Land Rover Freelander im Gebrauchtwagentest
Fescher Flegel aus Freilandhaltung

Schick ist sie ja noch immer, die Urauflage des Land Rover Freelander – aber nicht unproblematisch. Der Gebrauchtwagen-Checker erklärt anhand eines frühen Vertreters mit Rover-Benziner, wie zickig diese Modellreihe sein kann.
- Wolfgang Blaube
Die Inspiration kam diesmal von Britta, einer Freundin meiner Ehefrau. Ob ich, so ganz allgemein, den frühen Freelander empfehlen könne, wollte die Versicherungskauffrau wissen. Angesichts deines Berufes, liebe Britta, rate ich – so ganz allgemein – von dem Modell eher ab, sagte ich. Vor allem defektfürchtende Aspiranten muss ich vor dem Junior-Landy warnen. Warum? Das klärt diese Checker-Folge. Als der fesche Freelander 1 Ende 1997 als erster selbsttragender Land Rover in die Showrooms rollt, ist die Welt noch in Ordnung, das Volk greift begeistert zu. Doch später zeigt sich, dass hinter dem charmanten Schein das Übel lauern kann.
Gebrauchtwagenbörse: Gebrauchte Land-Rover Freelander im Überblick

Bild: Wolfgang Blaube
Überblick: News und Tests zum Land Rover Freelander
Mal so gesagt: Was dieser Ur-Freiländer an Mängeln bietet, beschert ihm einen Spitzenplatz im Möhren-Kabinett der Allradspezies. Ungeachtet dessen wirken die bis 2006 gebauten Freelander 1 auf den modebewussten SUV-Fan ziemlich sexy – wie die Einstiegsangebote um 3000 Euro. Der große Name Land Rover macht halt an, vernebelt bisweilen die klare Sicht. Und provoziert das Motto "Wird schon nicht so schlimm sein". Das Exemplar in urbritischem "Caledonian Blue", das ich im Netz finde, zeigt sich als Idealbesetzung für die Rolle, um den Interessenten X ins wahre Leben zurückzubeamen.
Konkret ist es ein Freelander Hardback 1.8i, angetrieben vom Rover-eigenen 120-PS-Benziner. Vierte Damenhand seit 2002, Scheckheft und Rechnungen fehlen. Immerhin will der nette Händler von einer jüngeren Zylinderkopfreparatur wissen. Bei der auch der Zahnriemen erneuert wurde – mutmaßlich. Doch optische Indizien dafür lassen sich nicht ausmachen: Der ganze Motorraum steht in öligem Saft – nicht überraschend bei diesem Triebwerk, wie gesagt. Ebenso wenig wundern mich fehlendes Hydrauliköl der Servolenkung, die rutschende Kupplung, ein undichter Auspuff. Der E-Antrieb der Heckscheibe zuckt nur, die Visko®-Kupplung ist zum starren Durchtrieb verhärtet und lässt die Räder radieren, Vorderachse wie Lenkung künden polternd von reichem Spiel – alles typisch.
Immerhin rostfrei

Bild: Wolfgang Blaube
Lieber woanders zugreifen
Keinesfalls der Rover-Diesel 2.0 di (97 PS), dessen Defekte sich heute mangels Ersatzteilen nur erschwert kurieren lassen. Eher kann man den Ende 2000 eingeführten Td4 nehmen – dessen BMW-Diesel kränkelt "nur" in den Punkten Einspritzpumpe und Turbolader. Britta, die eingangs erwähnte Dame, hat übrigens gerade zum 97er Toyota RAV4 gegriffen. Den hatte ich ihr kurzfristig besorgt, als Dankeschön für die Idee zu dieser Folge. Jetzt ist sie glücklich. Wie auch morgen noch. Und übermorgen ...
Fazit
Mit dem ersten leichten Facelift Ende 2000 erhielt der Freelander den sorgenärmeren BMW-Diesel sowie eine solidere Elektrik. Nur dieses Modell sollte man, Mut vorausgesetzt, kaufen. Wer auf das Land-Rover-Label verzichten mag, ist jedenfalls mit einem Suzuki Grand Vitara oder Toyota RAV4 sorgenfreier bedient.
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