zu 50 km/h – bei erlaubten 20 km/h.
Rutschfest, aber auch wirkungsvoll?
Herkömmliche Verkehrsschilder zeigten wenig Wirkung. Als Antwort darauf malte die Stadt die auffälligen Linien. Die Hoffnung: Sie machen die Fahrer aufmerksam und regen sie zum Bremsen an. Bei Kosten von 5000 Euro wurden die Linien so gestaltet, dass sie rutschfest sind, um keine Gefahr für Verkehrsteilnehmer darzustellen.
"Es gibt 2300 Fahrzeuge pro Tag, und viele fahren hier zu schnell, wie in allen anderen ländlichen Dörfern Frankreichs", sagte Gregoire Jauneault, der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Loire-Authion, zu der auch Bauné gehört, dem Fernsehsender TFI Info. "Die Autofahrer halten sich nicht an die Straßenverkehrsordnung, also mussten wir andere Vorkehrungen treffen."
Kritiker sehen eine Verkehrsgefahr
Einige Fahrer gaben an, dass die Linien sie tatsächlich dazu brachten, zu verlangsamen. Andere sagten jedoch, dass sie nach einer Gewöhnungsphase zu ihrer "normalen" Geschwindigkeit zurückgekehrt seien.
Kritiker sind der Ansicht, die in Bauné aufgezeichneten Linien seien gefährlich und irreführend – und würden damit eher Probleme schaffen als lösen.
Die kontroversen Linien wurden über den Sommer hinweg belassen, in Reaktion auf die wachsende Anzahl von Verkehrsunfällen in Frankreich. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob diese ungewöhnliche Maßnahme tatsächlich Wirkung zeigt.
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