Kia Rio: Schwachstellen, Mängel, Stärken
Kia Rio 4 beim TÜV in Karnevalsstimmung

– Was lange währt, wurde endlich besser: Die jüngste Generation hat Kia erfolgreich nachgebessert, sie erntet überwiegend gute TÜV-Bewertungen.
Bild: Christoph Brries / AUTO BILD
Worauf Gebrauchtwagenkäufer beim Kia Rio achten sollten: die wichtigsten Infos aus dem aktuellen TÜV-Report!
Kia Rio 4
- Bauzeit: 2017 bis heute
- Motoren: 77 PS (1.4 CRDi) bis 120 PS (1.0 T-GDI)
- Gebrauchtpreis: ab 8700 Euro

Kia Rio 4: Format und Verarbeitung liegen inzwischen durchaus in Reichweite des Klassenprimus VW Polo.
Bild: Tom Salt
Das ist er: Optisch aufgewertet, mit einem Plus an Qualität – so buhlt der 4,07 Meter lange Kia Rio der Generation vier um Anerkennung auf deutschen Straßen. Bei den Assistenzsystemen spielt der Rio in seiner Liga vorn mit, bietet seit dem Facelift 2020 auch einen adaptiven Tempomaten sowie Totwinkel- und Querverkehrswarner. Die Bedienung über den 7-Zoll-Berührbildschirm mit Kopplung des Smartphones via Android Auto oder Apple CarPlay funktioniert weitgehend problemlos. Im Cockpit findet sich noch etwas Hartplastik.
Das kann er: Mit Fug und Recht das Billigheimer-Image ablegen. Agil fahren kann er auch, für Vortrieb sorgen zwei Vierzylinder mit 84 PS (1.2) oder 99 PS (1.4, bis 2019) und zwei Einliter-Dreizylinder mit 100 oder 120 Turbo-PS sowie eine Hybridvariante; bis 2018 gab es einen 1,4-Liter-Diesel mit 77/90 PS.
Das macht Ärger: Familientypisch: Auch die Beleuchtung der vierten Generation zickt. Die siebenjährige Garantie sorgt ansonsten für weitgehende Ruhe in den Foren. Rückrufe wegen defekter Kindersicherung der hinteren Türen (2018), Brandgefahr wegen eines fehlerhaften Steckers (2019), außerdem Airbagprobleme (2022).
Kia Rio 3
- Bauzeit: 2011 bis 2017
- Motoren: 75 PS (1.1 CRDi) bis 109 PS (1.4 CVVT)
- Gebrauchtpreis: ab 4300 Euro

Im Jahr 2015 gab's für die dritte Rio-Generation ein Facelift.
Bild: Werk
Das ist er: Der auf 4,05 Meter gewachsene Kia Rio 3 kommt als VW-Polo-Rivale mit ausreichendem Platzangebot, auch fürs Gepäck (288 bis 925 l). Bei uns laufen Drei- und Fünftürer, in Asien und den USA auch das 33 Zentimeter längere Stufenheck. Die einfache Bedienung vermeidet übermäßige Ablenkung des Fahrers, ESP und sechs Airbags (Serie) helfen im Ernstfall.
Das kann er: Ausreichend Fahrkultur bieten. Die meisten Kunden wählen einen der beiden Benziner. Der 1.2er leistet 86 PS (ab 2015: 84 PS), der 1,4-Liter bringt sportliche 109 PS. Eine Nebenrolle spielten sowohl der enorm sparsame Dreizylinder 1.1 CRDi mit 75 PS (3,2 Liter/100 km) als auch der Vierzylinder-Diesel mit 90 PS.
Das macht Ärger: Nach sehr gutem Start erntete der Kia im AUTO BILD-Dauertest eine 2-. Kritik gab's an einem klappernden Handschuhfachdeckel und dem angerosteten Auspuff. Der Kompressor der Klimaanlage war undicht (aber noch funktionsfähig), der Zentralausrücker der Kupplung kaum geschmiert. Ganz düster: Beide Scheinwerferbirnen fielen gleichzeitig aus.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Während der jüngste Rio mit fast tadellosen Achsaufhängungen glänzt, wird die Mängelquote des Vorgängers zweistellig. Federn und Dämpfer schwächeln ab der ersten HU. Top bei beiden: die Antriebswellen und die Lenkanlage. Die Gelenke des Rio 3 neigen im Alter jedoch zu Fehleranfälligkeit. Rost gibt es 0,0.
Licht
Verstelltes Abblendlicht und Scheinwerfermängel – beide Generationen ernten hier vermehrt Kritik beim Prüftermin. Ansonsten fällt der Rio III durch fehlerhafte Rückleuchten und Blinker negativ auf.
Bremsen
Vor allem jüngere Exemplare des aktuellen Rio sind in puncto Bremsfunktion souveräner als das Vorgängermodell. Das gilt auch für die Bremsleitungen. Bei den Schläuchen erlauben sich beide Typen keinen Fehler. Dafür gibt's ein Mangelhaft für den Scheibenverschleiß älterer Rio 3.
Umwelt
Die Abgasanlagen des Rio IV sind fast ohne Mängel. Ölverlust allerdings erlaubt er sich bei der ersten HU entsprechend des Durchschnitts. Der Ältere macht seine Sache besser, dafür wird ihm die AU öfter zum Verhängnis.
Mängeleinteilung*
Alter | Ø Laufleistung in km | Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher |
|---|---|---|---|---|---|
2-3 Jahre | 30.000 (Ø 42.000) | 92,0 (Ø 90,1) | 2,7 (Ø 3,5) | 5,3 (Ø 6,4) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 51.000 (Ø 62.000) | 88,6 (Ø 85,9) | 5,0 (Ø 5,0) | 6,4 (Ø 9,1) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 70.000 (Ø 87.000) | 83,9 (Ø 79,1) | 4,7 (Ø 7,3) | 11,4 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 97.000 (Ø 110.000) | 66,8 (Ø 72,4) | 13,0 (Ø 9,7) | 20,2 (Ø 17,9) | 0,0 (Ø 0,0) |
10-11 Jahre | 109.000 (Ø 130.000) | 57,0 (Ø 64,8) | 14,5 (Ø 12,2) | 28,3 (Ø 23,0) | 0,2 (Ø 0,0) |
12-13 Jahre | - | - | - | - | - |
Fazit
Der jüngste Kia Rio hat sich sowohl optisch als auch qualitativ gemacht. In vierter Generation meldet der TÜV im Durchschnittsvergleich mehr mängelfreie Exemplare in allen Jahrgängen. Nur Lichtfehler und Ölverlust trüben das Ergebnis ein wenig. Die dritte Generation weist eine längere Mängelliste auf. Die Achsaufhängungen sind ein ernstes Problem, auch verschlissene Bremsscheiben machen zu schaffen.
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