Le Mans: Kommentar zum Porsche-Sieg
Das muss die Formel 1 von Le Mans lernen

Die 24 Stunden von Le Mans 2017 waren eines der verrücktesten Rennen aller Zeiten. Es hatte genau die Zutaten, die für spannende Rennen wichtig sind.
Bild: Picture-Alliance
- Michael Zeitler
So geht Rennsport. Die 24 Stunden von Le Mans, das sind rund 36.000 PS zwei mal rund um die Uhr. 60 Autos, 180 Fahrer. Und jeder erlebt in den 24 Stunden seine ganz eigene Geschichte. Amateure gegen Profis, Träumer gegen Titanen, No-Names gegen ehemalige GP-Sieger. Und Le Mans, das bedeutet 24 Stunden lang Drama.

Le Mans: Das ist immer auch großes Drama
Le Mans ist nicht berechenbar. Wenn ein Fahrer gewinnt, der zwischenzeitlich mal 18 Runden zurücklag, dann sagt das alles über das Rennen. Wenn ein Team aus der zweiten Klasse, im Besitz einer Schauspiellegende, bis in die letzte Stunde hinein plötzlich um den Sieg kämpft, dann sagt das alles über die Emotionen, die in diesem Rennen drinsteckten. Der Kampf David gegen Goliath, der Kampf fünf Millionen Euro Budget gegen 140 Millionen Euro Budget. Der Kampf 600 PS gegen 1000 PS. Wann hat denn das letzte Mal in der Formel 1 ein Fahrer gewonnen, der nicht für ein Topteam fuhr? Pastor Maldonado 2012 für Williams in Spanien, dank der Pirelli-Reifenlotterie. Davor Sebastian Vettel für Toro Rosso in Italien, dank grandioser Leistung im Regen.

Fast gab es die Sensation durch ein LMP2-Auto...
Keine Frage: Auch in der Sportwagen-WM und damit in Le Mans ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Wenn Porsche den Hattrick als Basis zum Ausstieg nimmt - und diese Stimmungen sind hier durchaus als realistisches Szenario zu vernehmen - ist die LMP1-Klasse tot. Schlimmer noch: Sie überlebt, wird aber mit Toyota als Solo-Akteur ein Schattendarsein führen. Interesse für die dreistellige Millionenschlacht gibt es maximal von Peugeot.

Hamilton gegen Vettel sorgt für Spannung in der F1
Mit dem Zweikampf Sebastian Vettel gegen Lewis Hamilton ist die Formel 1 2017 auf dem richtigen Weg dorthin. Keiner weiß heute, wer Aserbaidschan gewinnt. Das war vor einem Jahr noch ganz anders. Kein Fahrer hat 2017 zwei Rennen in Folge gewonnen. Aber jetzt braucht die Formel 1 auch noch Autos, die nicht sieben Rennen halten müssen, sondern am Limit sind. Strecken, auf denen die Fahrer nicht endlose Freiheiten für Fehler haben, sondern bei Fehlern bestraft werden. Und kleine Teams, die zwar nicht ständig, aber doch immer wieder zumindest mal die Chance haben mit den Großen mitzuhalten. So wie in Le Mans.
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