Es ist ein kleiner Schritt für die Rei­semobil-Branche, aber ein großer für Laika. Hymers toskanische Feinschmecker-Marke bekommt zum Modelljahr 2019 eine neue Einsteigerlinie. Neben den Baureihen Ecovip und Kreos soll der neue Kosmo die Modell­palette nach unten abrunden. Laika schickt den Neuen als Teilintegrierten in vier Modellvarianten auf den Markt. Die Kosmo sind 6,95 oder 7,41 Meter lang, sie haben wahlweise Längseinzel­betten oder ein Queensbett im Heck. Ab 52 900 Euro (Kosmo 209/212) geht es ge­rade noch mittelpreisig los. 

Luftige Stehhöhe von 2,14 Metern im Laika Kosmo 509

Schöne neue Welt
Im Inneren gibt es das helle Holzdekor "Olmo toscano" und den Polsterstoff "Firenze".
Das ist er: Wir testen den langen Kos­mo 509 mit klassischem Längsbetten- Grundriss. Dank des markanten Dekors ist er sofort als Mitglied der Laika-Fami­lie erkennbar. Im Inneren herrscht lich­te Geräumigkeit. Das liegt an der luftigen Stehhöhe von 2,14 Metern, den großen Fensterflächen auch im Dach sowie am hellen Holzdekor „Olmo toscano“ und am Polsterstoff „Firenze“. Geht doch – Laika war bisher eher für dunkle Nussholztöne bekannt.
Das hat er: Die gleiche Laika-DNA wie die teureren Baureihen Kreos und Ecovip – Fiat-35-Lightchassis und -Fahrwerk sowie Dach und Unterboden aus GFK. Und dazu eine ziemlich umfang­reiche Ausstattung. Zum Grundpreis von 53 900 Euro (Kosmo 509) gehören eine 70 Zentimeter breite Eingangstür, Zentralverriegelung für Fahrerhaus und Aufbau, frostsichere Wasser­leitungen, Fliegenschutztür und Soft- Close-Verschlüsse. Die Sonderausstattungsliste des Testwagens fällt dage-gen kurz aus: mattschwarze 16-Zoll- Aluräder (714 Euro), Alde-Warmwasserheizung (2654 Euro), Fenster im Bad (347 Euro), elektrisches Hubbett über der Sitzgruppe (1559 Euro) und Einzel­bett in der Sitzgruppe (352 Euro). Be­sonders gut gefallen uns die qualitativ hochwertige Verarbeitung der Möbel, die große, E-Bike-taugliche Heckgarage, die klapperfreie Fahrerhausverdunklung zum Knöpfen, eine tiefe und über­schwemmungssichere Duschwanne so­wie die gute Stehhöhe im Bad. Auch die Heckbetten sind hünentauglich ge­schnitten. Weniger gelungen: Die Kühl­schranktür stößt gegen die Halterung für die Hubbettleiter. Und die Lamellenlüftung im Boden vor dem Bett kann ein einziger schlaftrunkener Fehltritt ruinieren.
Überblick: Alles zum Thema Wohnmobile

Auf schlechten Strecken ist ein Knistern im Möbelbau zu hören

Schöne neue Welt
Der 130-PS-Motor beschleunigt die drei Tonnen Leergewicht ordentlich.
So fährt er: Vielleicht haben sich die Laika-Leute bei ihren Fiat-Kollegen in Sevel ja besonders lebendige Ducato-Varianten mit dem 130-PS-Diesel gesichert – jedenfalls haben wir das 150-PS-Triebwerk (1726 Euro) trotz stattlicher drei Tonnen Leergewicht nicht vermisst. Im Ausweichtest fällt lediglich ein leich­tes Versetzen der Hinterachse beim schnellen Spurwechsel auf, in brenzligen Situationen bleibt der Kosmo ruhig, der Aufbau wankt nur wenig. Das ESP greift früh und gründlich ein. Völlig still bleibt er auf schlechten Strecken jedoch nicht, ein Knistern im Möbelbau ist im­mer zu hören. Bis zur Perfektion wär’s auch beim günstigsten Laika nur ein klei­ner Schritt. 

Von

Helene Schmidt