Le Mans: Folgen des Toyota-Debakels
Toyota 2018 nur mit zwei Autos?

Toyota hat auch mit dem Zusatzaufwand eines dritten LMP1-Autos Le Mans nicht gewonnen. 2018 könnten sich die Japaner wieder auf zwei Autos konzentrieren.
Bild: Picture-Alliance / Getty Images
- Michael Zeitler
Toyota-Chef Hisatake Murata brachte es auf den Punkt: „Der dritte Toyota war eine reine Verschwendung.“ Die Japaner wollten mit einer numerischen Überlegenheit gegenüber Porsche das 24-Stunden-Rennenn von Le Mans gewinnen. Bei dem LMP1-Favoritensterben war die Idee auch nicht schlecht – nur traf es den dritten Toyota genauso: Ausfall nach einer Kollision mit einem LMP2-Fahrzeug.
Jetzt steht der dritte Toyota für 2018 wieder in Diskussion. Teamchef Rob Leupen erklärt in der aktuellen AUTO BILD MOTORSPORT (als Heft in AUTO BILD am Kiosk): „Wir werden 2018 auf jeden Fall wieder nach Le Mans kommen. Aber ob mit zwei oder drei Autos, das wissen wir noch nicht.“

Kein Toyota erreichte beim 24h Rennen von Le Mans das Ziel
Porsches LMP1-Chef Fritz Enzinger im Gespräch mit ABMS: „Auch technisch ist der Aufwand für ein drittes Fahrzeug groß. Man braucht extra Personal und viele Neubeschaffungen. Denn was wir auf keinen Fall machen wollen, ist die anderen beiden Autos zu schwächen, nur um ein drittes im Rennen zu haben.“
Bei Toyota war vor allem das dritte Auto selbst schwach. Die Zeiten waren immer langsamer als die der großen Brüder. Auch fahrerisch war der Toyota nicht ideal besetzt. Vor allem am Rookie Yuji Kunimoto hagelt es Kritik. Der Japaner, der gewiss nicht schlecht ist (in der Super Formula hat er als Meister 2016 den in die Formel 1 aufgestiegenen Stoffel Vandoorne genauso besiegt wie Porsche-LMP1-Star André Lotterer), war deutlich langsamer als seine Stallkollegen. Da fehlte einfach Fahrpraxis mit dem 1000-PS-Protoyp.
Dieser Mann klaute Toyota den Sieg: Hier nachlesen
Reduziert Toyota das Aufgebot auf zwei Autos, sind das schlechte Nachrichten für Piloten wie Juan-Pablo Montoya oder Fernando Alonso, die Le Mans als Gaststarter gewinnen wollen. Möglicherweise verkaufen Toyota und Porsche aber auch einen Wagen an Kundenteams. Enzinger: „Das Thema Kundenautos darf kein Tabu mehr sein. Wir müssen aber genau analysieren, wie viel Werksunterstützung wir zur Verfügung stellen müssten.“
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