Es ist ein Neuanfang, betont Peugeot und präsentiert auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas seine Vision der automobilen Zukunft. Die ist fünf Meter lang, nur 1,35 Meter hoch und ruht auf der ab 2023 für alle E-Autos der Löwenmarke eingeführten Plattform "BEV-by-Design". In Serie soll der Inception selbst aber erst 2025 gehen.
Wie viel dann von den ambitionierten Ideen übrig bleibt, gilt es abzuwarten. So besteht der Frontgrill der Studie zum Beispiel aus einem einzigen Stück Glas, das nicht nur die Lichtsignatur, sondern auch die Sensoren beherbergt. Auch das Heck spiegelt die Signatur der Front wider. Wobei die Krallen hier, dank zweier Glasschichten, scheinbar unendlich ins Auto einzudringen scheinen.
Die Lichtsignatur ist in die zweifach verglaste Front und das Heck eingebunden, was eine ganz eigene Optik zur Folge hat.

Bildschirme in den Türen

Die Außenseiten der Türen beinhalten bündige Bildschirme, die dank einer künstlichen Intelligenz (KI) in der Lage sind, den Fahrer zu erkennen, dessen vordefinierte Komforteinstellungen einzurichten oder mit Passanten zu kommunizieren. Zudem informiert das System über den Ladezustand der 100 kWh leistenden Batterie.
Die ermöglicht laut Peugeot auch, mit einer einzigen Ladung 800 Kilometer zurücklegen zu können, was in etwas der Strecke von Brüssel nach Berlin entspricht. Dan der 800-Volt-Architektur kann der Inception, auch induktiv, in nur einer Minute Strom für 30 Kilometer aufnehmen, nach fünf Minuten können bereits 150 Kilometer zurückgelegt werden.
In der Silhouette soll das Inception Concept an eine Raubkatze erinnern.

Das Hypersquare-System

Für den Vortrieb sorgen zwei Elektromotoren, die jeweils an der Vorder- und Hinterachse verbaut sind. Die kombinierte Leistung liegt bei 680 PS (500 kW) und beschleunigt den Inception in nur drei Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h.
Im Innenraum gibt es weder Armatur noch Dashboard. Ein sogenanntes Hypersquare-System, dessen Mittelpunkt ein Infotainment-Bildschirm mit 360-Grad-Anzeige bildet, übernimmt die Kommunikation mit den Insassen. Das Lenkrad, wie man es bis dato kennt, soll durch Steer-by-Wire, also eine digital elektrische Steuerung abgelöst werden.
Ein herkömmliches Lenkrad ist im Inception Concept Geschichte.

Glasflächen wie bei der NASA

Dank der großzügigen Glasflächen, die in Summe 7,5 Quadratmeter messen, und der neuen, sich an die Körperform der Passagiere anpassende Sitze, soll ein komplett neues Raumgefühl entstehen. Nach dem Wunsch von Peugeot geht es hier nicht mehr darum, sich in einem Autositz zu platzieren, sondern es geht darum, sich in das Mobiliart "einzuleben".
Bei den Sitzen spricht Peugeot von einem "immersiven" Komfort.

Damit die Temperaturen im Innenraum erträglich bleiben, wurden die schon erwähnten Glasflächen einer Multi-Chrom-Behandlung unterzogen. Dabei wird eine Technologie der NASA benutzt, bei der Metalloxide auf das Glas aufgebracht werden, die dafür sorgt, dass eine warme Reflexion in Gelbtönen und eine kältere Transmission in Blautönen dargestellt wird. Gleiches passiert auch bei den Visieren von Astronautenhelmen.

Fazit

von

Holger Preiss
Das Inception Concept von Peugeot ist schon beeindruckend. Viel wird von den Innovationen am Ende aber nicht übrig bleiben. Das fängt bei der Verglasung des Fahrzeugs an und hört bei den kommunizierenden Türen noch lange nicht auf. Insofern ist die Bemerkung des Herstellers, dass er die Betrachter in einen Traum entführt, wohl ganz realistisch.