Bei einem wie ihm funktioniert Wegschauen nicht. Vor allem nicht, wenn er auf einen zurollt, der Laika Kreos H 5109: Unser Dauertest aus Italien steht immer im Mittelpunkt. Hier dreht sich ein Kopf, dort geht ein Daumen hoch, an Tankstellen gibt es Fragen.
"Richtig schick ist der", lobte einer, "wir haben gerade gewettet: Was kostet der?" Tatsächlich sieht der Laika in seiner mondänen Eleganz alles andere als günstig aus. Und richtig, unser Dauertestwagen aus dem Herzen der Toskana, wo Laika ihn in einem hochmodernen Werk produziert, kratzt selbstbewusst an der 200.000-Euro-Marke.
Keine Frage, die Lounge ist Laika superschick gelungen. Der Tisch fällt jedoch klein aus.
Bild: Christian Herb
Das nötigt Respekt ab, andererseits erwartet hinter einem solchen Auftritt niemand ein Schnäppchen. "Der ist ja besser als ein Privatjet", sagt ein anderer, und es klingt nicht einmal nach Neid, der schicken Designfront und beachtlichen 7,89 Meter Länge zum Trotz.

5000 Dauertest-Kilometer auf dem Tacho

Inzwischen liegen die ersten 5000 Dauertest-Kilometer hinter dem aktuellen Flaggschiff der Traditionsmarke Laika, die bereits seit 25 Jahren unter dem Dach der Erwin-Hymer-Gruppe zu Hause ist. Schon immer gelten die Produkte aus San Casciano in Val di Pesa als Liebhaberstücke.
Motorisierung 
Fiat MultiJet3 Euro 6d 
Leistung 
132 kW (180 PS) bei 3500/min 
Hubraum 
2184 cm3 
Drehmoment 
450 Nm bei 1400/min 
Höchstgeschwindigkeit 
100 km/h 
Getriebe/Antrieb 
Neunstufenautomatik/ Vorderrad 
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 
75 l/Diesel + 19 l AdBlue 
Länge/Breite/Höhe 
7890/2320/3030 mm 
Radstand/Bereifung 
4700 mm/225/75 R 16 C 
Masse fahrbereit/Zuladung ca. 
3990/510 kg 
Anhängelast (gebremst/ ungebremst) 
2000/750 kg 
Grundpreis/Testwagenpreis 
178.202 Euro / 196.082 Euro 
Bislang gingen unsere Fahrten aus Deutschlands Norden ins Allgäu, ausgerechnet nach Bad Waldsee, wo Hymer zu Hause ist. Auch in Brüssel und rund um Amsterdam war der Kreos bereits, ist am Speyerer Dom vorbeigerollt und stand vor der Talstation im Schweizer Skigebiet Engelberg. Die erste Bilanz listet tatsächlich viele Höhen – und einige Tiefen.
Etwas eng ist der Zugang zum Motor. Doch es gibt hier auch wenig zu tun.
Bild: Photoproduction Hanselmann Bernd Hanselmann
Problemlos klappt das Leben zu viert im Kreos. Das liegt nicht nur an genügend Raum, einer schicken Innenarchitektur und Gestaltung, sondern auch an vielen Punkten, die Laikas Sorgfalt erkennen lassen. Einen wesentlichen Pluspunkt setzt dabei die optimal implementierte Alde-Heizung: Der Innenraum wird schnell, gleichmäßig und sehr angenehm warm, der hohe Doppelboden entkoppelt zuverlässig von Bodenkälte. Für die warme Jahreszeit hält sich eine dezent im Untergeschoss versteckte Klimaanlage (Aufpreis: 3455 Euro) bereit – deren Test steht im Sommer noch aus.

Der Teufel steckt im Detail

Für Verdruss sorgten jedoch einige Details. Möbelschlösser kollabierten, die Zentralverriegelung in der Fahrertür zerlegte sich, das Display hing baumelnd an seinen Kabeln. Ein zweiter Werkstattbesuch beim Laika-Händler GÜMA in Mannheim war nötig. Die Profis schafften schnell Abhilfe – problemlos auf Garantie.
Über eine ausfaltbare Stufe gelingt der Aufstieg zu den beiden Einzelbetten im Heck ohne Anstrengung.
Bild: Christian Herb
Mit seinen 180 PS kommt der Kreos stets zügig vom Fleck, die Automatik (bei uns noch die Neunstufen von ZF) schaltet angenehm diskret, dazu lässt sich der Kreos dank seiner schmalen vorderen Ducato-Spur und des überschaubaren Radstands von 4,70 Metern handlich bewegen. Was dagegen weiter negativ auffällt, ist das präsente Dieselnageln im Cockpit.

Fazit

Selbstbewusst, schick und stilsicher tritt der Kreos auf. Mit seinem Design, besonders an der Front, setzt der Kreos auf Wirkung. Tatsächlich funktioniert das: Unterwegs wird er zum echten Star.