Corona-Kaufprämie für Autos

Kaufprämie für Neuwagen: Konjunkturpaket, Prämien, Zuschüsse und Rabatte

Wer die Prämie bekommt und wer nicht

Mit einer erhöhten Kaufprämie soll der deutschen Autoindustrie wieder Schwung verliehen werden. Wer sie bekommt – und wer nicht!
Das Coronavirus hat tiefe Spuren in der deutschen Wirtschaft hinterlassen. Um die Folgen der Pandemie zu mildern, hat die Bundesregierung am 3. Juni 2020 nach langen Beratungen im Koalitionsausschuss ein 130 Milliarden Euro schweres Konjunkturpaket auf den Weg gebracht. Auch die Autoindustrie wurde bedacht – gegen alle Erwartungen allerdings nicht mit einer gesonderten Kaufprämie auch für moderne Verbrennerfahrzeuge! Stattdessen wird der bereits existierende Umweltbonus für Elektroautos ausgebaut. Zudem soll eine vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer den deutschen Autoherstellern zugutekommen.
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Vor allem die Bundesminister Andreas Scheuer (CSU, Verkehr) und Peter Altmaier (CDU, Wirtschaft) sowie die Ministerpräsidenten der "Autoländer" Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen hatten eine umfangreiche Förderung wegen der Corona-Krise gefordert, die auch moderne Benziner und Diesel umfassen sollte. Was ist bekannt über die Corona-Förderung für Neuwagen? Wie hoch fällt sie aus? Welche Autos sollen gefördert werden? AUTO BILD liefert alle Antworten auf die wichtigsten Fragen!

Alle Infos zur Corona-Kaufprämie

Was ist die Corona-Kaufprämie?

Nach ursprünglichen Plänen vor allem der Union sollte eine gesonderte Corona-Kaufprämie Teil des Konjunkturpakets der Bundesregierung zur Wirtschaftsförderung nach der Corona-Krise werden. Mit einem staatlichen Zuschuss sollte der Kauf von Elektroautos, aber auch von Neuwagen mit Verbrennermotor verbilligt werden. Stattdessen verdoppelt nun der Bund seinen Anteil am bereits bestehenden Umweltbonus zur Förderung der Elektromobilität. Die Autoindustrie ist mit einem Umsatz von mehr als 435 Milliarden Euro und rund 830.000 Beschäftigten (2019) einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland. Die Nachfrage nach Autos ist in der Corona-Krise eingebrochen.

Welche Autos sollen nun bezuschusst werden?

Die Erhöhung der reinen Elektro-Kaufprämie – jetzt "Innovationsprämie" genannt – betrifft nur Fahrzeuge mit emissionsfreiem Antrieb. Für reine Elektroautos bis zu einem Listenneupreis von 40.000 Euro wird der staatliche Zuschuss von 3000 auf 6000 Euro verdoppelt. Hinzu kommt der vom jeweiligen Hersteller gewährte Rabatt (derzeit meist 3000 Euro, plus Einsparung bei der Mehrwertsteuer). Nach AUTO BILD-Informationen gibt es bei E-Autos ab 40.000 bis 65.000 Euro künftig 5000 Euro vom Bund plus 2500 vom Hersteller. Plug-in-Hybridmodelle bis 40.000 Euro werden mit 4500 Euro vom Bund und 2250 Euro aus der Industrie bezuschusst, Plug-in-Hybride von 40.000 bis 65.000 Euro mit 3750 Euro vom Bund und 1875 Euro vom Hersteller. Das Finanzvolumen dieser Maßnahmen beträgt rund 2,2 Milliarden Euro.
Nach den vorherigen Plänen sollten alle Neuwagen gefördert werden, die bis zu 77.000 Euro kosten und bestimmte Umweltkriterien erfüllen. Grundsätzlich sollte sich der Zuschuss nach dem CO2-Ausstoß (und damit dem Verbrauch) richten – je niedriger, desto höher die Prämie.

Wann gibt es die erhöhte Kaufprämie?

Die Förderung beginnt am 1. Juli 2020. Sie soll bis Ende des Jahres 2021 laufen.

Welche Corona-Maßnahmen im Bereich Verkehr gibt es noch?

