Kaufberatung Kia Ceed

Kia Ceed: Kaufberatung

Gesucht: der beste Kia Ceed

Aller guten Dinge sind drei. Und tatsächlich hat der Kia Ceed mit der dritten Modellgeneration weiter aufgeholt. Was der kompakte Koreaner im Detail taugt, klärt die AUTO TEST-Kaufberatung.
Wie oft denken Sie über den Lichtschalter in Ihrem Auto nach? Bei uns in der Redaktion führt das kleine Ding immer wieder zu Diskussionen zwischen Traditionalisten und Progressiven. Erstere fahren konsequent mit Abblendlicht und bringen den Schalter nach jeder Fahrt in die Null- oder Off-Stellung, Letztere fahren auf Auto – für Automatik. Natürlich haben die Altmodischen recht – nicht nur, weil der Autor zu ihnen zählt, sondern auch, weil Tagfahrlichter zwar aufregende Lichtsignaturen an der Fahrzeugfront erzeugen, die Heckpartie aber in den meisten Fällen unbeleuchtet bleibt. Ein Sicherheitsmanko, speziell in der Dämmerungsphase, wenn die eine oder andere Lichtsensorik noch keinen Anlass sieht, auf Abblendlicht umzuschalten.

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Den Totwinkelwarner gibt's nur für die beiden teuersten Linien

Video: Kia Ceed (2018)

1200 Kilometer im neuen Ceed

Kia bricht nun mit dieser Unsitte, wenngleich auf halbherzige Art, der wir noch an anderen Stellen begegnen. Der Kompakte bekam LED-Rückleuchten, die auch im Tagfahrmodus Licht emittieren – aber erst ab der dritten Ausstattungslinie Vision (4200 Euro). Zeitgemäße LED-Hauptscheinwerfer gibt es nur in Verbindung mit den beiden darauf folgenden Toplinien Spirit oder Platinum Edition. Aber bevor wir den Ceed von hinten aufzäumen, fangen wir bei der Basis an: Die heißt Attract, steht ausschließlich für den Basisbenziner zur Verfügung und gibt mit ihrem UVP von 15.990 Euro den Preisbrecher. Im Kompaktumfeld bietet diese Linie nichts Besonderes, abgesehen vom voreilig agierenden Spurhaltehelfer. Während dieser in allen Linien an Bord ist, bietet Kia den bei vielen Käufern sehr gefragten Totwinkelwarner nur für die beiden teuersten Ausstattungen an. Vermarktung sticht Sicherheit, wieder so eine Halbherzigkeit. Wer den deutlich relevanteren Helfer will, muss sich mehr als 7000 Euro und zwei Linien von der Basis entfernen.
Im Überblick: Alle zum Kia Ceed

Vision bringt viele Extras mit, maximale Absicherung bietet Spirit

Das funktionale Cockpit passt den meisten Fahrern. Der 8-Zoll-Touchscreen (ab Vision) kostet 1580 Euro, die Topausstattung bringt ihn mit.

Die beiden übergangenen Linien heißen Edition 7 (+ 2000 Euro) und Vision (+ 4200 Euro). Erstere erweitert die Basis um größere Bremsscheiben, Start-Stopp-Automatik, variablen Ladeboden sowie eine Klimaanlage (sonst 990 Euro). Abgesehen von dem Mehr an Sicherheit, viel Geld für wenig. Dazu bietet Edition die Möglichkeit, nette Extras im 1190 Euro teuren Emotionpaket zu erstehen, wie 7-Zoll-Touchscreen, Nebelscheinwerfer, Parkpiepser am Heck, Rückfahrkamera. Oder Sie greifen zu unserer Empfehlung Vision, die sämtliche bis hier genannten Extras mitbringt. Wer auf maximale Absicherung setzt, kommt um Spirit nicht herum, weil erst hier alle Assistenten, teils gegen weiteren Aufpreis, verfügbar sind. Die Linie ist aber erst ab dem 120-PS-Turbobenziner wählbar und liegt so bereits 7700 Euro über dem Basispreis. Mit der Platinum Edition erhielten Sie die Ceed-Vollausstattung. Wenngleich die Ausstattungsumfänge der beiden zuletzt behandelten Linien beeindruckend sind, können wir uns mit ihnen aufgrund der Preisexplosion kaum anfreunden.

