Kia Optima Hybrid: Fahrbericht
So fährt der Optima Hybrid

Kia geht unter die Hybridauto-Anbieter: Der Optima Hybrid ist der erste Mittelklässler mit Doppelherz – und er verteilt Blumen. Wir sind den Koreaner gefahren.
Schon verständlich, dass der Blinden- und Sehbehindertenverband solche Autos kritisch sieht: Völlig lautlos fährt der Optima Hybrid an. Bis Tempo 100 soll rein elektrisches Fahren laut Hersteller möglich sein, bevor der 2,0-Liter-Vierzylinder übernimmt – bedaure, das ist nicht zu schaffen. Es sei denn, der Kia-Fahrer liebt es, andere Verkehrsteilnehmer zu Schimpf und obszöner Geste zu provozieren. Wer im Stadtverkehr mitschwimmen will, ohne Aggressionen anderer zu wecken, verlässt in Wahrheit bei etwa 30 bis 40 km/h den rein elektrischen EV-Modus. Immerhin rollt der 4,85 m lange Mittelklässler rein elektrisch durch die Tempo-30-Zone. Auch aus einer Autobahnabfahrt lässt sich mit Konstant-Tempo 70 bis 80 emissionsfrei heraussegeln – echter Genuss stellt sich ein.
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190 PS Systemleistung: Wer will, kann den Kia Optima Hybrid auch ziemlich zügig fortbewegen.
Bild: Werk
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Eingeschränkt: Der Lithium-Polymer-Akku raubt dem Optima rund 25 Prozent Kofferraumvolumen.
Bild: Werk
Der Optima verabschiedet sich von seinem Fahrer mit einem Strauß Blumen. Wer den Hybrid-Mittelklässler gemach bewegt, kann sich als virtueller Blumenzüchter betätigen: Eine Grafik verteilt mittels einer wachsenden Blumen-Grafik Haltungsnoten für den ökonomischen Fahrstil. Auch numerische Haltungsnoten verteilt der Kia an seine Fahrer, ähnlich wie beim Eiskunstlauf. Von acht zu vergebenen Blümchen habe ich trotz Autobahnetappe und gelegentlichem Boosten immerhin fünf hereingefahren. Wenn an den Stammtischen dieser Republik künftig mit acht Blümchen geprotzt wird statt mit Acht-Minuten-Runden um die Nordschleife, dann hat die Hybridtechnik eben doch etwas bewirkt. Zumindest in den Köpfen.
Lohnt die Anschaffung? Der Hybrid kostet in der schnickschnackfreien Ausstattungslinie Attract ab 29.990 Euro – 5000 Euro mehr als ein vergleichbar ausgestatteter 2,0-Liter-Benziner. Letzterer verbraucht laut Norm 7,0 Liter Super, der Hybrid kommt laut Norm mit 5,4 Litern Super aus. Wir haben bei einer ausgiebigen Testfahrt (Autobahn, Landstraße und Stadtverkehr) 6,4 Liter Super verbraucht. Angenommen, der Hybrid-Eigner fährt viel Stadtverkehr, nutzt ausgiebig den rein elektrischen Modus und realisiert mit seinem Fahrzeug tatsächlich einen Verbrauchsvorteil von 2,0 Litern/100 km, hat er den Mehrpreis – den derzeitigen Super-Preis von 1,65 Euro vorausgesetzt – frühestens bei einer Laufleistung von 151.000 Kilometern herausgefahren. Etwas Idealismus, zumindest aber eine profunde Diesel-Aversion muss der Käufer auch bei diesem Hybridauto mitbringen.
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