Wenn der Weg tatsächlich das Ziel ist, dann macht ein Kreos alles richtig. Wer das großzügige Innere von Laikas neuem Top-Integrierten betritt, den überkommt das angenehme Gefühl, schon angekommen zu sein, bevor es überhaupt losgeht. Kreos, das ist die nobelste Baureihe der Italiener aus der Toskana.
Auf den Teilintegrierten folgt nun mit zwei Jahren Abstand eine integrierte, zudem besser ausgestattete Version. Die beiden trennen 30.000 Euro, was bereits den Grundpreis auf üppige 170.000 Euro hebelt. Mit etwas Zubehör lässt sich auch die Marke von 200.000 Euro problemlos knacken.

Die Hymer-Marke Laika geht ihren eigenen Weg

Dafür bietet Laika, trotz der langen Zugehörigkeit zur Erwin Hymer Group, konsequent einen eigenen Stil: Die Marke steht für ambitioniertes Design, hochwertige Materialien, betont gute Verarbeitung und Liebe zu Details.
Laika Kreos H 5109
Selbstbewusst trägt der Kreos ein riesiges Laika-Logo am konsequent modern gestylten Heck.
Bild: Roberto Valacchi
Trotz seiner Größe spricht der Kreos fast ausschließlich gut situierte Paare an. Die meisten dürfte es kaum stören, dass trotz des hohen Grundpreises Isofix-Halterungen 528 Euro extra kosten – sie werden sie nicht brauchen.
Der Laika Kreos ist ein stattliches Reisemobil mit einem hohen Gestaltungsanspruch. Umgesetzt hat ihn GFG Style, das Studio der Design-Stars Giorgetto und Fabrizio Giugiaro. Von ihnen stammt die einteilige, eigenständige Front mit dynamisch wirkenden Kühlluftöffnungen und prägnanten Tagfahrlicht- und Blinker-Elementen.
Laika Kreos H 5109
Mit warmen Farben, hochwertigen Materialien sowie einem ausgeklügelten Licht- und Raumkonzept wirkt der Kreos innen sehr einladend.
Bild: Roberto Valacchi
In diesen technoiden Voll-LED-Scheinwerfern, die Hella zuliefert, fokussiert sich Laikas Ziel, an der Spitze unverwechselbar zu sein. Außen setzen die Italiener zudem auf mattschwarze Akzente und eine große, klare Linie, innen fällt der Kreos dezent und elegant aus. Harmonisch abgestimmte Farben prägen eine moderne Italianità.
Als Antrieb wählte Laika den Ducato in der Heavy-Version mit 180 PS und AL-KO-Chassis.

Das hat der Kreos H 5109

Viel von allem. Zum Beispiel einen Doppelboden, der vorn quer durchladbar ist. Im Inneren gibt es zwei 25 Zentimeter hohe Staufächer, auch die Tanks liegen beheizt und geschützt. In Verbindung mit der ALDE-Warmwasserheizung und guter Isolierung gilt der Kreos als winterfest.
Laika Kreos H 5109
Stilvoll schlafen lässt es sich im Kreos auf zwei bequemen Einzelbetten.
Bild: Roberto Valacchi
Neben diesen praktischen Qualitäten überzeugt das Raumgefühl im Kreos. Er bietet nicht nur über zwei Meter Stehhöhe, eine breite (und sehr solide Tür), sondern dank seiner durchdachten Gestaltung auch eine ungeahnte Weite. Dazu trägt auch der für Laika typische runde Tisch bei, der nie im Weg ist, jedoch eher klein ausfällt. Immerhin ist er verschiebbar. Das Lichtkonzept unterstreicht diese Eleganz mit viel indirekter Beleuchtung, dazu kommen sehr dezente, jedoch helle Lichtstreifen.
Motorisierung
Fiat Ducato MultiJet3 Euro 6e 
Leistung
132 kW (180 PS) bei 3500/min
Hubraum
2184 ccm
Drehmoment
450 Nm bei 1400/min 
Höchstgeschwindigkeit
100 km/h 
Getriebe/Antrieb
Automatik/Vorderrad 
Tankinhalt/Kraftstoffsorte
75 l/Diesel 
Länge/Breite/Höhe
7890/2320/3003 mm 
Masse fahrbereit/Zuladung
ca. 3818/682 kg 
Anhängelast (gebremst/ungebremst)
2000/750 kg 
Grundpreis/Testwagenpreis
169.999 Euro/182.715 Euro
In der Küche überzeugt ein Spülen-Duo in noblem Mineralwerkstoff, allerdings bietet sie wenig Platz zum Arbeiten. Im Rücken steht der Tech-Tower mit einem 153 Liter großen Absorber-Kühlschrank, eigenem Eisfach und Gasbackofen. Als besonderer Gimmick darf die Trockenschublade darunter gelten.
Laika Kreos H 5109
Aufwendig integriert Laika das Fiat-Cockpit. Die Sitze stammen von Aguti.
Bild: Roberto Valacchi
Das große Raumbad liegt hinter der Küche. Es bietet optisch wie praktisch wahre Wellnessqualitäten, und per Schiebetür sind die beiden großen, bequemen Betten des Schlafbereichs abtrennbar. Auch hier versorgt der Kreos die Reisenden bestens – mit viel Stauraum, angenehmer Beleuchtung und stilvollen Details.

So fährt der Laika Kreos

Obwohl der Ducato für seinen Job im Kreos den stärksten Motor mitbringt, in diesem Fall angemessen mit der Neunstufenautomatik (plus 3911 Euro) kombiniert, wirkt das Konzept nicht stimmig. Angestrengt klingt der Diesel durch, verständlich, denn er müht sich mit bis zu 4,5 Tonnen ab, bei aufwendiger Nachrüstung dürfen es sogar 4,8 Tonnen sein. Zudem irritiert die Vorderachse nicht nur beim Fahren auf Landstraßen, sondern auch optisch: Die Ducato-Spur wirkt für den Aufbau zu schmal.
Laika Kreos H 5109
Angestrengter Diesel: Mit dem Kreos stößt der Ducato-Antrieb an seine Grenzen.
Bild: Roberto Valacchi
Dabei sitzt es sich gut auf den Aguti-Sitzen, und der Fahrer freut sich über beste Sicht dank betont schmaler A-Säulen und großer Frontscheibe, ebenso über teure Extras wie ein digitales Cockpit (742 Euro), Fiat Uconnect (2042 Euro), eine Rückfahrkamera samt eigenem Monitor (1147 Euro) und eine drahtlose Handy-Ladeschale (682 Euro). Immerhin liefert Laika aber eine manuelle Klimaanlage ganz ohne Mehrpreis mit.

Fazit

Das Design wirkt stimmig, auch die Verarbeitung gelingt Laika so hochwertig, wie es in dieser Preisklasse sein muss. Der integrierte Kreos könnte als Gesamtkonzept rundum überzeugen, wäre da nicht der Ducato, der in dieser Liga klar an seine Grenzen stößt.