Der stärkste Benziner taugt zum kleinen Sportler

Der Kia Ceed der dritten Generation ist ein unauffälliger Kompakter. Und so fährt er auch.

Alle fünf Motorvarianten erfüllen die wichtige Euro-6d-Temp-Norm. Der Basisbenziner bedarf als Sauger keiner weiteren Nachbehandlung als der durch den Dreiwege-Kat. Die Turbobenziner sind mit einem Partikelfilter (OPF) ausgestattet, und die Abgase des 1.6er Turbodiesels reinigt ein SCR-Kat, weshalb regelmäßig der 12 Liter fassende AdBlue-Tank befüllt werden muss. Der Basisbenziner mit 99 PS fühlt sich im Turbozeitalter schlapper an, als er ist. Zudem ist er in der Gasannahme direkter als die Turbos. Von denen stehen ein Dreizylinder mit 120 oder ein Vierzylinder mit 140 PS zur Wahl. Während wir das mittlere Aggregat empfehlen, weil es mit Preisen von 19.090 bis 23.690 Euro ein ordentliches Paket bildet, taugt der starke Motor schon zum kleinen Sportler: 0 auf 100 in 8,9 Sekunden, 210 km/h Spitze. Der Diesel steht mit 116 oder 136 PS zur Wahl. Da beide 280 Nm Drehmoment und nahezu identische Verbrauchswerte bieten, raten wir mit Blick auf den Preis zum vermeintlich schwächeren Motor. Für 1600 Euro steht – exklusiv für den Spitzenbenziner und -diesel – eine Siebengang-Doppelkupplungsautomatik (DKG) in der Preisliste. Beim Diesel geht damit eine Anhebung des Drehmoments auf 320 Nm einher. Die Automatik kuppelt butterweich ein, im Sportmodus würden wir uns aber eine beherztere Herangehensweise wünschen.

Ein Artikel aus AUTO TEST

Die entsprechende Fahrmodustaste gibt es nur mit dem DKG, sie ändert auch die Dämpferkennlinie. In "Sport" schwingt der Ceed auf Bodenwellen unruhig nach. Ansonsten fährt der Ceed ziemlich gut. Innen ist er leise, die Benziner sind fast gar nicht zu hören. Die Lenkung ist zielgenau, dürfte aber gern noch etwas direkter sein; zudem hatten wir das Gefühl, gegen die Rückstellkräfte halten zu müssen. Wir empfehlen, mal bei Schwester Hyundai zu spicken.

Kaufberatung Kia Ceed

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Modell 1.0 T-GDI 1.6 CRDi (116 PS)
Motor/Hubraum R3-Turbo / 998 cm3 R4-Turbo / 1598 cm3
Getriebe 6-Gang manuell 6-Gang manuell
kW (PS) bei 1/min 88 (120) / 6000 85 (116) / 4000
Nm bei 1/min 172 / 1500-4000 280 / 1500-2750
Höchstgeschwindigkeit 190 km/h 192 km/h
0–100 km/h 11 ,1 s 10,9 s
Verbrauch (ECE-Mix) 5,5 l S 3,9 l D
Abgas CO2 • EU-Norm 125 g/km• Euro 6d-Temp 101 g/km• Euro 6d-Temp
OPF / SCR-Kat. 1) mit AdBlue ja / – – / ja, AdBlue-Tank 12 l
Grundpreis 19.090 Euro 21.490 Euro
Wertung Der Dreizylinder klingt kernig und hat mit 120 PS genügend Leistung. Ein leises Motörchen, für das wir uns gern das DKG wünschten. Der kleine Diesel hat genauso viel Drehmoment wie der mit 136 PS. Leider ist er nur in der basisnahen Ausstattung Edition 7 zu haben. Halbherzig.
Ökotrend-Wertung 2- 3+
1) SCR = Selective Catalytic Reduction: Stickoxide (NOX) werden in Stickstoff (N2) und Wasser (H2O) umgewandelt.

Attila Langhammer

Fazit

Mit Euro 6d-Temp und sieben Jahren Garantie können Interessenten eigentlich nicht viel falsch machen; Ausstattungsumfang und Raumangebot sind gut. Das Abschleifen der wenigen angeführten Kritikpunkte würde den Ceed eben noch etwas feiner machen, als er es schon ist. Und unser Dauerbrenner ist die Preisliste mit ihren Kombinationszwängen.

Stichworte:

Kompaktklasse

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