Mercedes-Benz S 680 Guard
Kugelsicher mit V12 unterwegs

Kugelsicher, 612 PS stark und mit V12: Der neue Mercedes S 680 Guard ist der rollende Schutzbunker der Macht und dürfte demnächst Staatsleute wie Kanzler Merz eskortieren.
Bild: Mercedes Benz AG
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Für Staatschefs, Spitzenpolitiker und andere besonders schutzbedürftige Personen setzt Mercedes auf den neuen S 680 Guard. Die gepanzerte Luxuslimousine basiert auf der frisch gelifteten S‑Klasse der Baureihe 223 und bringt alles mit, was man von einem rollenden Schutzbunker erwartet – inklusive des letzten verbliebenen V12‑Motors im Mercedes‑Portfolio.
Im Gegensatz zur serienmäßigen S‑Klasse, die in der aktuellen Generation vor allem auf moderne Motoren, Assistenzsysteme und Komfortfeatures setzt, ist die Guard‑Variante kompromisslos auf Sicherheit ausgelegt. Die gesamte Fahrgastzelle entspricht dem VR10‑Standard nach VPAM‑Richtlinien – der höchsten zivilen Schutzklasse für gepanzerte Fahrzeuge.

Mit rund 4,5 Tonnen bringt das Sicherheitsfahrzeug gut 1,5 Tonnen mehr auf die Waage als eine Standard-S-Klasse.
Bild: Mercedes Benz AG
Sowohl die transparenten als auch die nicht einsehbaren Karosseriebereiche sind ab Werk entsprechend zertifiziert. Der Schutz umfasst nicht nur ballistische Bedrohungen, sondern auch definierte Explosionsszenarien, bei denen Dach, Seiten und Fahrzeugboden geprüft werden.
Zusätzliche Systeme wie ein automatisch arbeitendes Feuerlöschsystem schützen Motorraum und Fahrzeugunterboden. Ein Notluft- und Frischluftsystem stellt sicher, dass die Insassen auch bei Rauchentwicklung oder dem Einsatz von Reizstoffen weiterhin mit Atemluft versorgt werden. Für Situationen, in denen Türen oder Fenster blockiert sind, ist ein externes Kommunikationssystem an Bord, über das sich Insassen mit Personen außerhalb des Fahrzeugs verständigen können.
Je nach Einsatzzweck lassen sich zudem behördenspezifische Ausstattungen wie Sondersignalanlagen, Funktechnik oder ein Gefährdetenalarmsystem integrieren.
Auch die Mobilität nach einem Schaden ist Teil des Sicherheitskonzepts. Serienmäßig ist der S 680 Guard mit Michelin‑PAX‑Notlaufreifen ausgerüstet, die selbst nach einem vollständigen Druckverlust noch eine Weiterfahrt von bis zu 30 Kilometern ermöglichen.
Dass der Guard technisch deutlich über eine herkömmliche S‑Klasse hinausgeht, zeigt sich nicht zuletzt am Gewicht: Rund 4,5 Tonnen bringt die gepanzerte Limousine auf die Waage – etwa 1,5 Tonnen mehr als das Serienmodell.

Die Panzerglas-Fenster bleiben dank verbauter Hydraulik jederzeit bedienbar.
Bild: Mercedes Benz AG
Um die massiv verstärkten Türen dennoch handhabbar zu machen, kommen elektromechanische Türantriebe zum Einsatz, die das Öffnen und Schließen unterstützen. Die Fenster werden hydraulisch betätigt und bleiben selbst dann funktionsfähig, wenn die Bordelektrik ausfällt.
Während die normale S‑Klasse meist mit Reihensechszylindern, V8 oder Plug‑in‑Hybridantrieb unterwegs ist, übernimmt im Guard ein 6,0‑Liter‑V12‑Biturbo die Arbeit. Der Zwölfzylinder leistet 612 PS und stellt ein maximales Drehmoment von 830 Nm bereit. Erstmals wird dieser Motor in der Sonderschutzklasse mit dem bekannten 4Matic-Allradantrieb von Mercedes kombiniert.
So bringt der S 680 Guard die über vier Tonnen schwere Limousine souverän in Bewegung. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 210 km/h begrenzt. Ausreichend, wenn man bedenkt, dass in einem gepanzerten Fahrzeug dieser Klasse ohnehin andere Faktoren eine größere Rolle spielen.
Dass dieser Motor überhaupt noch existiert, überrascht in Zeiten, in denen viele Hersteller den V12 längst aus dem Programm gestrichen haben. Mercedes hält ihn am Leben, allerdings nur noch für exklusive Spezialmodelle mit klar definiertem Einsatzzweck und weit außerhalb des normalen Preisgefüges. Stichwort: Maybach.
Man darf wohl davon ausgehen, dass Bundeskanzler Merz und seine Schutztruppe demnächst im neuen Mercedes S 680 Guard unterwegs sein werden, sobald der Fuhrpark auf die aktuelle Modellpflege umgestellt ist.
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