Als Diesel ist der Musso ein alter Bekannter, seit 2018 am Markt. Jetzt bringt KGM (bis 2023: SsangYong) zusätzlich einen vollelektrischen Pick-up, eng verwandt mit dem Elektro-SUV Torres EVX – es gibt keine Gleichteile mit dem Verbrenner-Pick-up. Das Herz ist ein 80,6-kWh-Lithum-Eisenphosphat-Akku, zugeliefert von BYD.
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Der Musso EV ist erst der zweite Elektro-Pick-up bei uns. Der erste war der Maxus T90 EV aus China, der aber traditionell aufgebaut ist, mit Leiterrahmen und starrer Hinterachse. Der Koreaner ist kürzer (5,17 m), aber breiter (1,92 m); Pick-up-untypisch verfügt er über selbsttragende Karosserie und Einzelradaufhängung hinten.

Musso EV erreicht fast Pkw-Komfort

Und das merkt man beim Fahren: Anders als sein Diesel-Pendant bietet der Musso EV selbst bei Autobahnfugen-Stakkato annähernd Pkw-Komfort und lässt den typischen Pick-up-Zitterich vermissen – naturgemäß bei einer gewissen Grundstraffheit, denn die Zuladung liegt bei genreüblichen 805 kg (4WD) oder 905 kg (2WD). Der weiterhin angebotene Musso Diesel darf 860 kg zuladen.
KGM Musso EV 4WD
Überraschend lomfortabel: Dank der für einen Pick-up ungewöhnlichen Einzelradaufhängung hinten fährt sich der Musso fast wie ein Pkw.
Bild: KG Mobility
Auf die 1,35 m lange und zwischen den Radhäusern 1,10 m breite Pritsche des Stromers dürfen 500 kg. Weniger Pick-up-typisch sind die mit 18 Zentimetern knapp bemessene Bodenfreiheit, die ihn eher nicht fürs Gelände empfiehlt, und die Pkw-artigen Karosseriewinkel (Böschungswinkel 20 Grad vorn und 24 Grad hinten, Rampenwinkel 15 Grad).
KGM Musso EV 4WD
Etwas knapp: Die Bodenfreiheit des elektrischen Musso liegt bei 18 Zentimetern. Für Geländeeinsätze empfiehlt er sich nicht unbedingt.
Bild: Rolf Klein / AUTO BILD
Die Anhängelast von 1800 kg liegt hoch für ein Elektroauto – wer volle 3,5 Tonnen braucht, muss eben zum Diesel-Pick-up greifen. Hinten sitzt man Doppelkabiner-untypisch bequem, mit viel Bein- und Kopffreiheit und nicht zu steiler Lehne. Unbequemer als sein SUV-Schwestermodell ist der Pick-up nicht, nur sperriger.

Beschleunigung ist ungewöhnlich flott

Der 4WD schafft 177 km/h, der 2WD 162 km/h. Windgeräusche werden ab etwa 140 km/h vernehmbar – leise für Pick-up-Verhältnisse. Er spurtet auch ungewöhnlich flott: 0 bis 100 km/h in acht Sekunden. Leider stoppt ihn die Bremse so aggressiv wie in einem alten Citroën CX – und ist ähnlich schwer zu dosieren.
KGM Musso EV 4WD
Kraftvoll: Der Musso EV sprintet in 8,0 Sekunden auf Tempo 100. Leider ist die Bremse etwas schwer zu dosieren.
Bild: KG Mobility
Die Preise starten bei 41.990 Euro (2WD, Core). Die Ausstattung Lux ab 48.990 Euro enthält Wärmepumpe, Leder, Lordosenstütze und 360-Grad-Kameras. Der Allrad ist ein Ankreuz-Extra für 4000 Euro – das wohl jeder Kunde ordert, denn 905 kg Nutzlast und Frontantrieb ergeben keinen Sinn.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motoren
Synchronmotor v./h.
Akku
80,6 kWh
Leistung
2x 207 PS
max. Drehmoment
2x 339 Nm
max. Ladeleistung
120 kW
Ladezeiten
DC (10- 80 %) 36 Min., AC (nur 11 kW, 0-100 %) 10,3 Std.
Länge/Breite/Höhe
5169/1920/1750 mm
Leergewicht
2285 kg
Zuladung
805 kg
Zuglast
1800 kg
Wendekreis
12,4 m
0–100 km/h
8,0 s
Vmax
177 km/h
Verbrauch (WLTP)
26 kWh/100 km
Reichweite (WLTP)
379 km
Preis
45.990 Euro
Diese Reise wurde unterstützt von KGM. Unsere Standards zu Transparenz und journalistischer Unabhängigkeit finden Sie unter go2.as/unabhaengigkeit.

Fazit

Ein herrlich unorthodoxer Pick-up: elektrisch, angenehm zu fahren, richtig bequem sogar in Sitzreihe zwo. Und er bietet viel Federungskomfort trotz immerhin 800 Kilo Zuladung – so etwas gab es zuvor nicht! AUTO BILD Testnote: 2