Kraftstoff aus Pflanzenresten
Echt bio, dieser Sprit

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Gibt es irgendwann Biosprit aus Stroh? In Bayern testet das Schweizer Unternehmen Clariant ein Verfahren zur Umwandlung von Pflanzenresten. Die Versuche laufen vielversprechend.
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Der Schweizer Chemiekonzern Clariant hat ein Verfahren zur Produktion sogenannter Biokraftstoffe der zweiten Generation entwickelt. Anders als bei den umstrittenen Agrar-Kraftstoffen, die aus Lebensmittelpflanzen wie Raps oder Zuckerrüben gewonnen werden, kommen beim "Sunliquid"- Verfahren nur Pflanzenreste wie Stroh zum Einsatz. Eine Pilotanlage in Straubing (Bayern) läuft seit Juli 2012. "Wir sind kurz vor der Kommerzialisierung", sagt André Koltermann, Leiter des Biotech & Renewable Center bei Clariant. Mit potenziellen Partnern für den Bau großer Anlagen sei man bereits im Gespräch. Einen konkrekten Termin nennt Koltermann allerdings nicht.
Biosprit-Bilanz: 1000 Tage E10

Das sächsische Unternehmen Choren scheiterte bis 2011 bei dem Versuch, Diesel aus Holz und Pflanzenresten herzustellen.
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Ebenfalls kostensenkend ist die Vor-Ort-Produktion der benötigten Enzyme. Bei anderen Verfahren wurden sie bislang zugekauft und angeliefert. Zudem gewinnt Clariant aus dem Abfallprodukt Lignin (Pflanzenreste) Energie für die Reinigung des Ethanols. Clairant beziffert das CO2-Einsparpotenzial gegenüber fossilem Benzin auf bis zu 95 Prozent.
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