IndyCar: Saisonvorschau 2016
Die Formel für Männer

Anspruchsvolle Rennwagen, gefährliche Strecken, keine Fahrhilfen: Die IndyCar ist knallharter Rennsport. In St. Petersburg startet die 105. Saison der US-F1.
Bild: Picture-Alliance
- Michael Zeitler
Sebastian Vettel (28) ist das Fahren in der Formel 1 zu einfach geworden – für die IndyCar-Szene ein wahres Luxusproblem. Hier wird selbst den Rennpiloten angst und bange! Am 13. März startet die US-Formel 1 in St. Petersburg (Florida) in die 105. Saison – mit einem brandgefährlichen Mix aus superschnellen Formel-Fahrzeugen mit Topspeedwerten nahe der 400-km/h-Marke sowie rudimentären Oval-, Rundstrecken- und Straßenkursen. IndyCar-Veteran Tony Kanaan (41) gibt zu: „Man muss schon ein bisschen verrückt sein, um das zu tun, was wir hier tun.“ Der Brasilianer hat schon mehr als 300 IndyCar-Rennen auf dem Buckel und ist daher mit dem Risiko bestens vertraut.

Besonders die Ovalkurse der IndyCar-Series sind gefürchtet und stehen zunehmend in der Kritik
Aber: 2016 kommt mit dem Speedway in Phoenix ein ultraschnelles Oval dazu. „Es ist verrückt, wie schnell wir hier fahren“, sagt Juan Pablo Montoya (40) nach dem ersten Test. Und der Kolumbianer ist wahrlich keiner, der sich vor hohen Geschwindigkeiten scheut. Noch immer hält er den Formel-1-Topspeed-Rekord: Auf der langen Geraden in Monza 2005 zeigte der Tacho seines McLaren-Mercedes 372,6 km/h an.
700 PS ohne Fahrhilfen
Gebaut werden die IndyCar-Einheitschassis bei Dallara in Italien. Im Heck faucht ein rund 700 PS starker 2,2-Liter-V6-Turbo von Chevrolet oder Honda. Die Renner sind nicht nur gefährlich schnell, sie verzichten auch auf elektronische Fahrhilfen – nicht mal eine Servolenkung ist verbaut. Simon Pagenaud (31) glaubt: „Für Rookies und junge Fahrer wird es wegen den physischen Belastungen schwierig, eine komplette Renndistanz zu überstehen. Inzwischen glaube ich daher, dass eine Servolenkung gut wäre.“

Trägt die Zielscheibe sogar auf dem Overall: Titelverteidiger Scott Dixon ist dieses Jahr der Gejagte
Auch in der IndyCar regiert Geld die Welt. Zwischen sechs und zehn Millionen Euro kostet eine Saison mit 16 Rennen. Zu viel für US-Nachwuchstalent Sage Karam (20). „Ich warte darauf, bis endlich ein paar Sitze frei werden“, spielt er auf Oldies wie Montoya an. Der gehört neben Titelverteidiger Scott Dixon (35) zum Favoritenkreis.
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