IndyCar: Andrettis gegeneinander
Eine US-Dynastie packt aus

Michael Andretti fuhr in der IndyCar-Serie sowohl gegen seinen Vater Mario, als auch gegen seinen Sohn Marco. Wie ist das so und was sind die Unterschiede?
Bild: Picture-alliance
- Michael Zeitler
Kann ein Vater wirklich so hart sein? Portland 1986, IndyCar-Serie. Michael Andretti führt das Rennen überlegen an. Aber die Mechaniker haben zu wenig Benzin eingefüllt. Der Motor beginnt zu stottern, er verliert Geschwindigkeit. Mario rauscht an – und überholt kurz vorm Zielstrich im Fotofinish seinen eigenen Sohn. Und der kämpfte damals um nichts weniger als den Titel! „Ich habe so auch schon Rennen verloren“, rechtfertigt sich Mario später. „Außerdem ist heute Vatertag, und er hat mir nicht einmal gratuliert.“
Mario Andretti: Ein Portrait
Heute kann Michael Andretti darüber lachen. Gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT erinnert er sich: „Ich bin gegen Mario genau so gefahren wie gegen jeden anderen. Aber für ihn trifft das nicht zu. Wenn er hinter mir war, konnte ich sehen, wie er fast schon vor Eifer aus dem Cockpit stieg. Wir hatten viele Berührungen – und noch mehr schwierige Rückreisen. Aber so ist er – ein Racer durch und durch.“
Zehn Jahre kämpfen Mario und Michael auf der Strecke gegeneinander, zum Teil im selben Rennstall. Siebenmal setzt sich Michael durch, dreimal der Vater. Michael: „Wir hatten auch tolle Momente: In Laguna Seca 1991 habe ich den Titel gewonnen, und er stand als Dritter mit mir auf dem Podium. Ich war so stolz.“

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Heute fährt Marco im Team seines Vaters Michael, für das 2017 auch Fernando Alonso seinen Gaststart beim Indy 500 absolvierte. Bisher konnte er zwei IndyCar-Rennen gewinnen. Weit weniger als Mario (52 Siege) und Michael (42). Mario bleibt der erfolgreichste Fahrer aus der US-Dynastie, holte 1978 auch den Titel in der Formel 1. Michael (1993 mit McLaren) und Marco (2006 Test für Honda) konnten in der Königsklasse hingegen nicht brillieren.
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