Die Zahlen sind jedes Jahr alarmierend, denn die Statistiken des Statistischen Bundesamts zeigen, wie gefährlich Alkohol am Steuer ist. So waren 2022 von den rund 2,4 Millionen Verkehrsunfällen 38.771 Fälle, also etwa 1,6 Prozent, auf Alkoholeinfluss zurückzuführen. In Europa waren es 2023 rund 5000 Todesopfer, das sind etwa 25 Prozent aller Verkehrstoten.
Den Kampf gegen Alkohol am Steuer gehen die Länder ganz unterschiedlich an. In Deutschland liegt die Grenze bei 0,5 Promille, woanders wird eine strikte Null-Promille-Grenze gefahren, verbunden mit harten Strafen bei Verstößen.
In der EU will man die Zahl der Toten bis 2050 auf null senken. Dafür sollen neue Erkennungs- und Präventionstechnologien eingeführt werden. Dabei drängen inzwischen auch Möglichkeiten auf den Markt, mit denen man die Blutalkoholkonzentration des Fahrers erkennen soll.

Start-up liefert Software

Vom israelischen Start-up CorrActions kommt eine Software, die genau das anhand von Mikrobewegungen der Muskeln können soll. Das sogenannte kognitive Neuro-Monitoring, ein System basierend auf künstlicher Intelligenz, soll den Zustand des Fahrers präzise überwachen. Dabei soll es dann zuverlässig erkennen, ob eine Beeinträchtigung durch Müdigkeit oder Alkoholgenuss verursacht wird. Dazu nutzt das System bereits vorhandene Sensoren zur Fahrerüberwachung, die beispielsweise im Lenkrad oder in der Armaturentafel integriert sind.
Mithilfe einer speziellen Software werden die Mikrobewegungen der Muskeln analysiert, um Rückschlüsse auf die Gehirnaktivität zu ziehen. Dadurch können mögliche Beeinträchtigungen frühzeitig erkannt werden – noch bevor sich körperliche Symptome bemerkbar machen.
Ein entscheidender Vorteil gegenüber herkömmlichen Alkoholtestern ist, dass dieses System nicht umgangen werden kann. Die softwarebasierte Lösung bietet für Automobilhersteller den Vorteil, dass keine zusätzlichen Sensoren verbaut werden müssen, um künftige gesetzliche Anforderungen zu erfüllen.