Kaffeepause an der Autobahnraststätte: Mit leuchtenden Augen steht ein Mann Mitte 50 – Vollbart, Leinenhemd, Wanderstiefel – neben unserem Hymer ML-T. Sein staunender Blick wandert von den schlammverkrusteten Hinterreifen über die elegante Seitenpartie bis zur bulligen Front mit dem großen Stern auf dem Kühlergrill. In seinem Kopf spielt sich vermutlich soeben eine Szene ab, in der Wüstendünen, Kamele und ein atemberaubender Nachthimmel vorkommen. Zumindest geht es uns so beim Anblick des allradbetriebenen Mittelklasse-Campers aus Bad Waldsee. Der Grund: Der Sprinter 4x4 kommt serienmäßig mit einer vorn um 155 mm und hinten um 135 mm erhöhten Karosserie. Das macht Eindruck und verbessert die Geländegängigkeit. Im Inneren präsentiert sich der ML-T dagegen als schlichter Klassiker.
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Knaus Van TI Plus, Hymer ML-T
Die Allradantriebe von MAN und Mercedes testen wir auf einem schlammigen Feldweg in der Nähe von Ratzeburg (Schleswig-Holstein).
Wer seine Urlaube nicht nur fernab der Zivilisation auf einsamen Waldlichtungen verbringen will, sondern sich gern auch mal lässig in feinem Zwirn vor der Oper aus dem Reisemobil schwingt, könnte aber auch mit dem Van TI Plus den passenden Auftritt haben. Sein elegantes Design verzichtet erfreulicherweise auf effekthascherischen Zierrat – bis auf die Heckschürze im Diffusor-Look. Durch die serienmäßige Luftfederunterstützung an der Hinterachse verkneift sich der Teilintegrierte auch unbeladen einen keilförmigen Stand. Das lässt ihn trotz seiner Größe sportlich wirken. Klar wird dadurch aber auf den ersten Blick auch, dass er nicht für wilde Offroad-Fahrten gemacht ist. Sein Allrad-Anspruch versteht sich eher als Traktions- und damit Sicherheits-Plus. Unziemlich scharrende Vorderräder beim Anfahren oder Steckenbleiben auf nassen Wiesen braucht mit ihm niemand zu fürchten. In der Bildergalerie stellen wir Ihnen beide Kandidaten genauer vor.

Von

Jenny Zeume