Wer ins Gelände will, sollte robuste Schuhe tragen. Als der La Strada Nova M Allrad bei uns zum Wohnmobil-Test antrat, steige ich daher erst mal in den Keller und hole meine Springerstiefel. Jacke in Tarnfarbe und einen Feldstecher dazu – das Offroad-Abenteuer kann beginnen!

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Ein ausgemachter Individualist zum stattlichen Preis

La Strada Nova M
Sachlich: Der nüchtern wirkende Innenraum könnte durchaus ein paar Farbkleckse vertragen.
Das ist er: Ein Kastenwagen für zwei, die gern eigene Wege gehen. Und ein ausgemachter Individualist, beileibe kein Mainstream-Typ. Das signalisiert schon die Mercedes-Basis. Mit seinen 6,36 Metern Länge ist der Nova M eher kompakt gebaut – und dafür sehr hoch: auf knapp drei Meter reckt sich das Wohnmobil. Im Fahrerhaus unterscheidet er sich vom Fiat-Mainstream, wirkt im Detail deutlich feiner und sorgfältiger verarbeitet. Dazu Pilotensitze mit integrierten Kopfstützen und demselben Lederbezug namens "Hai" (1995 Euro), den auch die anschließende Ecksitzgruppe trägt. Veloursbespannung an Wänden und Decken sorgt für behagliche Atmosphäre. Geschlafen wird im Doppelbett unterm Dach oder im Einzelbett im Heck. Die kleine Küche in der Fahrzeugmitte bietet zwei Apothekerschränke, Dreiflammkocher, Kühlschrank und viele Staumöglichkeiten in Ober- und Unterschränken. Der Möbelbau macht einen robusten und gut verarbeiteten Eindruck. Das erwartet man aber auch bei einem Testwagenpreis von stolzen 128.631 Euro! Die Schiebetür des kompakten Badezimmers lässt sich nicht fest genug arretieren. Wir haben sie zum Bremsentest mit Klebeband fixiert – wer im Gelände fährt, sollte es uns nachtun.

Seitenwindassistent ist serienmäßig an Bord

La Strada Nova M
Empfindlich: Bei Slalom und Ausweichen neigt der La Strada etwas zum Wanken.
So fährt er: Trotz dicker Stollenbereifung (1740 Euro) erstaunlich komfortabel. Die Federung kommt ihrer Aufgabe sehr gut nach, auch Motor und Automatikgetriebe leben in Harmonie zusammen. Allerdings neigen die 245er-Goodrich-Reifen dazu, Spurrillen hinterherzulaufen. Außerdem wankt der hohe Wagen beim Ausweichen oder im Slalom. Gefährlich wird das aber nicht, denn das recht harsch eingreifende ESP hält den Nova M sicher in der Spur. Gutes Detail und eine Mercedes-Spezialität: Auch ein Seitenwindassistent ist serienmäßig an Bord. Empfindliche Naturen stören sich vielleicht an Wind-und Umgebungsgeräuschen, zum Beispiel beim Überholen eines Lastwagen. Im Gegensatz dazu bleibt es aus dem Aufbau still. Es gibt praktisch keine Aufbaugeräusche, kein Knistern, Klappern oder Knacken.
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Das hat er: kein Talent zum Volumenmodell. Die Preisliste startet bei 91.076 Euro, die Aufpreisliste ist lang. Neben serienmäßigen Annehmlichkeiten wie Markise, Klimaanlage, Zentralverriegelung, Tempomat oder herausnehmbarem Teppichboden waren zahlreiche Optionen an Bord: zuschaltbarer Allrad (14.783 Euro), 190-PS-Diesel (3106 Euro), Automatik (1694 Euro), Warmwasser-Standheizung (1026 Euro, mit Funkfernbedienung zuzüglich 439 Euro), Navigation (1796 Euro), Solarpanel (1195 Euro), Aluminium-Tankflaschen (2 x 11 kg Gas) mit Außenbefüllung (1698 Euro + Truma Duocontrol 298 Euro), Sitzheizung (429 Euro).

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Wohnmobil-Test La Strada Nova M Allrad
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Fazit

Ein Kastenwagen für ausgeprägte Individualisten. Straßen sind nett, aber nicht zwingend notwendig. Aber auch in den Alltag passt dieser knorrige Kraxler: Man sitzt schön hoch und gleitet gemütlich durch den Verkehr. Allerdings muss man sich diese noble Individualität auch leisten können.