Video: Gebrauchtwagen Lexus IS
Überzeugender Auftritt
Stellen Sie sich folgendes vor: Sie sind putzmunter und sehen gut aus, kommen aus gutem Hause, sind bestens gebildet und so entspannt, dass es mit Ihnen nie Ärger gibt. Dann gehen Sie ins Ausland – und finden dort kaum Freunde. So ähnlich geht es der Mittelklasse-Limousine, von der in Deutschland nur 9766 Exemplare zugelassen sind (Stand 1/2013, alle Baureihen). Zum Vergleich: Vom Hauptkonkurrenten, dem
BMW 3er, sind fast 1,4 Millionen Fahrzeuge beim Kraftfahrt-Bundesamt gemeldet (ebenfalls alle Baureihen). Woran liegt das? Mit Sicherheit etwa an der im Vergleich zur deutschen Konkurenz bescheidenen Karosserieauswahl, denn den IS zweiter Generation gibt es nur als zweitüriges
Cabriolet mit Alu-Klappdach oder als viertürige Limousine.Der in Europa stark gefragte Kombi fehlt. Auch bei der Motorisierung ist die Auswahl bescheiden: Ein 2,5-Liter-V6-Benziner mit 208 PS und Sechsstufen-Wandlerautomatik sowie ein 2,2-Liter-Turbodiesel (150 oder 177 PS, Sechsgangschaltung) müssen genügen. Der 270 km/h schnelle IS-F mit brachial antretendem Fünfliter-V8 und 423 PS spielt eine sportlich-extreme Außenseiterrolle. Ein weiterer, nachvollziehbarer Grund ist das gerade einmal 30 Betriebe zählende Lexus-Händlernetz in Deutschland. Das war es aber auch schon, denn ansonsten fährt der
Lexus sowohl qualitativ als auch in technischer Hinsicht voll auf Augenhöhe mit der deutschen Konkurrenz.Typische Schwachstellen bei gebrauchten IS: keine. Einzig der Diesel macht mit verstopften Partikelfiltern und AGR-Ventilen auf sich aufmerksam – Mängel, an denen im Alter viele moderne Diesel leiden. Von schwerwiegenden Problemen wie reißenden Steuerketten beim BMW-N47-Diesel (2007–2011, unter anderem verbaut im 3er) bleiben IS-Fahrer jedenfalls verschont. Ein verlässlicher Japaner eben, der IS.