Lada Bohse Safari (1994): Gebrauchtwagen
Skurriler Lada-Spezialumbau mit Porsche-Motor zu verkaufen

Bild: www.alphacars.com
Ist es ein Cabrio oder doch ein Pick-up? Die Antwort ist: beides! Der Bohse Safari ist ein in Kleinserie gebautes Freizeitmobil, das auf dem Lada Samara basiert, der wiederum in Kooperation mit Porsche entwickelt wurde. Eines der skurrilen Exemplare wird aktuell mit nur gut 10.000 Kilometern in den USA verkauft!
Angeboten wird der Bohse Safari vom Händler "Alpha Cars" aus Michigan, die selbstbewusst behaupten, dass es sich hierbei um ein Auto im Museumszustand handelt und somit das mutmaßlich beste Exemplar eines Bohse Safari überhaupt wäre. Aber bevor wir uns dieses spezifische Prachtexemplar genauer anschauen, gilt es zu verstehen, was der Bohse Safari überhaupt ist.
Die Basis bildet der Lada Samara, der unter anderem auch als Lada VAZ 2108 bekannt ist. Dieser wiederum kam 1984 als Nachfolger des Lada Schiguli auf den Markt und war eines der ersten russischen Autos, das auch offiziell im Westen angeboten wurde. In Deutschland wurde der 2108 als Samara zu einem unerwarteten Erfolgsmodell, das in den 90er-Jahren zu den fünf meistverkauften Autos in Deutschland zählte.

Vorne Lada Samara, hinten Freizeitmobil: So lässt sich der Bohse Safari kurz und bündig beschreiben.
Bild: www.alphacars.com
Die Entwicklung des 2108 begann bereits in den 70er-Jahren, als Lada den ambitionierten Entschluss fasste, ein Auto zu konzipieren, das nicht nur modern und effizient, sondern auch außerhalb von Europa ein Bestseller werden sollte. Dazu wurde keine geringere Marke als Porsche ins Boot geholt, die letztendlich nicht nur an der Motorenentwicklung, sondern auch an der Fahrwerksabstimmung und der Innenraum-Ergonomie beteiligt war. Man kann also stolz behaupten, dass in jedem 2108/Samara auch ein wenig Porsche-Know-how steckt.
Das steckt hinter Bohse
Ebenfalls in den 80er-Jahren entwickelte die Bohse Automobilbau GmbH aus Dörpen ihr eigenes Auto namens Euro-Star. Auf Basis des Lada 2105 wurde in den Jahren 1987 und 1988 ein Auto verkauft, das von Bohse als der "Super Flitzer aus dem Emsland" vermarktet wurde und letztendlich ein offenes Freizeitmobil mit GFK-Karosserie war. Laut eigenen Angaben wurden in dieser Zeit etwa 200 Euro-Star gebaut.
Kurze Zeit später setzte Bohse jedoch noch einen drauf und präsentierte den Safari getauften Samara. Auch das zweite Modell war als Freizeitauto erdacht, bei dem das feste Dach hinter der B-Säule abgesägt und durch ein Stoffdach ersetzt wurde. Mit wenigen Handgriffen konnte der Safari so zum Cabrio oder auch zum Pick-up umgemodelt werden. Ein Konzept, das später zuerst Skoda mit dem Felicia Fun und in leicht abgewandelter Form auch Citroën mit dem C3 Pluriel erneut aufgriffen.

Mit wenigen Handgriffen lässt sich der Safari zum Cabrio oder sogar zum Pick-up umwandeln.
Bild: www.alphacars.com
Nachdem Lada die Markenrechte zurückgekauft hatte, wurde der Safari hierzulande offiziell als Samara Fun verkauft, von dem in Summe rund 2000 Auto gebaut wurden. Eines dieser Exemplare hat es ganz offensichtlich über den großen Teich bis nach Amerika geschafft, denn dort wird dieser Bohse Safari aus dem Baujahr 1984 mit umgerechnet nur 10.577 Kilometern (6572 Meilen) von "Alpha Cars" angeboten.
Laut Anbieter sollen rund 5000 Euro in Wartung und Aufbereitung geflossen sein. So wurden unter anderem die Reifen erneuert, eine Inspektion durchgeführt, der Unterboden versiegelt und Lack sowie Plastikteile behandelt. Als Beweis hat der Händler eine XXL-Bildergalerie auf der Homepage, die den guten ersten Eindruck mit vielen Detailfotos untermauert.
Mit Porsche-Motor
Spannend wird es beim Blick in den Motorraum, denn auf dem Ventildeckel des 1,5-Liter-Vierzylinders prangt der Schriftzug "System Porsche". Mit 77 PS ist der Safari zwar alles andere als ein Sportwagen
, aber dass Porsche bei der Entwicklung seine Finger im Spiel hatte, macht sich am Stammtisch natürlich gut.
, aber dass Porsche bei der Entwicklung seine Finger im Spiel hatte, macht sich am Stammtisch natürlich gut.

Das Cockpit ist auf das Wesentliche reduziert. Getreu dem Motto: Was nicht da ist, kann auch nicht kaputtgehen.
Bild: www.alphacars.com
So viel soll der Safari kosten
Der aufgerufene Preis von umgerechnet 25.500 Euro (28.995 US-Dollar) erscheint allerdings doch sehr hoch. Nur zum Vergleich: Ein Modell des (mutmaßlich) selteneren Bohse Euro-Star wird hierzulande momentan für unter 10.000 Euro angeboten – und auch der ist halb Cabrio, halb Pick-up.
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