Jeep Cherokee und Grand Cherokee: Massenrückruf
Chrysler wehrt sich gegen Rückruf

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA fordert den Rückruf von 2,7 Millionen Jeep Cherokee und Grand Cherokee. Chrysler weigert sich.
- dpa
- Maike Schade
Chrysler stellt sich bei einem von der US-Verkehrssicherheitsbehörde geforderten Rückruf quer. Geht es nach den staatlichen Aufsehern von der NHTSA, müsste der Autobauer 2,7 Millionen Jeep Grand Cherokee und Cherokee zurückrufen. Die Behörde sieht bei einem rückwärtigen Auffahrunfall eine Feuergefahr vom Tank ausgehen.
Der zum italienischen Fiat-Konzern gehörende Hersteller sieht das anders. "Die fraglichen Fahrzeuge sind sicher", heißt es in einer Stellungnahme. Die von der NHTSA angeführten Vorfälle seien höchst selten. Im Gegenteil gehörten die beiden Geländewagen-Typen zu den sichersten Fahrzeugen ihrer Zeit. Beim Grand Cherokee geht es um die Modelljahre 1993 bis 2004 und beim kleineren Cherokee um 2002 bis 2007.
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Auch der Jeep Cherokee der zweiten Generation soll nicht feuersicher sein.
Bild: Markus Heimbach
Chrysler weiter: Die Unfälle, bei denen ein Cherokee oder Grand Cherokee Feuer gefangen hätten, seien bis auf fünf von einer solchen Wucht gewesen, dass sie die in den Regularien angenommenen Aufprallenergien teilweise um ein Vielfaches überschritten hätten. Bei einem von der NHTSA zitierten Fall sei ein Traktor samt Anhänger mit rund 100 km/h auf einen stehenden Grand Cherokee aufgefahren; die Wucht sei 23 Mal höher gewesen als der Wert, den ein Tank laut den Sicherheitsstandards aushalten müsse.
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Weiter kritisiert der Autobauer, die Behörde habe "nicht representative Vergleiche" herangezogen. So zeige eine Analyse der NHTSA 24 Modelle, die bei einem rückwärtigen Unfall leichter in Brand geraten könnten als der Cherokee II – bei keinem sei ein Rückruf gefordert worden. Beim Grand Cherokee seien es sogar 54 Fahrzeuge. Außerdem hätte die Verkehrssicherheitsbehörde nicht alle relevanten Daten berücksichtigt, so Chrysler weiter.
Fazit: Einen Rückruf werde es nicht geben. "Das Unternehmen bürgt für die Qualität seiner Fahrzeuge", erklärte Konzernchef Sergio Marchionne. "Die Sicherheit des Fahrers und der Passagiere ist unsere oberste Priorität. Wenn eines unserer Fahrzeuge einen Sicherheitsmangel hat, dann beseitigen wir ihn."
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