Die Motorsport-Welt nimmt Abschied von Sabine Schmitz. Seit 2017 kämpfte die bekannte Rennfahrerin gegen den Krebs, an dessen Folgen Sie am Abend des 16. März 2021 verstarb. Die „Königin der Nordschleife“ hinterlässt im deutschen Motorsport, vor allem jedoch in der Eifel, eine große Lücke. Erinnerungen an eine starke Persönlichkeit.
Die Nähe zum Motorsport wurde Sabine Schmitz in die Wiege gelegt. Als Tochter einer Hoteliersfamilie aus Nürburg war sie von Geburt an mit der Grünen Hölle verbunden. Keine Frage, dass sie schon im frühen Alter, kurz nach der Führerscheinprüfung, die ersten Runden im privaten Auto der Mutter absolvierte. Schmitz machte eine Ausbildung zur Hotelfachfrau, doch die Liebe zum Motorsport ließ sie niemals los. Im Jahr 1990 nahm sie schließlich an ihrem ersten Autorennen teil.
Und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Zwei Jahre später, in der Saison 1992, gewann Schmitz den Meistertitel im Ford Fiesta Mixed-Cup. Die schnelle Rennfahrerin startete nicht nur am Nürburgring, sondern bei internationalen Veranstaltungen in Südafrika oder Brasilien. Doch in die Eifeler Heimat kehrte sie immer zurück. Und was die gebürtige Adenauerin anpackte, das tat sie voller Überzeugung.
Motorsport-Welt trauert um Sabine Schmitz
Sabine Schmitz wurde nur 51 Jahre alt.
Im Jahr 1996 schrieb Schmitz sogar Geschichte, nachdem sie gemeinsam mit Hans Widmann und Johannes Scheid als erste und bis heute einzige Frau das legendäre 24h-Rennen am Nürburgring gewann. Nur ein Jahr später wiederholte sie den Erfolg, diesmal zusammen mit Scheid sowie Hans-Jürgen Thiemann und Peter Zakowski.
Spätestens im Jahr 1998, als Schmitz gemeinsam mit Johannes Scheid den Gesamtsieg im Veedol Langstreckenpokal (heute: Nürburgring Langstrecken-Serie) feierte, wurde sie als „Königin der Nordschleife“ bekannt. Die Rennfahrerin etablierte sich am Nürburgring als feste Größe und das nicht nur aufgrund ihrer Leistungen. Schmitz war bei den Fans sehr beliebt, hatte immer einen guten Spruch auf den Lippen und sorgte selbst nach enttäuschenden Rennen für gute Laune im Fahrerlager.
Nachdem die erste Ehe mit einem Hotelbesitzer aus Pulheim in die Brüche gegangen war, lernte Schmitz den Unternehmer Klaus Abbelen kennen. Gemeinsam mit ihrem neuen Lebenspartner, der die Liebe zum Motorsport teilte, wurde im Jahr 2005 der eigene Rennstall „Frikadelli Racing“ gegründet. Mit einem Porsche nahm Schmitz in den Folgejahren mehrfach am 24h-Rennen teil. Die „schnellste Frikadelle der Welt“, wie der Porsche liebevoll genannt wurde, erreichte im Jahr 2008 den dritten Gesamtrang beim Eifelklassiker.
Zudem steuerte Schmitz das bekannte Ringtaxi von BMW und drehte im Laufe der Jahre rund 30.000 Runden auf der Nordschleife. Niemand kannte das Asphaltband in der Eifel so gut, wie die „Königin der Nordschleife“. Kein Wunder, dass die Leistungen für Aufsehen sorgten und selbst die Macher der britischen Autosendung „Top Gear“ überzeugten. Nach verschiedenen Beiträgen, die heute noch Kultstatus genießen, wurde Schmitz im Jahr 2016 sogar zur Co-Moderatorin ernannt. Mit verschiedenen Autosendungen war sie auch im deutschen Fernsehen vertreten, etwa bei DMAX oder Sport1.
2017 wurde bei Sabine Schmitz ein frauenspezifischer Tumor diagnostiziert. Es folgten mehrere Operationen und Chemotherapien, die allerdings nicht den gewünschten Erfolg erzielten. Als starke Kämpferin kehrte Schmitz im Jahr 2019 für einige Rennen in den Frikadelli-Porsche sowie den seriennahen BMW ihres Bruders Beat zurück. Ein geplantes Comeback für die Saison 2020 musste jedoch abgesagt werden, nachdem der Krebs zurückgekehrt war.
„Ich muss alle Kraft und Register ziehen, um kraftvoll die nächsten Therapien zu meistern“, schrieb Schmitz damals auf ihrer Facebook-Seite. „In der Hoffnung, dass mal irgendwas anschlägt.“ Diese Hoffnungen wurden der 51-Jährigen nicht erfüllt. Am 16. März 2021 hat Sabine Schmitz den langen Kampf gegen den hartnäckigen Krebs verloren.

Von

Sönke Brederlow