Der tägliche Weg zur Arbeit, die Straße zum Lieblingssupermarkt oder dem nächsten Baumarkt könnte man mit verbundenen Augen zurücklegen. Jede Kurve, jedes Verkehrsschild, selbst die Ampelschaltungen sind nur zu gut bekannt. Automobile Routine eben.
Aufmerksamer muss man schon unterwegs sein, wenn man diese Komfortzone verlässt. Erst recht, wenn auf es dabei auf womöglich unbekanntes ländliches Terrain geht. Na ja, auch wenn es eingefleischte Städter vielleicht glauben wollen: Selbst dort gibt es asphaltierte Straßen. Dennoch lauern auf Landstraßen zumindest ungewohnte Gefahren – und damit steigt das Unfallrisiko.

Gefährliche Kurven

Hinweisschilder zu bevorstehenden scharfen Kurven, die in gewohnter Umgebung nicht mal ein Zucken des Gasfußes verursachen, sollte man ernst nehmen. Zu schnell um die Ecke kann zum Ausbrechen des Fahrzeughecks führen, und man gerät in den Gegenverkehr.
Logisch, dass im Wald oder auf Wiesen und Felder viele Wildtiere unterwegs sind. Bei der Warnung vor Wildwechsel heißt es also: sicherheitshalber runter vom Gas.
Volvo V60 Cross Country B4 AWD
Die Reise über Land ist gemütlicher und oft schöner. Aber es lauern Gefahren.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Landstraßen sind oft schmaler als städtische Verkehrswege. Zwei sich begegnende Pkw sind noch ok. Trifft ein Pkw auf einen Lkw, kann es schon eng werden. Kommt Ihnen ein Schlepper mit überbreitem Gerät im Schlepptau entgegen, heißt es langsam fahren und auf den Randstreifen ausweichen.

Ausgefahrene Randstreifen

Daraus folgt die nächste Gefahrenquelle. Die Randstreifen sind nämlich meistens unbefestigt und tief ausgefahren. Wer das Lenkrad nicht fest in beiden Händen und gerade hält, landet schneller im Graben, als er "huch" sagen kann.
Und wo Trecker unterwegs sind, ist die Straße oft schmutzig. Vor allem in feuchten Jahreszeiten ist der Straßenbelag dann extrem rutschig. Eine ungewollte Schlitterpartie ist dann schnell die unangenehme Folge.
Radwege sind auf dem Land längst noch kein Standard. Also muss man auf der Straße mit Radlern rechnen. Bei tief stehender Sonne oder in der Dämmerung sind sie oft schwer und nur im letzten Moment erkennbar.
Und natürlich gibt es auch auf dem Land Autofahrer, die es eilig haben und selbst dann überholen, wenn keine ausreichende Weitsicht besteht. Geduldig bleiben kann Leben retten. Zumal der reale Zeitverlust deutlich geringer ist als der gefühlte. Experten reden von rund zehn Prozent. 20 Minuten hinter einem Trecker herfahren heißt also, rund zwei Minuten später am Ziel zu sein. Aber man kommt wenigstens sicher an.