(dpa/sb) Der Deutsche Landkreistag hat die Rückkehr alter Regionalkürzel auf Auto-Nummernschildern als Schildbürgerstreich kritisiert. Dies behindere das Zusammenwachsen in Landkreisen, die bei Gebietsreformen geschaffen wurden, sagte Hauptgeschäftsführer Hans-Günter Henneke heute (15. November 2012). "Die Wiedereinführung von Alt-Kennzeichen war und ist ein absurdes Vorhaben. Wir haben daher schon im letzten Jahr vor einem Kennzeichenwirrwarr gewarnt, das beispiellos rückwärtsgewandt ist. Und die Entwicklungen in den Ländern bestätigen nun unsere Befürchtung; im wahrsten Sinne des Wortes ein echter Schildbürgerstreich", so Hennecke weiter.

Lesen Sie auch: Das Retro-Kürzel ist da

In Sachsen würden etwa Kürzel reaktiviert, die es nur von 1991 bis 1994 gegeben habe. "Was das mit Identitätsstiftung zu tun hat, bleibt ein Rätsel." In der alten Bundesrepublik müsse man an die 60 Jahre alt sein, um jemals ein Altkennzeichen besessen zu haben. Es sei nicht nachvollziehbar, warum ohne Not und unter Inkaufnahme zusätzlicher Bürokratie und zusätzlichen Verwaltungsaufwands in Höhe von immerhin 4,25 Millionen Euro ein bislang stimmiges und überschaubares System aufgegeben werde. "Zudem gibt es weitaus wichtigere Themen, von denen für die zukünftige Verkehrsentwicklung deutlich mehr abhängt wie etwa die Finanzierung von Bau und Unterhaltung der kommunalen Straßen oder die Anbindung des ländlichen Raumes über die Schiene. Solche Fragen sollten im Fokus stehen und nicht der angebliche Bürgerwunsch nach einer Wiedereinführung von Alt-Kennzeichen", kommentierte Hennecke abschließend.Das Bundesverkehrsministerium hat auf Antrag einiger Länder inzwischen gut 70 Altkürzel wieder erlaubt. In Niedersachsen hat Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) bereits die ersten Nummernschilder an Autofahrer in Einbeck übergeben. Niedersachsen erhielt vom Bund die Genehmigung für die Einführung von vorerst zehn historischen Kennzeichen – die Nachfrage ist teilweise sehr groß.