Kia Picanto: TÜV-Report 2026
Nur der aktuelle Picanto glänzt beim TÜV

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Gut gewürzt hat Kia sein aktuelles Picanto-Modell: Der nutzwertige Korea-Knirps ist robust. Beim Vorgänger haben die Prüfer mit bitterem Beigeschmack zu kämpfen.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Der Kia Picanto ist ein spritziger Cityflitzer und vor allem in der aktuellen Generation eine gute Wahl: Über 90 Prozent der Wagen bestehen die erste HU ohne Beanstandung – das reicht für den Klassensieg unter den Minis. Wer sich allerdings ein älteres Modell anschaut, sollte genauer prüfen, denn dort zeigen sich vereinzelt Schwächen. Der Überblick aus dem aktuellen TÜV-Report.
Kia Picanto III (JA)
- Bauzeit: 2017 bis heute
- Motoren: 67 PS (1.0 MPI) bis 100 PS (1.0 T-GDI)
- Preis: ab 6800 Euro
Das ist er: Optisch markanter und – gerade in der Topversion GT-Line – sportlicher. Ansonsten ist der Korea-Knirps basic im besten Sinne. Gegen Aufpreis gibt es mehr Komfort, Assistenten und Konnektivität. Innenraum und Kofferraum sind alltagstauglich, Verarbeitung und Materialien im Vergleich zu Mitbewerbern mustergültig. 2020 gab's ein Facelift light, 2024 ein umfangreicheres inklusive aggressiverer Front.

Der aktuelle Picanto gefällt mit seiner gesunden Mischung aus Komfort und Agilität.
Bild: Tobias Kempe
Das kann er: Anständig und ausreichend spritzig von A nach B fahren. Die 67-PS-Version genügt anspruchsloser Pendlerroutine, mit 100 Turbo-PS werden Ur-GTI-Erinnerungen geweckt. Letztere sind auch ein Verdienst der knackigen Lenkung und des gut abgestuften Schaltgetriebes.
Das macht Ärger: Da Kia sieben Jahre Neuwagengarantie gibt: wenig. Der Benzin-Direkteinspritzer kann bei hohen Laufleistungen konstruktionsbedingte Verkokungen zeigen. Die Versionen mit Wandlerautomatik sind relativ durstig. Vereinzelt schwächelt die Innenraumbelüftung. Ältere Exemplare sind nicht immer so perfekt verarbeitet wie jüngere. Zwei Rückrufe 2024: möglicher Motorausfall durch Kurzschluss im Abgasrückführungsventil und fehlerhafter intelligenter Geschwindigkeitsassistent.
Kia Picanto II (TA)
- Bauzeit: 2011 bis 2017
- Motoren: 67 PS (1.0 LPG) bis 86 PS (1.2)
- Preis: ab 2300 Euro
Das ist er: Kulleraugenfrei und rundum überarbeitet in zweiter Generation. Um sechs Zentimeter verlängert (3,60 m), wovon minimal Innenraum und Kofferraum sowie verstärkt der Fußgängerschutz profitieren. Zudem der erste Kleinstwagen mit einem optionalen Knieairbag. Für Technikfreaks gab’s Features wie ein Keyless-Go-System und elektrisch anklappbare Außenspiegel.

Die zweite Generation gab es wahlweise als Benziner und für Sparfüchse mit LPG-Antrieb.
Bild: Uli Sonntag
Das kann er: Den vernünftigen Stadtflitzer geben, ordentliches Sitzen und moderate Fixkosten inklusive. Serienmäßig mit ESP und wahlweise als Benziner und für Sparfüchse mit LPG-Antrieb. Kein Tipp ist die träge Automatik der 1,2-Liter-Version. Das Fahrwerk fällt deutlich straffer aus als beim Vorgänger, was nicht jedem gefällt.
Das macht Ärger: Defektanfälligere LPG-Autogasmodelle bei hohen Laufleistungen; schwach ausgelegte Klimaanlage. Häufige Pannenursachen beim ADAC: Starterbatterie und Zündkerzen. Zwei Rückrufe betrafen schwergängige Bremssättel hinten und fehlerhafte Benzinleitungen. Betroffen sind jeweils Exemplare, die zwischen 2011 und 2012 produziert wurden.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Der Typ JA startet mit fehlerfreien Achsaufhängungen, die Mängelquote bei der zweiten/dritten HU bleiben unter dem Schnitt. Kritischer sind die Werte beim Vorgänger. Top bei beiden: Federn und Dämpfer. Während die Lenkung beim JA unauffällig bleibt, schwächeln Lenkanlage und -gelenke des 8- bis 9-jährigen TA.
Licht
Durchwachsen: Während beim aktuellen Picanto Lichtmängel vorn und verstelltes Abblendlicht (zweite HU) für rote Zahlen sorgen, sind es beim Vorgänger fehlerhafte Rück- und Frontbeleuchtung. Solide bei beiden Modellen: die Blinkanlage.
Bremsen
Der JA erfreut die Prüfer mit perfekten Bremsleitungen/-schläuchen und unauffälligen Scheiben. Wenig zu kritteln gibt's an der Bremsfunktion mit Ausnahme der Handbremse (dritte HU). Ein Mangelhaft bekommt der TA: Besonders Handbremse, Bremsleitungen und -scheiben patzen.
Umwelt
Viel grün für beide Typen, die Abgasanlagen halten bis ins Alter. Ausgerechnet der JA kleckert bei der ersten HU zu oft Öl und kratzt an der kritischen Marke. Die AU wird dem TA schon mal zum Verhängnis.
Kia Picanto: Mängeleinteilung*
Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher | |
|---|---|---|---|---|
Alter | ||||
2-3 Jahre | 91,9 (Ø 89,4) | 3,3 (Ø 4,0) | 4,8 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 87,2 (Ø 84,7) | 5,3 (Ø 5,3) | 7,5 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 84,3 (Ø 78,8) | 6,2 (Ø 7,6) | 9,6 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 67,4 (Ø 71,7) | 10,8 (Ø 10,0) | 21,7 (Ø 18,3) | 0,0 (Ø 0,0) |
10-11 Jahre | 61,4 (Ø 64,7) | 12,1 (Ø 12,4) | 26,5 (Ø 22,9) | 0,1 (Ø 0,0) |
12-13 Jahre | 53,1 (Ø 56,0) | 13,3 (Ø 15,5) | 33,4 (Ø 28,4) | 0,2 (Ø 0,1) |
Fazit
So klein und handlich ist der Picanto die perfekte Zutat für den Stadtverkehr. Der aktuelle Typ JA macht zudem wenig Sorgen mit Blick auf den anstehenden TÜV-Termin. Knapp 92 Prozent der Exemplare absolvieren die erste HU mängelfrei. Das Ergebnis des Vorgänger-Modells TA wird nicht allen Haltern schmecken. Achsaufhängungen und Bremsen ernten zu viele rote Zahlen.
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