KI-Überwachung fehlerhaft: Strafzettel für unschuldige Autofahrer
New Yorker ÖPNV-KI meldet irrtümlich Hunderte Falschparker

Bild: iStock.com/THEPALMER
- Sebastian Dudek
Irren ist menschlich, aber auch Roboter machen Fehler: In einer der bevölkerungsreichsten Metropolen der Welt, New York, sollte ein KI-Kameraprogramm helfen, Falschparker zu überführen. Leider war der KI-Aushilfs-Sheriff jedoch etwas zu forsch: Die künstliche Intelligenz überführte Tausende vermeintliche Verkehrssünder, auch wenn diese keine Straftat begangen hatten.
Kameras sollen Parksünder erkennen
Die an Bussen des Nahverkehrs installierten KI-Kamerasysteme haben hauptsächlich eine Aufgabe: Pkw erkennen, die Busspuren blockieren. Sie wurden erstmals 2022 durch die Verkehrsbehörde Metropolitan Transportation Authority (MTA) in New York eingeführt, um Fahrzeiten zu verkürzen, die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zu erhöhen und das Ein- und Aussteigen der Fahrgäste sicherer zu machen. An sich eine gute Idee, doch die KI stellte rund 3800 Strafzettel für das vermeintliche Blockieren von ÖPNV-Spuren aus. Mindestens 870 davon gingen an Fahrer, die eindeutig legal geparkt hatten, berichtet der US-Nachrichtensender nbcnewyork.
Der Teufel steckt im Detail
Der Grund für den Knöllchen-Regen war schnell gefunden: Die MTA führte die falschen Bußgeldbescheide auf ein Softwareproblem zurück. Offenbar waren die Buskameras nicht darauf programmiert, bestimmte Ausweichparkplätze zu berücksichtigen, die in regelmäßigen Abständen die Busspur unterbrechen. Daher wurde jedes Mal ein Strafzettel ausgestellt, wenn ein Bus an einem dort parkenden Auto vorbeifuhr.
So erging es auch dem New Yorker George Han, der an einem Tag gleich mehrere Strafzettel kassierte: "Zuerst war ich nicht beunruhigt, weil ich die Parkregeln kannte und es sich um legale Parkplätze handelte", sagt er gegenüber dem Nachrichtensender. "Aber es stellte sich heraus, dass sich die Strafzettel häuften. Wir sind jetzt bei etwa zehn." Besonders ärgerlich: Das KI-System befand sich eigentlich in der Testphase und sollte nur Verwarnungen aussprechen, aber keine tatsächlichen Bußgelder.
Kamerasystem stammt von HaydenAI
Inzwischen sollen die Probleme behoben sein, so ein Sprecher der MTA. Und es gibt eine gute Nachricht: Keiner der zu Unrecht angezeigten Parker soll auf Kosten sitzen bleiben. Wer bereits bezahlt hat, bekommt sein Geld zurück. Hinter den Kamerasystemen steckt die Firma HaydenAI. Die hat nach Angaben der nbc bereits Verträge im Wert von 83 Millionen US-Dollar für die Installation und Wartung von mehr als 1000 KI-Kamerasystemen abgeschlossen. Dabei lief es für den Konzern bisher eigentlich rund: So sind HaydenAI-Systeme beispielsweise auch in den US-Metropolen Santa Monica und San Francisco im Einsatz – und das ohne Probleme. Zu den Vorfällen in New York schweigt das Unternehmen bislang.
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