Kostenbremse beim Führerschein: Reform ab 2026 geplant
Führerschein-Reform: So viel könnten Fahrschüler bald sparen

Der Führerschein wird immer teurer – deshalb plant Verkehrsminister Patrick Schnieder eine Kostenbremse bei Fahrschulen. Die Reform soll 2026 in Kraft treten!
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Der Führerschein wird in Deutschland immer teurer. Viele vor allem junge Menschen können sich die Fahrerlaubnis deshalb kaum noch leisten. 3400 Euro kostet die Klasse B im Schnitt, oft sogar über 4000 Euro. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) will das ab 2026 ändern – mit einem umfassenden Reformpaket für Theorie, Praxis und Ausbildung. Ziel: weniger Kosten, mehr digitale Angebote, gleiche Sicherheit.
Die Theorie soll dabei gründlich abgespeckt werden. Der Fragenkatalog schrumpft laut Initiative von derzeit 1169 auf rund 750 Aufgaben, der Fokus liegt künftig stärker auf Verkehrssicherheit. Außerdem soll die Präsenzpflicht im Unterricht fallen. Fahrschulen müssen dann keine teuren Schulungsräume mehr betreiben, Lerninhalte können komplett per App oder Online-Plattform vermittelt werden.

Die praktische Führerscheinprüfung soll von 30 auf 25 Minuten Fahrzeit verkürzt werden.
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Der Fahrlehrerverband begrüßt den Schritt. "Wenn die Theorie entschlackt wird, ohne den Wert der Prüfung zu mindern, hebt das die Motivation der Prüflinge", sagt Verbandsvize Kurt Bartels.
Führerschein: mehr Simulator, weniger Sonderfahrten
Auch die praktische Ausbildung soll angepasst werden. Künftig sollen Fahrsimulatoren eine größere Rolle spielen, etwa um das Schalten zu üben. Das spart Fahrschulen zusätzliche Fahrzeuge und senkt Kosten. Auch bei den verpflichtenden Sonderfahrten auf Landstraßen, Autobahnen und bei Nacht sind Erleichterungen geplant. Ein Teil davon soll ebenfalls am Simulator absolviert werden dürfen.
Die praktische Prüfung wird gemäß Vorschlag zudem verkürzt – von aktuell 30 auf 25 Minuten reine Fahrzeit. Das entspricht dem europäischen Mindeststandard. Eine komplette Prüfung inklusive Vor- und Nachbereitung dauert dann nur noch 55 Minuten.
Mehr Transparenz und neue Ideen
Schnieder will außerdem die Fahrschulen in die Pflicht nehmen. Preise und Durchfallquoten sollen künftig online einsehbar und vergleichbar sein. So sollen Fahrschüler besser einschätzen können, wo sie eine gute Ausbildung zum fairen Preis bekommen.
Neu ist auch eine "Experimentierklausel": Eltern oder andere erfahrene Fahrer könnten künftig offiziell beim Üben unterstützen. Das soll nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Erfolgsaussichten bei der Prüfung erhöhen.
Start im Jahr 2026
Die geplanten Änderungen werden derzeit mit Ländern und Verbänden beraten. Im ersten Halbjahr 2026 soll die Reform auf den Weg gebracht werden. Wie viel genau gespart werden kann, beziffert der Minister noch nicht. Von "mehreren Hundert Euro" ist aber die Rede.
Verbandsvize Bartels sieht großes Potenzial: "Die extrem steigende Zahl der Fahrstunden ist der hauptsächliche Kostentreiber." Simulatoren, digitale Theorie und kompaktere Abläufe könnten diese Zahl deutlich senken.
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