Kommentar zum Tempolimit

Tempo 130? Wir haben andere Probleme!

Baustellen, Staus, überfüllte Autobahnabschnitte – wer kann denn heute wirklich noch längere Strecken über 130 km/h fahren?
Was soll diese Diskussion ums Tempolimit 130? Wer kann denn heute noch längere Strecken auf der Autobahn über 130 km/h fahren? In den vergangenen Wochen war ich beruflich und privat viel mit dem Auto unterwegs. Gefühlt konnte ich auf den gefahrenen 3000 Kilometern nicht einmal auf 15 Prozent der Strecke über 130 km/h fahren. Grund waren zahlreiche Baustellen und Staus. Egal ob zwischen Hamburg und München oder Richtung Berlin: eine Baustelle nach der anderen. Davor staut es sich, weil viele Autofahrer das Reißverschlussverfahren missachten oder vielleicht nicht kennen. In den Baustellen soll man versetzt fahren, weil die Spuren so eng sind, dass ein Lkw beim kleinsten Lenkfehler die Spur verlässt und im schlimmsten Fall verunglückt. Und das passiert dann auch, wie beispielsweise immer wieder in der Baustelle auf der A7 hinter Hannover Richtung Norden. Die Folge: Vollsperrung! Oft über mehrere Stunden. Im Radio kein Hinweis, ob man die nächste Abfahrt nehmen sollte. Ein Informationsstand im Stau, der auf dem Niveau von vor 20 Jahren ist. Dabei gibt es doch mittlerweile so viele digitale Informationsmöglichkeiten! Immerhin wurde der Autofahrer darüber informiert, dass vor zwei Wochen die A2 bei Braunschweig gesperrt war, weil die Fahrbahn nach einem verunglückten Säuretransporter erneuert werden musste.

Wie viel CO2-Ausstoß verursachen die ganzen Staus?

Auch ohne Baustellen geht es in der Regel nicht schneller als 130 km/h voran. Wer auf vielen der zweispurigen Autobahnabschnitte versucht schneller zu fahren, wird immer wieder durch überholende Lkw ausgebremst. Ja, auch dort, wo es eigentlich verboten ist. Und auch auf dreispurigen Autobahnen sieht es nicht besser aus. Die rechte sowie die mittlere Spur gehören Lkw, Bussen und Campern, links tummelt sich der restliche Verkehr. Das Rechtsfahrgebot wird ad absurdum geführt. – Alles nur meine Meinung, geprägt durch eine einseitige Wahrnehmung? In Gesprächen mit Kollegen und beim Lesen unserer User-Kommentare zeichnet sich ein ähnliches Bild. Wie kann man da behaupten, mit Tempolimit 130 ein bis drei Millionen Tonnen CO2 pro Jahr zu vermeiden? Ich behaupte, durch die zahlreichen Staus wird mindestens so viel CO2-Ausstoß verursacht! Anstatt mit plakativen Forderungen Wähler zu gewinnen, sollten Politiker sich lieber um die richtigen Probleme kümmern, auch, wenn es anstrengender ist, mehr Arbeit macht und es dafür weniger Schlagzeilen gibt.

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