Die Mehrwertsteuer wird vom 1. Juli bis 31. Dezember allgemein von 19 auf 16 Prozent gesenkt, der ermäßigte Steuersatz fällt von 7 auf 5 Prozent. Davon werde auch die Autoindustrie profitieren, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Die Kfz-Steuer soll stärker an den Kohlendioxid-Emissionen ausgerichtet werden. Zudem wird ein Bonusprogramm für Zukunftsinvestitionen der Fahrzeughersteller und der Zulieferindustrie in Höhe von jeweils einer Milliarde Euro für die Jahre 2020 und 2021 aufgelegt. Weitere Milliarden fließen in den Ausbau der Ladesäulen-Infrastruktur für E-Autos und die Batteriezellenfertigung. Auch der Verkauf von umweltfreundlicheren Lkw und die Umstellung auf moderne Flugzeuge soll gefördert werden.

Welche Rabatte waren zunächst bei der Corona-Prämie geplant?

Im Gespräch war eine Basisprämie von 2500 Euro für alle Fahrzeuge der Effizienzklasse B. Hinzukommen sollte ein weiterer Aufschlag von 500 Euro für verbrauchsarme Autos der Effizienzklasse A. Für Plug-in-Hybridautos sollte es zusätzlich 750 Euro geben, für reine E-Autos 1500 Euro. Die Effizienzklassen sind jedoch umstritten, weil sie den Klimafaktor CO2 durch das Gewicht des Fahrzeugs relativieren. So gehört in Klasse B beispielsweise ein spritschluckender Mercedes GLE 450 d (214 g CO2/km) ebenso wie der Kleinwagen Skoda Citigo (95 g CO2/km).

Wie kommt ein Neuwagenkunde an die Kaufprämie?

Die Abwicklung des Umweltbonus für Elektromobilität erfolgt über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Zum Antragsformular geht es hier.

Warum war die ursprüngliche Corona-Kaufprämie umstritten?

Kritiker bemängeln, dass auch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren – im Wesentlichen also Diesel und Benziner – gefördert werden sollten und somit ein falsches Zeichen in Sachen Klimaschutz und Mobilitätswandel gesetzt werde. Zudem wurde kritisiert, dass mit der Autoindustrie Konzerne mit Milliardengewinnen mithilfe von Steuergeldern gestützt würden.

Wer befürwortete die Auto-Kaufprämie?

Die Kaufprämie forderten neben Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vor allem die Autohersteller sowie die "Autoländer" Niedersachsen (VW), Baden-Württemberg (Daimler, Porsche) und Bayern (BMW, Audi). "Wir nehmen damit alte Autos vom Markt und ersetzen sie durch saubere Fahrzeuge der neuesten Generation", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in der WELT am SONNTAG.

Wer war gegen die Corona-Hilfe für Autobauer?

Vor allem Umweltverbände und die Opposition lehnten die Prämie ab, aber auch in der SPD und in Teilen der Union gab es Widerstand. SPD-Parteichef Norbert Walter-Borjans sagte: "Wenn Rabatt, dann muss er dem Elektroantrieb dienen." Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch nannte eine derartige Autoprämie "eine Ohrfeige für die Steuerzahler und jeden Mittelständler". Auch der Bund der Steuerzahler sah in der geplanten Corona-Prämie für die Autoindustrie "kein gutes Signal". Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) forderte stattdessen eine Prämie für umweltfreundliche Mobilität mit Bus, Bahn und Fahrrad.

Was sagen Wirtschaftsexperten?

Laut einer Überblicksstudie des ifo-Instituts kurbeln derlei Maßnahmen kurzfristig die Autoverkäufe an, mittelfristig würden aber kaum mehr Fahrzeuge abgesetzt. So hätten viele Verbraucher wegen der Abwrackprämie in der Wirtschaftskrise 2008/2009 den ohnehin geplanten Autokauf lediglich vorgezogen. "Auf die Party folgte jedoch der Kater", so Studienleiter Felix Rösel. Kaufprämien für Autos könnten außerdem zum Minusfaktor in anderen Branchen werden. Rösel: "Wer den Autokauf vorzieht, hat in dem Moment weniger Geld für Möbel."

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