Die 24 Stunden von Le Mans werden 2023 ein wahres Motorsport-Fest. Neun Hersteller sind schon fix. Die Sportwagen-WM boomt wieder dank der neuen Topklasse.
Hintergrund: 2023 bilden zwei verschiedene Kategorien die Oberliga. Das sind die Hypercars, die seit diesem Jahr in der Sportwagen-WM zum Einsatz kommen, sowie die LMDh-Prototypen (Le Mans Daytona hybrid), die ab 2023 auch in der amerikanischen IMSA-Serie ihr Debüt geben werden.
Fünf Hersteller haben den Bau eines solchen LMDh-Prototyps angekündigt: Acura und Cadillac, aber auch die deutschen Autobauer  Porsche, Audi, BMW.
BMW hat jetzt erstmals das Bild einer Konzeptstudie gezeigt. Mike Krack, Leiter BMW M Motorsport, sagt: „Bei uns herrscht Aufbruchsstimmung. BMW hat eine erfolgreiche Historie im Prototypen-Rennsport, unvergessen ist der Triumph in Le Mans 1999. Diese Geschichte in einem modernen Prototyp mit M-Power wieder aufleben zu lassen, wird die Fans von BMW begeistern.“
Mike Krack, Leiter BMW M Motorsport
BMW wird sich ab 2023 vor allem auf die IMSA-Serie konzentrieren. Doch auch Le Mans dürfte auf dem Plan stehen, wenngleich die Münchner das noch immer nicht kommuniziert haben.
BMW und die Sportwagen-WM stehen auf Kriegsfuß, seit BMW sich 2016 nach nur einer Saison aus der GTE-Pro-Klasse zurückgezogen hat, gleichzeitig aber in der IMSA geblieben ist. Die USA ist für BMW der wichtigste Fahrzeugmarkt.
Das Einsatzteam wird der IndyCar-Rennstall Rahal Letterman, wie schon beim GTE-Programm. Als Chassispartner wird BMW mit Dallara zusammenspannen. Zwar ist Oreca bisher die klar erfolgreichste LMP2-Marke. Doch auch die aktuellen Daytona-Prototypen basieren auf den LMP2-Chassis – und hier hat Dallara in Zusammenarbeit mit Cadillac die Nase vorn.
Die Motorarchitektur ist für die Hersteller frei, allerdings wird ein Einheits-Hybridsystem mit 50 kW Leistung verbaut. Bei BMW erwarten Experten als Verbrenner einen V8.
In der Konzeptstudie kommt der BMW M LMDh aggressiv daher. Der Leiter von BMW Group Designwork Michael Scully erklärt: „Bei diesem Projekt geht es darum, die ikonischen Elemente der Design-DNA von BMW M Motorsport mit der auf Performance ausgelegten Architektur eines ultramodernen Prototypen zu vereinen.“ Heißt: Die Front weist einen großen Frontspoiler für aerodynamischen Abtrieb auf, die Nase ist in zwei Tunnelsysteme geteilt.
BMW hat die 24 Stunden von Le Mans zuletzt 1999 gewonnen – damals mit den früheren Formel-1-Piloten Joachim Winkelhock, Pierluigi Martini und Yannick Dalmas.

Von

Michael Zeitler
Bianca Garloff