Nach dem Triumph von Indianapolis ist Porsche endgültig angekommen in der US-Sportwagenmeisterschaft IMSA. Es ist der dritte Sieg im achten Saisonrennen. Mehr noch: Der Lauf war für Porsche quasi ein Heimrennen. Denn die Einsätze werden vom erfolgreichsten US-Team aller Zeiten betreut – Penske.
Dessen Besitzer Roger Penske (86) gehört die prestigeträchtige Indy-Strecke. Der Titel ist für das Werksteam nun zum Greifen nah. Denn mit 161 Punkten Vorsprung führen die Zuffenhäuser in der Teamwertung ausgerechnet vor dem deutschen Konkurrenten BMW.
Wer hätte das nach dem Debakel bei den 24 Stunden von Le Mans gedacht? Kaum eine Stunde verging da ohne Probleme. Die Fahrbarkeit – verbesserungswürdig. Die Achillesferse: das Hybridsystem. Das ist ein Einheitsbauteil mit einem 68-PS-Elektromotor. Doch der muss auch mit dem Verbrenner harmonieren, den die Hersteller frei entwickeln dürfen.
Das Werksteam der Zuffenhäuser greift in der US-Sportwagenmeisterschaft IMSA nach dem Titel.
Bild: Porsche

Im Fall von Porsche ist das ein 4,6-Liter-V8-Biturbo mit einer Systemleistung von 680 PS. "Aber man kann durchaus was machen – beispielsweise im Bereich der Software", betonte Motorsportchef Thomas Laudenbach nach Le Mans.
Gesagt, getan. Porsche ist im Aufschwung. Kein Hersteller hat 2023 so viele IMSA-Rennen gewonnen wie die Schwaben. In der Fahrermeisterschaft fehlen den Indy-Siegern Nick Tandy (38) und Mathieu Jaminet (28) fünf Punkte auf das führende Cadillac-Duo. Bei 350 Zählern, die es Mitte Oktober für den Sieg in Road Atlanta zu holen gibt, ist das quasi nichts. 
Und: Porsche kommt mit dem 963 LMDh auch in der Sportwagen-WM immer besser in Fahrt. Beim WEC-Rennen in Fuji (Japan) hat Toyota zwar einmal mehr einen Doppelsieg geholt. Aber Porsche war in Schlagdistanz. 
Wichtiger noch: Es war das erste Mal, dass ein LMDh-Rennwagen mit den Hypercars auf Augenhöhe kämpfen konnte.
Auch die Hypercars sind zwar auf 680 PS begrenzt, haben aber mehr technische Freiheiten bei Aerodynamik und Motor. Obwohl mittels einer Balance of Performance beide Konzepte auf ein Niveau gebracht werden, hatten die Hypercars bisher die Nase vorn. Mit dem Rückenwind aus den USA ist Porsche drauf und dran, das Ungleichgewicht zu drehen.